Zitat von Ayaka:hast du schon mal darüber nachgedacht ob du sie nicht unter Umständen mit deiner Harmoniesucht und Unfähigkeit mal klare Ansagen (z.B. kuscheln mit Kollegen vor deiner Nase) quasi provozierst und sie einfach mal Grenzen von deiner Seite aus spüren müsste? Wenn man sich einen Partner auf Augenhöhe wünscht gibt es nichts schlimmeres als jemanden gegenüber zu haben der nicht in der Lage ist einem auch das entsprechende Kontra zu bieten.
entweder sie hat echt eine massive Macke oder du bist ihr nun mal nicht als Partner gewachsen - ich denke so oder so - wie alle anderen - ist es das Beste das klar und endgültig zu beenden (ohne herumgeeiere)
Um ehrlich zu sein denke ich sogar sehr oft, dass ich ihr möglicherweise nicht "gewachsen" bin. Ihre unermessliche Unabhängigkeit und dieses "kämpfen um jeden Funken Freiheit" ist mir wohl einfach zu viel, das ist entgegen meiner Vorstellung einer Beziehung.
Dass ich nach einem Ende nicht mit ihr befreundet sein möchte und keinen Kontakt wünsche habe ich ihr bereits klar gesagt, für mich steht das auch fest, sofern es zu einem Ende kommt.
Und ganz ehrlich... Ja, ich wünsche mir definitiv dass wir uns weiterhin liebevoll begegnen, ich sehe mir zugegebenermaßen die "guten Zeiten" herbei und ergötze mich an jedem Fünkchen Harmonie zwischen uns - das gebe ich zu.
Gleichzeitig, trotz all dem Harmoniebedürfnis, biete ich ihr meines Erachtens genug die Stirn und sage ihr jedes Mal, wenn mir etwas nicht passt.
Dieser Vorfall mit dem Kollegen z.B. war ja auch ein interessanter Konflikt. Mir war damals schon mehr oder weniger bewusst dass er nicht an Frauen interessiert ist, das hat sie dann auch beteuert und gemeint, deswegen war es überhaupt kein Grund zur Sorge.
Mir ging es jedoch um das Prinzip: wieso kuschelt sie vor versammelten Kollegen und Freunden mit einem anderen Mann, lehnt sich an seine Schulter und ignoriert mich, obwohl ich dabei neben ihr sitze?
Das war für mich schlichtweg eine typische Provokation. Umgekehrt würde es sie gewiss auch nervös machen, wenn ich neben ihr sitzend meinen Kopf immerzu an die Schulter einer anderen Frau lehne oder ihren Kopf streichle, wenn sie vor versammelten Freunden neben mir sitzt.
Das gehört sich einfach nicht.
Dennoch... nagt in mir das Gefühl, dass auch mein Selbstwert eine große Rolle in dieser Sache spielt. Vielleicht war es schlichtweg nicht provozierend von ihr gemeint und eventuell verteufle ich sie zu sehr und addiere all die "Kleinigkeiten", was mich so unverhältnismäßig wütend und empfindlich macht.
Wer weiß - vielleicht bin ich ihr in diesem Sinne nicht gewachsen und zu kindlich.
Das Problem ist, dass ich nicht das Gefühl habe mit ihr darüber reden zu können. Vielleicht aus Scham, vielleicht weil ich fürchte dass sie mich nicht versteht. Aber hier ist glaube ich der Knackpunkt - das Gefühl, nicht mit ihr darüber reden zu können, ohne dass daraus ein Streit resultiert.
Mit "Kleinigkeiten addieren" meine ich z.B., dass nach einer schwierigen Prüfung die ich zum 2. Mal nicht bestanden habe einfach überhaupt kein Beistand kam. Kein Trost, keine Sympathie, kein Aufmuntern.
Ist es eigenartig von mir dass mich das enttäuscht? Ich denke nicht. Und solche Enttäuschen summieren sich nun mal - Kleinvieh macht leider auch Mist.