Zitat von Flower123:Ich habe ihm versucht zu helfen. Habe immer zugehört, habe versucht für ihn da zu sein. Wenn ich jedoch mal Probleme hatte oder es mir einfach nicht gut ging , war er total überfordert. Konnte mich nicht weinen sehen , dass hat ihn gestresst und all so Sachen.
Er meinte auch er will sich nicht auf meine Eltern einlassen , weil die würden ihm am Ende auch im Stich lassen , genau wie alle anderen und wie könnte mein Vater ihn nur angucken , wobei mein Vater ganz genau weiß , dass er mich , also seine Tochter , niemals in der Zukunft finanziell abdecken kann.
Da hat aber jemand Probleme mit dem Selbstwertgefühl, ohje.
Und auch noch das altmodische Denkmuster, das kann tatsächlich daran liegen, dass teilweise Italiener (nicht nur die) immer noch so denken und die Kinder dann alles so übernehmen, weil sie es nie anders gelernt haben.
Im schlimmsten Fall führt sowas zu einem unselbstständigen Kerl, der, während er gleichzeitig an Mamas Rockzipfel hängt, eifersüchtig auf den Erfolg seiner Frau ist und meint ER MÜSSE alles allein stemmen.
Willkommen im 21.Jahrhundert!
Naja, und zu dem Punkt mit dem weinen...kenne ich so von meinem Ex...der brachte doch tatsächlich den Spruch "er fühle sich dann wie ein Vater, der sich um sekn Kind kümmern muss" O-Ton.
Dabei kommen viele Kerle (nicht alle) einfach nocht mit der Vielzahl an Emotionen klar, die in Ihnen selber wüten (unsere tolle Gesellschaft suggeriert einem ja auch als Mann immer noch man dürfe nicht weinen) und ja, da kommen dann einfach gewisse Erwartungshaltungen zusammen...Insbesondere bei Italienern, (sorry, aber habe viele im Umkreis und kenne das aus Erfahrung) ist es dann so, dass es einfach auf der einen Seite kleine Machos werden, aber auf der anderen Seite immer zu la Mamma rennen, weil sie bei allen anderen Sachen sofort überfordert sind.
Ich finde da deine Einstellung sehr sehr gut, dass du sagst: " Ich will von niemanden abhängig sein und kann mich selbst versorgen!" So sehe ich das auch (bin 25) und einfach realistisch (auch wenn es mir oft als Pessimismus ausgelegt wird).
Eure beiden Lebenskonzepte passen einfach nicht, über kurz oder lang hätte es eh geknallt, da die Chance, dass er sich aus seinen engen Familien-Dynamiken raus gräbt, eher sehr gering sind.
Allerdings wundert es mich, dass er die Nähe zu deinen Eltern nicht zu lassen konnte/wollte, wenn er doch einen relativ engen Familienverband hat?!
Ich denke mal, die Selbstständigkeit die du ausstrahlst hat ihn auch eingeschüchtert und die Denkweise deiner Familie im Bezug darauf entspricht nicht dem, was er kennengelernt hat und er ist damit überfordert?!
Du meintest er fühle sich auch in Deutschland nicht wohl/akzeptiert? Wie lange wohnt er denn hier ?!