@Brightness2 Hi, ich muss das wohl mal ein bisschen auseinanderstrippen.
Mir fehlt ALLES. Zuallererst mein Mann als Partner, die Gemeinsamkeit, das Miteinander, Freizeit,..
ABER: hinzu kommen nun mal Verpflichtungen für jeden von UNS, die halt da sind und vor dem Job schon da waren, und die einer allein gar nicht bewältigen kann (und auch nicht sollen müsste). Wir hatten beschlossen, gewisse "Aufteilungen der Aufgabengebiete" (Haushalt, Grundstück, kleine gemeinsame Firma) vorzunehmen, und nun ist das einfach einseitig aufgehoben? Ergo er hat jetzt leider keine Zeit mehr, da kann ich das dann alles allein übernehmen, aber ich habe auch viel zu tun und leide nicht unter Langeweile. Und ich SCHAFFE es nicht. Haushalt, Grundstück, meine Firma, unsere Firma, und wo bleibt sein Part dabei?
Ich hatte auch schon vorgeschlagen, dass wir uns für unsere gemeinsame Firma jemanden stundenweise einstellen, das wäre gar kein Problem und vor allem eine Lösung, aber das will er auch nicht, weil er Geld einsparen will.
Ich lebe doch nicht auf einem rosa Einhornponyhof, sondern muss tatsächlich meine Zeit eng durchdacht einteilen, weil ich enorm ausgelastet bin. (Bin grad erkältet und schone mich im Büro 🤭 )
Ich schaff das nicht allein und er zuckt lapidar mit den Schultern und sagt: "Ich habe keine Zeit, das sieht du doch."
UND wenn er unserem Sohn sagt, der solle sich unbedingt ein Haus kaufen, dann aber ABSOLUT für gar nichts mehr Zeit hat, da geht mir schon die Muffe. Es fliegt nämlich alles auseinander und geht den Bach runter, ohne dass in irgendeiner Form eine Verbesserung der Situation in Sicht wäre. Ich kann auch nicht einseitig meine freiwillig übernommenen abgesprochenen Aufgaben kündigen und sagen, dass mir leider dafür zukünftig die Zeit fehlt, weil es nun viel wichtigeres für mich gibt. Und dass das dann eben so ist und er das ja an meiner Stelle übernehmen kann, weil es jemand machen MUSS.
Das macht mir Sorgen. Also nein, ich will nicht seine "Arbeitskraft einfordern", aber es gibt gewisse Vereinbarungen und Aufgabeneinteilungen im Zusammenleben, die nicht einer einseitig kippen kann und dann alles dem anderen aufhalst. Das funktioniert nämlich nicht. Das ist höchst unfair.
Eine Grauzone mit 280 tatsächlich geleisteter Stunden im Monat/Arbeit inkl. 350 Stunden Bereitschaft/Monat? Es gibt Ruhezeiten und Arbeitsschutz. Aber ja, es wäre wohl weniger schlau von mir, daran "rumzufummeln". Das ist eher ein internes Thema zwischen meinem Mann und mir, weil ich versuche, ihm zu erklären, dass es nicht umsonst Arbeitsschutzgesetze gibt.
Er kam heute gegen 4 Uhr morgens zurück, in den 24 Stunden Bereitschaft 18 Stunden auf dem LKW verbracht finde ich "etwas übertrieben" von seinem Arbeitgeber.
Ja, er will es wohl so, und wenn er sich mit der Firma einig ist, dann ist das eben so, da bin ich raus. Ich bin nicht seine Mutter. Und er ist erwachsen genug. Und es wäre übergriffig von mir und ich will das gar nicht.
Trotzdem zuckt das kleine Teufelchen "was wäre wenn" durch meinen Kopf, weil da immer noch seine strikte Behauptung im Raum steht, das wäre eben laut seinem Arbeitsvertrag so. Und ein Gewerbeamt dazu wohl aufklärerisch beitragen könnte, da er mir nicht zu glauben scheint.
Wen in die Pfanne zu hauen, liegt mir aber auch nicht. Leben und leben lassen.
Außerdem geht mir diese Rolle selbst auf die Nerven, ständig zu argumentieren und zu versuchen, ein Quäntchen rauszuholen, wozu er gar nicht bereit ist.
Die 2 Tage Auszeit kommen mir fast so vor wie: "Siehts du, da habe ich ein Alibi, ich will ja, aber nun muss wieder Ruhe sein." Vielleicht ist das unfair von mir, aber die Gedanken schwappen halt hoch.