Liebe @MichundMich
Du bist fast Dein ganzes Erwachsenenleben mit diesem Zentralpunkt an Typem zusammen. Wahrscheinlich ist Dir seine Art von Hause aus bekannt (zu oft so der Fall. Andere fliehen sonst diese Einseitigkeit).
Von daher ist es mehr als verständlich, dass das Aufdröseln deiner inneren Verschlungenheit mit ihm entsprechend schmerzhaft ist und dauern wird.
Schritt für Schritt werden Dir Situationen, Aussagen, Verhalten etc bewußt werden, dass das von ihm eigentlich unmöglich war. Du hast alles ertragen, geduldet, mitgetragen, damit er ok ist - und damit es Dir durch sein ok auch ok geht.
Zitat von MichundMich: Jeder hielt uns für das unverwüstliche Traumpaar
Dieses hatte ich auch mal gehabt. Tja, ich glaube solchen Paaren seitdem nicht mehr. Weil Paare, die sich gegenseitig respektieren, auch entsprechend in ihrem jeweils Individuell sein respektieren, und man sie sowohl als einzelne Personen wahrnimmt als auch als Paar.
Wo einer sich so sehr verbiegt, dass der andere zufrieden ist, da wirkt es als super enges Paar. Die Beobachtungen bestätigen seither meine eigene Erfahrung.
Zitat von MichundMich: Ansonsten kam da nämlich gar nichts von seiner Seite
Das zeigt doch, wie sehr Du um ihn herum verschlungen bist - er aber nicht um Dich.
Er hat sich nicht um Dich bemüht.
Es Dir nicht recht machen müssen. Sich nicht um Deine Belange, Interessen, Wünsche oder Bedürfnisse geschert.
Deswegen kann er so locker gehen.
Da ist nur er mit seinen Interessen und Bedürfnissen, die jetzt eine andere stillt.
Dies mag hart klingen. Aber damit ist gemeint, dass seine Kündigung Dir gegenüber zu Deiner Freiheit führt. Diese ist total ungewohnt. Das ganze Aufmerksamkeitszentrum Deines bisherigen Erwachsenenlebens ist weggebrochen.
Du darfst Deine Verschlungenheit in ihn jetzt aufdröseln.
Schreibe Dir Deine Erkenntnisse, Erinnerungen, Aha Erlebnisse gerne auf. Das hilft.
Zitat von MichundMich: Es ist halt verdammt schwer, so ein (fast schon konditioniertes) Lebenskonstrukt, aus allen Bereichen ( Herz, Kopf, Seele) verbannen zu müssen.
Also auflösen.
Schritt für Schritt.
Nicht verbannen.
Es ist Teil Deines Lebens, Deiner Person.
Deswegen gehe da für Dich bewußt und aktiv Schritt für Schritt vor.
Registriere, wie er drauf war.
Notiere das.
Betrachte, was sein Verhalten, was seine Erwartungen bei Dir an Verhalten ausgelöst hat - ohne zu bewerten!(!)!.
Und dann überlege Dir, was ein gesundes Verhalten eines Partners wäre oder Du Dir wünschen würdest. Oder, vielleicht kannst Du es Dir besser vorstellen: was wäre, wenn Du einen Partner hättest, der sich genauso um Dich bemüht, für Dich da ist, sich um Dich kümmert, wie Du um ihn?
Du hast bereits über lange Jahre gezeigt, dass Du in der Lage bist, Dich um andere zu kümmern, Dich einzulassen, Dich einzubringen.
Jetzt entwickelst Du Dich weiter zu einer Person, die darauf achtet, dass auch vom Anderen etwas kommt und die andere Hälfte der Beziehungsarbeit mit hineinbringt. Das ist sehr ungewohnt für Dich.
Du bist das aber Wert!
🤗