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Schwankungen und Distanzierung des Partners normal?

Kaylee34

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Hallo,

ich bin in einer Fernbeziehung, aber Erfahrungen von Leuten in normalen Nahbeziehungen interessieren mich auch, da das grundsätzliche Muster sicher auch ohne Fernbeziehung vorkommen kann.

Wir sind seit 2 Jahren ein Paar, beide in unseren 30ern, voraussichtlich Ende diesen Jahres ziehen wir zusammen.

Wenn wir uns sehen, ist es immer total schön, harmonisch, er ist aufmerksam und liebevoll mir gegenüber und es herrscht große Nähe.

Es sind die Zeiten dazwischen, die mir sehr zu schaffen machen. Mein Freund ist leider (gefühlt) sehr unbeständig.

Das sich regelmäßig wiederholende Muster ist folgendes:

1. Mal ist er tage- und wochenlang durchgehend sehr zugewandt, persönlich, spricht total positiv und begeistert über mich, uns, unsere gemeinsame Zukunft - man merkt dann richtig an seinem Verhalten und seinen Aussagen mir gegenüber, dass er im "Wir-Modus" ist, macht also Zukunftspläne, spricht euphorisch darüber, wie dieses und jenes wird, wenn wir zusammenziehen, uns wiedersehen usw.

Dann ist er plötzlich tage- oder teilweise auch wochenlang (ohne für mich ersichtlichen Grund) distanzierter, unpersönlicher, neutraler, sachlicher - wie ausgewechselt.

Wie soll ich das beschreiben: es ist dann zwar nicht so, dass er sich ABwendet - er meldet sich auch weiterhin regelmäßig.

Er wendet sich mir aber auch nicht mehr ZU - soll heißen, er redet und verhält sich dann so, als wäre ich nicht seine Freundin, sondern irgendeine neutrale Bekannte. Nüchterne, sachliche Abrisse seines Tages. Keine "Wir"-Aussagen mehr. Kein liebevolles Wort, also nichts, woran ich merke, dass er mich als Freundin sieht. Sehr neutral eben, teilweise auch distanziert.

In den Phasen ist es dann fast so, als ob es seine Aussagen in den Wochen zuvor nie gegeben hätte. Unwichtig bin ich ihm dann zwar nicht, aber gefühlsmäßig kommt von ihm dann wirklich gar nichts.

2. Mal antwortet er auf meine Nachrichten, dann kommt es vor, dass er nicht auf eine Nachricht reagiert.

3. Bei den Anrufen bzw der Meldefrequenz ist es ähnlich. Wir haben feste Telefontermine über die Woche hinweg. Auch hier gibt es Phasen, in denen er sich täglich meldet, entweder, wenn es bei ihm irgendwelche persönlichen Neuigkeiten gibt oder um zu hören wie es mir geht oder einfach weil er wissen will, wie mein Tag war.

Dann wiederum gibt es Wochen, in denen er sich 2 Tage lang überhaupt nicht meldet und ich nichts von ihm höre (und ich das Gefühl habe, er denkt nicht an mich und vermisst mich nicht.

Natürlich ergreife auch ich von mir aus mal die Initiative. Wenn ich ihn jedoch von mir aus kontaktiere

- antwortet er entweder in solchen Phasen, allerdings sehr sachlich und unpersönlich, z.B. "Hallo X, [Information zu seinem Tag oder zu einem besprochenen Thema], bis morgen, Y."

- oder aber er antwortet wie gesagt auch mal überhaupt nicht

- bzw. vermittelt mir den Eindruck ihn zu stören und zu nerven (telefonisch).

4. Wenn er mir z.B. etwas erzählt und ich nicht sofort verstehe, worauf er hinauswill, ist seine Reaktion in der "guten" Phase so: "Du hast das nicht richtig verstanden, ich erkläre es gerne nochmal."

In der "schlechten" Phase hingegen bekomme ich in einem gereizten, fast schon aggressiven Ton zu hören: "Mein Gott, verstehst du denn nicht, was ich sagen will. Anscheinend nicht." und dann erfolgt eine genervte Erklärung.

In der "Tiefphase" ist er also bestenfalls neutral - schlechtestenfalls genervt und gereizt, man hat den Eindruck, es ihm nicht recht machen zu können und als Freundin komme ich mir dann auch nicht mehr vor. Es ist fast so, als hätte er 2 Gesichter.

All das wiederholt sich in regelmäßigen Abständen, also es ist jetzt nicht so, dass er vorher durchgehend anders war und nun so langsam das Interesse verliert.

Es ist mehr ein Hoch und Runter, hoch und runter, hoch und runter.

Irgendwo kenne ich ihn also so, aber ich hatte immer gehofft, dass sich diese Schwankungen irgendwann geben würden. Stattdessen wird es gefühlt immer schlimmer. Die Hochphasen werden immer kürzer. Waren es früher mal 1 oder 2 Tage, in denen er kürzer angebunden, neutraler war, sind es inzwischen gerne mal ein paar Wochen.

Am besten kann man es vielleicht so ausdrücken: mal läuft es tage- und wochenlang gefühlt total super - er meldet sich täglich, ist in seinen Äußerungen und seinem Verhalten hochgradig zugewandt, verbindlich und fast schon überschwänglich.

In diesen Momenten fühle ich mich sehr geliebt, bin glücklich und hoffe dann jedes Mal, dass das (endlich) so bleibt, anhält.

Und dann kommt wie aus dem Nichts ein plötzlicher Bruch - er ist dann plötzlich von einem Tag auf den anderen unverbindlich und distanziert, obwohl ich mich nicht anders verhalte als in den Wochen vorher, in denen er begeistert, zugewandt, persönlich war und auch sonst nichts vorgefallen ist, das es plötzlich erklären könnte.

In solchen Phasen zerbreche ich mir dann den Kopf, was denn plötzlich passiert ist, was ich falsch gemacht haben könnte, ob er plötzlich Zweifel bekommen hat, nicht mehr will - bis zur "Erlösung".

Mich verunsichern diese Schwankungen ehrlich gesagt sehr, emotional ist es für mich ein ziemliches Auf und Ab, ein ständiges Wechselbad der Gefühle, weil ich an seiner Euphorie der "Hochphase" "klebe", die mir in der "Tiefphase" dann fehlt.

Und ich merke, wie mich dieses ständige Hin und Her, dieses sich regelmäßig wiederholende Pendeln zwischen "Begeisterung/Interesse" und "Distanzierung/Neutralität" so langsam zermürbt.

Ich frage mich, ob dies einfach grundsätzlich seine Persönlichkeit ist (damit könnte ich noch eher umgehen, weil ich es dann nicht persönlich auf mich beziehen müsste) - oder ob es an mir liegt. Ob er also bei seiner "Traumfrau" nie riskieren würde ihre Nachrichten mal zu ignorieren, nicht komisch und distanziert wäre, sich gerne von sich aus täglich bei ihr melden würde, ihr ständig Liebesbekundungen machen würde usw.

Ich fange also an es persönlich zu nehmen und bekomme so langsam Selbstzweifel.

Am liebsten würde ich mal seine Ex-Freundin kontaktieren, mit der er vor 8 Jahren viele Jahre zusammen war und über die er sehr positiv gesprochen hat. Wenn sie bestätigen würde, dass er bei ihr zeitweise auch so war, könnte ich es einfach weniger persönlich nehmen und es für mich als "so ist er halt" einordnen. Ich könnte dann einfach besser damit leben, weil es nichts mit mir persönlich zu tun hätte.

Aber so stelle ich mir halt wie gesagt die Frage, ob er mir gegenüber nur so ist, weil ich einfach nicht die "Traumfrau" bin, ob er seine Ex-Freundin wertschätzender (bzw. durchgehend wertschätzend) behandelt hat und ob er bei einer anderen (in seinen Augen tolleren?) Frau ein anderes Verhalten an den Tag legen würde.

Ich werde sie natürlich nicht kontaktieren, aber soweit nagt das alles schon an mir.

Mit ihm darüber zu sprechen bringt jedoch denke ich nichts. Es würde lediglich dazu führen, dass er sich dann aus Druck und Pflichtbewusstsein meldet oder bestimmte Worte sagen würde und nicht, weil es ihm selbst wirklich ein Bedürfnis ist. Das kommt dann irgendwie nicht von Herzen.

Ich bin mir zudem auch nicht sicher, ob ich das überinterpretiere oder ob das alles einfach völlig "normale" Schwankungen in einer Beziehung sind. Deshalb würde mich interessieren, wie das bei euch in der Beziehung ist bzw. wie ihr das einschätzt.

Danke.

05.04.2020 02:21 • x 3 #1


T4U

T4U


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Zitat von Kaylee34:
Und dann kommt wie aus dem Nichts ein plötzlicher Bruch -

Hast du ihn aus dieses Verhalten schon mal angesprochen?

Ich finde das nicht normal

05.04.2020 06:26 • #2



Schwankungen und Distanzierung des Partners normal?

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Kummerkasten007

Kummerkasten007


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Zitat von Kaylee34:
voraussichtlich Ende diesen Jahres ziehen wir zusammen


Von wem geht das aus? Und wer zieht wohin? Wie lange ist das schon geplant?

05.04.2020 06:58 • #3


SweetCookie

SweetCookie


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@threadstarterin: Die Frage ist doch: Was willst du mit so jemandem? Warum nicht jemand normales ohne Fernbeziehung und zu analysierende Probleme? Ihr klingt beide nicht stabil, wenn es um Beziehungen geht. Da du aber nur dich ändern kannst und nicht ihn - er hat schließlich nicht für dich zu funktionieren - ist dein Monolog über deinen Nochpartner zwar umfangreich, aber wenig zielführend. Analysiere dich doch bitte mal im gleichen Atemzug...ich denke, da solltest du weiterkommen und by the way:: ihr braucht nicht zusammen zu ziehen. Das funktioniert schon jetzt nicht.

05.04.2020 07:28 • x 1 #4


Jane_1

Jane_1


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Guten Morgen Kaylee,

danke, dass du so klar beschrieben ist, wie es aus deiner Sicht in eurer Beziehung aussieht.

Guter Zeitpunkt zudem, denn solche Zweifel sollten vor einem Zusammenziehen geklärt werden. Ich würde das natürlich ansprechen.
Kennst du Freunde von ihm, verhält er sich ihnen gegenüber auch so wechselhaft?

05.04.2020 09:22 • x 1 #5


Lilli70

Lilli70


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Das Ganze funktioniert überhaupt nur, weil es eine Fernbeziehung ist. Damit kommt er noch klar. Ich will nicht hoffen, wenn ihr zusammen zieht, dass es dann nach 4 Wochen vorbei ist. Er ist sehr ambivalent. Schau dir das genau an. Ganz liebe Grüße!

06.04.2020 17:08 • x 2 #6


Nemator


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Also ich hatte ein Jahr eine Fernbeziehung (München, Ansterdam, beide damals 29jahre alt) wir waren danach elf Jahre zusammen und haben zwei Kinder. Vor 1,5jahren haben wir uns leider getrennt.

In der Phase der Fernbeziehung waren wir beide sehr darauf bedacht, immer Nähe, Sicherheit und vertrauen zu vermitteln. Wir sind beide keine Fernbeziehung-Menschen und für jeden von uns gab es genug Verlockungen, dass wussten wir beide. Aber wir haben uns einfach sehr geliebt und keiner von uns hat nur den geringsten Zweifel aufkommen lassen.

Wir haben uns beide voll darauf eingelassen, jeden Tag/Abend lange telefoniert und uns ständig geschrieben. Wir hatten uns aber auch immer viel zu sagen. Wenn man so sehr verliebt war wie wir ging das auch ganz leicht, natürlich und sehr offen.

Wenn sie sich damals so verhalten hätte, wie du es beschriebst, hätte ich das nicht gepackt. Das vermissen hat gereicht, wenn es dann noch Drama gegeben hätte, hätte es mich genervt.

Es ist schwer das am Telefon zu besprechen, und wenn man sich endlich sieht will man die wenige Zeit die man hat nicht mit zweifeln vermiesen.

Ich würde cool bleiben und sehen, ob sich das zusammenziehen ergibt.

07.04.2020 17:01 • x 2 #7


Arnika

Arnika


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Du kannst dir sicher sein, dass das nichts mit dir zutun hat. Er ist so, ob man das jetzt pathologisieren möchte oder ihn als schwer launischen Menschen bezeichnen, tut an sich nichts zur Sache. Klar ist, ändern wird er sich nie, auch nicht, wenn ihr dann doch mal zusammen wohnt - eher im Gegenteil. Ich würde mir an deiner Stelle sehr gut die nächsten Schritte überlegen mit ihm. Mal einen Tag herumzicken, weil einem die Laus über die Leber gelaufen ist, gut, das kennen wir wohl alle. Aber wochenlang? Würd ich nicht mit mir machen lassen, ganz ehrlich.

07.04.2020 18:25 • x 4 #8


Merilin


Ich finde du übertreibst...man muss doch nicht jeden tag melden und telen!

07.04.2020 18:44 • x 1 #9


Begonie


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Ich will ja nicht unken, aber es würde mich nicht wundern, dass er kalte Füße bekommt, wenn ein Zusammenzug ansteht.
Er ist instabil und unberechenbar in seinem Beziehungsverhalten. Er setzt Dich einem Wechselbad der Gefühle aus. Von Wohlfühltemperatur geht es in eisige Gletscherspalten, aus denen Du heraus kommst, wenn er sich wieder zugewandter zeigt.

Du reagierst auf ihn, aber Du agierst zu wenig. So geht man nicht mit mit einer Person um, mit der man eine Beziehung hat.
Du hältst das aus, analysierst, hinterfragst und stehst Ängste aus. Ratlosigkeit und Aussichtslosigkeit zermürben.

Du investierst mehr an Emotionen und in Kontakt als er.

Du weißt nie, wie er gerade drauf ist und wann die nächste schlechte Phase kommt.

Du fragst Dich, ob das in seinem Wesen liegt oder ob es mit Dir zu tun hat und er Dich abweist oder übergeht, weil Du ihn gerade nervst. Das ist unerheblich. Wichtig ist, was Du fühlst. Wichtig ist, dass Du das aushalten musst. Und das wird von einem Wechsel von Fern- auf Nahbeziehung nicht besser.

Du nimmst zu viel hin, weil Du nicht weißt, was Du tun kannst, um Deine bescheidene Lage zu verbessern, ohne ihn mit etwas zu konfrontieren. Du gibst klein bei und suchst nach einer Begründung für sein Verhalten.

Das mit dem wird mit ziemlicher Sicherheit nichts. Ihr habt schon jetzt ein Ungleichmaß der Kräfte und ein Machtgefälle zu seinen Gunsten.

Überlege Dir gut, ob Du das Thema Zusammenzug verfolgen willst. Das ist doch keine Beziehung, wie Du sie Dir wünschst. Untergrabe nicht Deine Wünsche und Ansprüche an eine Beziehung. Du gibst klein bei und das wird sich noch verstärken.Er lebt seine wechselnden und instabilen Befindlichkeiten rigoros und empathielos aus und schiebt Dich dann auch bedenkenlos weg. Bedeutet, Du bist ihm nicht allzu viel wert, außer er hat gerade mal wieder seine romantische Phase, von der Du nicht satt wirst.

Solltest Du zu ihm ziehen wollen, lass es sein. Gib nicht Dein Leben und Dein Umfeld auf, denn Du weißt nicht worauf Du Dich einlässt. Es gibt viele ähnliche Geschichten. Frau zieht zu Mann, verlässt ihr Umfeld, vernachlässigt alte Kontakte und steht irgendwann in einer fremden Stadt vor einem Scherbenhaufen. Ihm zuliebe hat sie ihr altes Leben abgelegt und kein neues in der neuen Stadt aufgebaut, denn da war ja er und die Beziehung.

Deine Zweifel an der Qualität der Beziehung sind berechtigt. Er wird sich nicht ändern, weil er so ist. Er war auch zu seinen früheren Freundinnen so, egal was er jetzt sagt. Denn oft klaffen Selbstwahrnehmung und Außenwahrnehmung weit auseinander. Es ist auch nicht von Bedeutung, ob er da auch so war. Aber es ist von Bedeutung, was Du fühlst und was Du an negativen Emotionen wegen ihm aushalten musst. Allein das sollte für Dich zählen und das ist eine ganze Menge und kann Dir auf Dauer noch viel mehr zusetzen. Du bist doch kein Spielball, mit dem er umgehen kann wie ihm gerade ist. Du nimmst zu viel hin und lässt Dir zu viel gefallen.

Bei einem Mann zählen nicht rosarote Worte, sondern Taten. Schau die Taten an und Du weißt Bescheid.

Begonie

07.04.2020 19:25 • x 5 #10


Kaylee34


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Danke für all eure Antworten.

Begonie, du triffst es haargenau auf den Punkt: ich weiß nie, wie er gerade drauf ist und wann die nächste "schlechte" Phase kommt.

Man achtet deshalb auf jede Kleinigkeit, jedes Indiz, jedes Wort, jede veränderte Stimmung, passt sich der jeweils anstehenden Stimmung an, damit er nicht genervt / gereizt ist.

Deshalb kann ich auch nie abschalten - nicht mal mehr in den Momenten, in denen tatsächlich alles in Ordnung ist, weil ich ständig in der Befürchtung lebe, dass die guten Momente nur vorübergehend sind.

Und so ist es ja letztlich auch. Immer wieder tritt dieser plötzliche "Bruch" auf.

Heute war wieder so ein Beispiel.

Heute habe ich mal "agiert", wie du so schön sagtest. Nicht, weil ich hier gelesen habe, sondern weil heute mal wieder einer dieser Tage war.

Mich würde interessieren, ob ich aus eurer Sicht hier überreagiert habe.

Hintergrund: Letzte Woche antwortete er auf all meine Nachrichten, rief fast täglich (außer einen Tag) an um mit mir zu sprechen, sprach über die Zukunft und dass Corona hoffentlich bald vorbei ist ... gefühlt lief alles super.

Gestern antwortete er auch noch auf meine Nachricht, rief an - es war bis gestern also alles in Ordnung, sozusagen wieder die "gute" Phase.

Nicht dass hier ein falscher Eindruck entsteht: ich schreibe ihm nicht täglich belanglose Nachrichten. Meistens schreibt er, manchmal auch ich, wenn es zu einem zwischen uns besprochenen Thema interessante Informationen gibt.

Heute schickte ich wiederum eine aus meiner Sicht sehr interessante neue Information zu einem Thema der letzten Woche: keine Reaktion.

Gerade weil er erst gestern noch und die letzten Wochen auf ähnliche Nachrichten auch zumindest kurz geantwortet / reagiert hatte - und teilweise sogar angerufen hatte - machte ich mir direkt Sorgen und zerbrach mir den Kopf, ob ich vielleicht etwas Falsches gemacht oder gesagt haben könnte.

Ich war einfach verunsichert, weil es die letzten Tagen und Wochen ja auch anders war. Warum ist es heute schon wieder anders als die letzten Tage - und das ohne offensichtlichen Grund? Ich zerbreche mir dann jedes Mal den Kopf, ob es an mir liegt, ob ich plötzlich etwas falsch gemacht habe...

Ich rief ihn also (zum ersten Mal seit Wochen) von mir aus an.

Bei meinem Anruf klang er nicht so begeistert (genau deshalb ergreife ich auch selten die Intiative). Er meinte, er hatte gelesen, ja, er hätte antworten können, vielleicht hätte er später noch geantwortet, wirklich relevant fand er meine Nachricht nicht unbedingt....

Ich hätte es dabei belassen können, aber ich sagte heute, dass ich mir Sorgen gemacht hatte, ob etwas nicht stimmt, weil er die letzten Tage auch immer geantwortet hatte (bisher hatte ich nichts dazu gesagt) und habe auch ein paar Beispiele aufgezählt.

Daraufhin meinte er, das sei doch totaler Quatsch, nur weil wir die letzten Wochen viel in Kontakt waren, heißt das nicht, dass etwas nicht stimmt, wenn er sich mal nicht meldet oder nicht antwortet.

Sachlich betrachtet mag das ja korrekt sein, aber ich sage mir wiederum: gerade weil die letzten Tage, Wochen anders liefen, ist es dann irritierend, wenn jemand von einem Tag auf den anderen nicht mehr reagiert. Eine kurze Antwort zu tippen kostet doch nur eine oder zwei Minuten und gerade in einer Beziehung sollte man den anderen doch nicht ignorieren? (Diesen Teil sagte ich ihm nicht, es sind nur meine Gedanken dazu.)

Er klang auch ziemlich distanziert, kühl, genervt, wir sprachen dann noch eine halbe Stunde über andere Dinge und zum Schluss verabschiedete er sich ebenfalls recht kühl (und sehr abrupt) und meinte, er würde sich morgen melden.

Ich habe nun die Befürchtung, dass ich durch meinen Anruf alles "schlimmer" gemacht habe. Meine Art war vielleicht blöd in dem Sinne, dass ich nicht diese Beispiele der letzten Tage hätte aufzählen sollen, in denen er sich gemeldet hatte, weil das vielleicht als Druck, Vorwurf ankam.

Wie seht ihr das Ganze?

07.04.2020 23:36 • #11


Lilli70

Lilli70


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Ach Mensch, wer hat darauf denn Lust? Ich bin mit meinem Mann 22 Jahre zusammen. Da gibt es Zoff, na klar. Aber, dass bringt und nicht auseinander. In einer beständigen Beziehung musst du dich das gar nicht fragen. Ich muss mich doch nicht ständig hinterfragen, war das jetzt richtig? Da würde ICH wahnsinnig werden. Sorry, aber er hat dich gut im Griff ! Sei doch mal überzeugt von dem wie du es haben möchtest, und bleib dabei! Liebe Grüße!

08.04.2020 00:18 • x 5 #12


Kaylee34


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Zitat von Begonie:
Es ist auch nicht von Bedeutung, ob er da auch so war.


Warum meinst du, dass das nicht von Bedeutung ist?

Wenn er sich bei JEDER Frau so verhalten würde, wüsste ich einfach, es liegt nicht an mir.

Ich könnte solche "Schwankungen" dann einfach leichter ertragen, weil ich es nicht persönlich auf mich beziehen müsste.

08.04.2020 00:46 • #13


Lilli70

Lilli70


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Ey Frauen, wer lässt sich denn so behandeln? Du machst da einen Eiertanz, ich würde ihn auslachen. Wie kannst du das ernstnehmen? Sei doch mal zickig, wütend, seine Art geht dir auf den Sack! Du überlegst, ob du nicht reflektiert genug warst . Darum macht der sich keinen Kopf. Schlicht, wie er ist. Der brauch ne klare Hand! Liebe Grüße!

08.04.2020 01:00 • x 4 #14


Catalina

Catalina


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Ich kann verstehen, dass dich sein Verhalten verunsichert, diese Ambivalenz ist schwer auszuhalten. Zudem traust du dich anscheinend nicht mal, mit ihm über deine Sorgen und Gefühle zu sprechen. Heute hast du endlich einen Anlauf genommen und er hat dich einfach abgebügelt, dich gar nicht ernst genommen.

Ich kann mir richtig vorstellen, wie du ständig auf rohen Eiern läufst, um nur ja nicht wieder eine seiner Phasen auszulösen. Allerdings glaube ich nicht, dass du darauf überhaupt irgendeinen Einfluss hast. Du sagst ja selber, dass es keine erkennbaren Auslöser gibt.

Ich würde ihm an deiner Stelle allerdings ganz offen sagen, wie du sein Verhalten wahrnimmst und was das mit dir macht. An seiner Reaktion wirst du ja dann sehen, wie er zu dir steht. Wenn er wieder so reagiert wie bei dem Gespräch heute, kannst du ihn abhaken. Mit so jemandem kann man keine stabile und zufriedene Partnerschaft führen.

Zitat von Kaylee34:
Ich könnte solche "Schwankungen" dann einfach leichter ertragen, weil ich es nicht persönlich auf mich beziehen müsste.

Warum willst du etwas "ertragen", was dir nicht gut tut? Möchtest du nicht viel lieber eine Beziehung, in der du dich sicher und geborgen fühlen kannst und nicht ständig einen Eiertanz aufführen musst, um deinen Partner bei Laune zu halten?

08.04.2020 01:06 • x 2 #15



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