Hallo liebe @Fünzigundmädel,
Man kann aus deinen Zeilen deutlich erkennen, wie frustriert du bist, da kochen starke Emotionen hoch. Es tut mir leid, dass du in dieser Situation bist.
Ich bin generell eher rational unterwegs, was aber nicht bedeutet, dass ich deine Gefühle nicht nachempfinden kann. Aber was bringt es dir, wenn ich dich bestätige und schreibe "das ist ganz furchtbar, würde ich nicht mitmachen"? Stattdessen kann dir vielleicht eine objektive Betrachtung neue Blickwinkel eröffnen, oder dir bei der Kommunikation mit deinem Mann helfen, denn die Kommunikation zwischen euch ist..... na ja, sagen wir suboptimal 😉.
Ich gehe davon aus, dass dein Gatte Gründe hat, sich so zu verhalten, wie er sich verhält. Menschen tun selten etwas ohne Grund, punktuell schon, aber nicht längere Zeit.
Als Außenstehende bringt überhaupt nicht, über diese Gründe zu spekulieren, denn die Wahrscheinlichkeit, dass ich die "echten" erkenne, ist äußerst gering. Abgesehen davon geht es hauptsächlich darum, dass du deinen Mann kennenlernst, seine Belange, Wünsche und Einstellungen. Spekulationen würden dich eher daran hindern, weil sie dir vermitteln, du würdest ihn kennen, während du voll im Dunkeln tappst.
Also wende ich mich eher dir zu, hätte er hier geschrieben, dass die neue Stelle ihn übermäßig viel kostet und seine Frau nervt, hätte ich mich mit seinen Belange befasst.
Du klingt, als würde er dich davon abhalten, wirklich zu leben. Freizeitgestaltung, soziale Kontakte, Feten, Zeit mit Enkelkinder verbringen, Urlaub machen, genießen etc.
Jetzt eine ganz einfach Frage, womit verhindert er das? Was würdest du alles tun, wenn es ihn nicht gäbe und du jetzt nicht tun kannst? Ist das herausgefunden, dann würde ich mich mit der Warum-Frage befassen. Wodurch behindert mich seine Abwesenheit, X, Y zu machen? Was bräuchte ich Wirklich von ihm. Alle nice to haves weglassen. Und auch nicht, was du gerne hättest, sondern was du brauchst.
Das Haus ist genauso groß auch ohne ihn und muss geputzt werden. Der Garten erfordert genau so viel Pflege auch ohne ihn. Wenn du genau hinschaut, wirst du vielleicht entdecken, dass dieser Eindruck, dass er dir was weg nimmt, nicht so ganz stimmt.
Es kann gut sein, dass du dennoch erkennst, dass du gar keinen Bock mehr auf ihn hast. Das wäre auch voll ok. Aber entweder tun dich die gemeinsame Jahre, die Kinder und alles, was ihr sonst noch so zusammen geschafft habt, Verbundenheit mit ihm spüren, oder nicht. Dann spricht doch gar nichts dagegen, getrennte Wege zu gehen. Aber nicht in Groll und nicht aus dem Affekt.