Zitat von Arnika:Liebe @begonie, ich schätze deine Beiträge hiersehr. Aber zu deiner etwas rührseligen Kindheitsstory deines Ex möchte ich etwas anmerken: Kaum jemand meiner Kindheitsfreunde hatte eine andere Kindheit. Meine und die vieler anderer war eigentlich sogar schlimmer. Es sind trotzdem nicht alles Ars...öcher aus uns geworden. Es muss für mich auch mal ein Ende finden, jeden Vollhorst dieser Welt damit entschuldigen zu wollen, weil der arme kleine Bub mit den großen Kinderaugen nicht ununterbrochen verhätschelt wurde. DAS ist nämlich das Problem. Dass viele Frauen meinen, jeden Volldillo entschuldigen und verhätscheln ...
Damit geb ich Dir absolut Recht Eine verkorkste Kindheit ist kein Freibrief, denn jeder trägt Verantwortung für sich und sein Leben. Und so sollte es auch nicht rüberkommen.
So ein A... war er gar nicht, aber einfach unfähig eine Beziehung zu leben und zu halten. Was ich heute durchaus sehe, ist, dass er des öfteren unaufrichtig war und außerdem feige. Wenn es brenzlig wurde, machte er sich vom Acker, aber oft auch still und leise.
Das ist kein Stil und dafür gibt es keine Entschuldigung.
Er ist beruflich erfolgreich und hat ein freundliches Wesen, solange er den Schafspelz trägt. Aber sein Beziehungsleben war eine Aneinanderreihung von erfolglosen Versuchen.
11 Jahre (unfassbar lange für ihn) mit einer Kollegin liiert. Die bauten sogar ein Haus zusammen. Das hielt nur so lange, weil er immer seine Fluchtpunkte hatte. Er baute die EDV in seinem Betrieb erfolgreich auf und saß dann nur noch vor seinem PC. Wochenende? Die Arbeit war wichtiger und außerdem viel schöner als eine Unternehmung mit der Freundin. Gemeinsame Urlaube - Fehlanzeige. Er hatte angeblich keine Zeit.
Dann bauten sie ein Haus und er hatte einen neuen Fluchtpunkt: Baumarkt und Baustelle.
Haus fertig: er zog aus und trennte sich.
Dann zwei Jahre heimliche Affäre mit seiner Chefin. Die Beziehung beendete er eigentlich nicht, er zog sich nur zurück. Als sie nachfragte, sagte er endlich, was los ist. Verliebtheit vorbei, keine Beziehung mehr. Sie weinte, was sonst.
Dann zwei Jahre "Freiheit", wo er sich für meinen Geschmack komische Freunde zulegte. Die waren alle zu jung für ihn und waren halbe Outsider mit Wohnsitz in einem Bauwagen. Naja, weniger mein Geschmack. Ich lernte sie auch nicht kennen.
Dann die 14 Monate mit mir. Diese Beziehung beendete er per Mail. War bequemer so. Ich hatte noch ein paar Dinge bei ihm, zum Glück nichts Wertvolles, aber er schickte sie mir nicht zurück. Das war auch keine feine Art. Ich habe ihm eh viel zu viel geschenkt und mit Geschenken hältst Du keinen Mann. Wie kann man nur so blöd sein? Aber wenn Du in der Mühle drin bist, dann greifst Du zu Mechanismen, über die Du später nur noch Deinen Kopf schüttelst.
Das ist Gott sei Dank Geschichte. Und heute habe ich ganz was Anderes daheim. Einen manchmal langweiligen, aber beständigen, ehrlichen und treuen Mann, der zu mir steht. Ein echtes Goldstück, das ich lange nicht richtig honorierte, aber ich lernte es, zu honorieren. Was hilft mir ein schillerndes Exemplar, das nur Probleme macht und seine destruktiven Verhaltensweisen auf meine Kosten auslebt?
Begonie