Ichbleibe-Ich
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Genaugenommen hatten wir von Anfang an Probleme, die wir in lautstarken Auseinandersetzungen angegangen sind. Mit der Zeit ist es entspannter geworden. Wir haben möglicherweise die kritischen Themen auch einfach ignoriert. Aber wahrscheinlich ist damals schon viel bei mir und vielleicht auch bei ihm kaputt gegangen. Es sind die Grundeinstellungen, die sich in verschiedenen Alltagsbereichen zeigen, die einfach nicht wirklich kompatibel sind. Er ist ein paar Jahre älter und eben ein Mann und es kommt immer wieder durch, dass das allein eben schon reichen muss, dass er Recht hat und ich ihm eine gewisse Art von Respekt entgegen bringen muss. Es ist nicht leicht das zu beschreiben, aber es zeigt sich eben z. B. darin, dass er mir gar nicht wirklich zuhört und auch laut wird und wir gar keine Ebene haben, sachlich die Probleme zu besprechen. Ich hatte schon einige Beziehungen und ich hatte nie ein Problem damit. Ich hatte auch noch nie solche Auseinandersetzungen. Ich soll eigentlich in jeder Beziehung hinter ihm stehen. Leider bin ich oft anderer Meinung und wenn ich finde, dass ein Außenstehender Recht hat und er eben nicht, dann sage ich das auch. (Das kommt sogar häufiger vor.)
Ich will nicht zu sehr ins Detail gehen, aber inzwischen kann und mag ich nicht mal mehr hinter ihm stehen. Ich glaube, ich wäre glücklicher ohne ihn. Natürlich schreibe ich jetzt nur von den Problemen. Er kann auch sehr liebevoll sein und er bringt sich durchaus auch ein in die Beziehung durch Dinge, die er für mich tut. Aber wir machen auch fast gar nichts zusammen. Er ist viel erschöpft von der Arbeit und auch kaum belastbar. Alles, was irgendwie Spaß macht, mache ich alleine. Ich gehe alleine ins Theater, ich gehe alleine zum Sport, etc. Freunde haben wir eigentlich auch kaum gemeinsame. Das ist auch noch ein Thema. Wenn ihm gewisse Freunde nicht passen, dann kann ich das im Prinzip gleich vergessen. Es gab z. B. mal eine Freundin, die sich entschlossen hat, alleine ein Kind zu bekommen. Das ging für ihn gar nicht, er hat sie furchtbar schlecht gemacht. Letztendlich habe ich sie einfach nicht mehr getroffen und die Freundschaft ist ausgelaufen. Es ist doch ihre Angelegenheit und ich hätte sie gerne weiter gesehen. Das ist nur ein Beispiel von mehreren.
Zum Teil kann ich durchaus für mich einstehen und vieles ist in dieser Zeit auch besser geworden. Aber ich fürchte, ich komme an meine persönlichen Grenzen und ich kann nicht das Leben führen, das ich gerne möchte. Letztendlich bin ich sowieso allein. Nur eben mit Anhang. Und auf der anderen Seite gibt er mir auch Sicherheit, Struktur und eine gewisse Geborgenheit. Ich bin hin- und hergerissen.
Eure Meinungen und Einschätzungen würde ich jedenfalls gerne dazu hören.