MöchteFrieden
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Ich weiß nicht ob es viel Sinn macht solche privaten Themen öffentlich zu machen, aber ich weiß nicht wohin mit all den Gedanken und Gefühlen.
Wo soll ich anfangen. Die letzten 5 Wochen waren wirklich die Hölle. Kein Abend verging an dem ich nicht ständig darüber nachdachte ob ich noch geliebt werde oder immer mehr auf das Abstellgleis gerate. Es gibt auch niemanden mit dem ich darüber reden könnte, weshalb mir leider nichts anderes übrig bleibt als euch damit zu belästigen.
Eigentlich war alles perfekt. Weder musste ich mich verstellen noch musste ich irgendwelche Geschichten erfinden. Sie hat starke Gefühle für mich entwickelt einfach nur, weil ich, ich bin. Sie hat mir zum Valentinstag Blumen geschickt was schon sehr lange niemand mehr für mich gemacht hat. Sie hat an meinen Geburtstag gedacht. Wir haben regelmäßig stundenlang über Gott und die Welt geredet. Sie ist auf mich zugegangen und hat mich geküsst. Sie hat das erste mal ich liebe dich gesagt.
Aber ich war derjenige von dem die erste sexuelle Intimität ausging. Ich wünschte mir, ich hätte es nicht gemacht, wirklich… obwohl ich ehrlich gesagt keine Ahnung habe ob das im Endeffekt so einen großen Einfluss gehabt hätte. Irgendwann wäre es wohl trotzdem ans Tageslicht gekommen.
Jedenfalls gab es keinerlei Anzeichen was darauf folgen würde. Hätte ich es gewusst wäre ich ganz anders vorgegangen aber keine Ahnung. Es ist wie es ist. Wir haben zwar immer wieder über ihren Exfreund geredet aber hauptsächlich ging es darum, dass er nie da war und mit der Zeit immer toxischer wurde. Wir haben sehr häufig darüber geredet, aber ich hatte nie den Eindruck, dass die Nachwirkungen dieser Beziehung sie immer noch so sehr belasten würden.
Die Tage und Wochen vergingen und ich merkte, dass sie dem Sex aus dem Weg ging. Ich dachte es würde an mir liegen, aber dann kam heraus, dass ihr Exfreund Sie zum Ende der Beziehung immer wieder sexuell belästigt hat. Das ging so weit, dass sie solche Angst hatte, wenn sie nur gehört hat, wie er nach Hause kam. Erst hat sie keine Gegenwehr geleistet. Irgendwann hat sie damit angefangen die Schlafzimmertür abzusperren was dem Kerl natürlich gar nicht gefiel. Er hat sie nie geschlagen, aber der psychische Druck war enorm.
Als sie mir das alles erzählt hatte fing sie an sich langsam von mir zu distanzieren, obwohl ich ihr gesagt habe, dass es wirklich kein Problem für mich ist, wenn sie Zeit braucht. Ich liebe sie auch dann, wenn sie nicht mit mir schlafen kann.
Das hat aber nichts daran geändert, dass mittlerweile jegliche emotionale Nähe mir gegenüber nur noch ganz selten vorkommt. Und das ist tausendmal schmerzhafter als keinen Sex zu haben. Mitansehen zu müssen wie die Person die dich vor ein paar Wochen noch abgöttisch geliebt hat es nicht mal mehr über die Lippen bringt dir zu sagen, dass sie mich vermisst.
Trotzdem habe ich versucht weiter durchzuhalten, in der Hoffnung, dass irgendwann alles besser wird, wenn ich ihr nur zeige wie wichtig sie mir ist. Vor einem Monat haben wir uns das letzte mal persönlich gesehen, weil sie aus beruflichen Gründen kaum Zeit hatte. In der Zeit haben wir trotzdem viel telefoniert auch wenn sie sehr distanziert war, was mir aber dennoch etwas Hoffnung gegeben hat. Immerhin hat sie sich trotzdem viel Zeit für mich genommen. Eigentlich wollten wir uns heute das erste mal wiedersehen, aber sie hat kurz davor wieder abgesagt. Sie möchte immer noch keine körperliche Nähe und sie hat Angst, dass sie diese irgendwie provozieren könnte, weil sie mir etwas gutes tun möchte. Danach aber würde sie sich aber schrecklich fühlen.
Ich hab versucht sie davon zu überzeugen, dass es keine körperliche Nähe bräuchte. Wir könnten doch einfach bisschen spazieren gehen, Schach spielen. Irgendwas. Mir ist völlig egal was. Ich hätte sie doch einfach nur gerne wieder gesehen. Ich vermisse sie so sehr, aber ich kann ihr das nicht mal sagen, weil das den Druck auf sie nur noch erhöhen würde. Ich kann einfach nichts machen außer dabei zuschauen, wie immer mehr Zeit vergeht ohne, dass sich irgendwas zum positiven verändern würde.
Sie ist der Meinung ihr Problem würde sich nach einer gewissen Zeit von alleine lösen. Sie bräuchte nur "etwas Luft" zwischen uns und dann würde sich irgendwann alles wie aus dem nichts zum besseren wenden.
Ich würde ihr so gerne glauben, wirklich. Wenn ich wüsste, dass das stimmt würde ich jetzt nicht hier sitzen und verzweifeln, aber diese Vorstellung, dass sich so ein traumatisches Erlebnis irgendwann in Luft auflösen würde hört sich nicht sehr realistisch an.
Ich hab bereits versucht sie darauf hinzuweisen, dass eine Therapie ihr mehr helfen könnte anstatt einfach nur abzuwarten, aber davon möchte sie nichts wissen.
Langsam aber sicher fange ich an zu begreifen, dass ich sie wahrscheinlich nie wieder sehen werde. Und dabei habe ich mir wirklich so viel Mühe gegeben,aber ich kann nichts machen. Ich kann einfach nichts machen außer zu hoffen, dass irgendein Wunder geschieht.
Eigentlich wollte ich euch nach Tipps fragen. Vielleicht hat jemand Erfahrung mit so einer Situation und kann mir ein paar Tipp geben, aber ich schätze, ich kann nichts machen außer für sie da zu sein, wenn sie mich jemals nochmal brauchen sollte.
Danke an alle, die sich die Zeit genommen haben diese Textwall bis zum Ende durchzulesen.