Zitat von nofretete:Womit ich so große Schwierigkeiten habe ist das er nicht mal sich die Mühe gemacht hat eine andere Frau kennen zu lernen sondern die genommen hat die am bequemsten für ihn war .
Es geht hier nicht um "Bequemlichkeit", sondern um Gehorsam gegenüber seinen Eltern. Menschen aus bestimmten Kulturkreisen müssen damit rechnen, von der gesamten Familie geächtet zu werden, wenn sie sich deren Willen nicht fügen, das ist bei seiner Familie nicht anders als hierzulande beispielsweise bei den Zeugen Jehovahs eben auch.
Versuch bitte gar nicht erst, mit der anderen Frau innerlich in Konkurrenz zu gehen. Diese Frage stellt sich gar nicht. Dein Ex hatte nie vor, eine Zukunft mit Dir zu schaffen und so wie Du schreibst, war Dir das auch von Anfang an klar.
Er hat sich für diesen Weg entschieden und ob Du, ich oder irgendwer sonst hier das mit der eigenen Familie anders handhaben würde oder nicht ist völlig irrelevant: Deutschland ist ein freies Land und somit kann er tun, aber eben auch
lassen, was
er will. Also hat er sich von Dir losgesagt - offiziell jedenfalls.
Natürlich ist der familiäre Druck ggfs. enorm, aber so wie auch (indigene) deutsche Kinder mitunter radikal mit ihrem Elternhaus brechen, um ihre Persönlichkeit frei entfalten zu können, so hätte auch er das tun können. Wo steht denn geschrieben, daß dies leichtfallen muß? Fakt ist, daß andere das ebenfalls geschafft haben. Fakt ist allerdings auch, daß dies nicht die Regel ist und er sich somit ganz im Mainstream seines Kulturkreises bewegt.
Ich kann nachvollziehen, daß er sich für das Gegenteil entschied und werde den Teufel tun, ihn dafür zu verurteilen - aber es ist und bleibt nun mal seine freie Entscheidung, ob er im Familienverband verbleiben oder sich davon lossagen will.
Mehr gibt es dazu aus meiner Sicht nicht zu sagen und Dir kann ich nur empfehlen, diese seine Entscheidung zu akzeptieren und mit Eurer Beziehung abzuschließen. Bewahre die Erinnerung an die schönen Stunden, die Ihr offenbar miteinander hattet, aber laß los, leite die Kontaktsperre ein und dann zieh sie auch konsequent durch und orientiere Dich nach vorn, statt retour.
Zitat von nofretete:Bitte was denkt ihr darüber .
Ich denke, daß man sich mit Menschen, bei denen der Rahmen in Sachen Wertvorstellungen und persönliche Lebensziele so überhaupt gar nicht zur eigenen Lebensweise paßt, erst gar nicht erst auf Intimbeziehungen einlassen sollte, da man sich nur die Finger daran verbrennen kann. Außerdem denke ich, daß keine Beziehung es wert ist, sich anschließend so dermaßen beschissen zu fühlen, daß man sich mit einem Hund vergleicht, was das betrifft.
Im übrigen denke ich, daß es wohl keine gute Idee war, sich noch im Trennungsjahr gleich wieder auf eine Festbeziehung einzulassen. Das ließ Dir keine Zeit, die vorherige angemessen zu verarbeiten. Zudem dürfte Dein Blick auf den jungen Mann wohl verblendet gewesen sein, weil Du noch angeschlagen von der vorherigen Beziehung warst, was Dein Urteilsvermögen entsprechend nachteilig (für Dich) beeinflußt hat.
An Deiner Stelle würde ich mir spätestens jetzt mal endlich die Zeit nehmen, die Reise ins eigene Ich anzutreten und diese solange fortzusetzen, bis ich am Ziel angekommen bin: In mir selbst zu ruhen und keine Beziehung zu
brauchen.
Ab da bist Du dann wieder reif für den Partnermarkt und zwar buchstäblich.
