Zitat von ran123:Ich hatte aber oft das Gefühl, ich dürfe bestimmte Dinge nicht sagen, sie allerdings darf alles sagen was sie will.
Genau das ist es ... Bei mir ist es auch so. Wenn ich nicht ganz nach Ihrem Schema handle, ignoriert sie mich. Z.B., indem sie mir einfach stundenlang nicht antwortet und mir in dieser Zeit nichts von ihrem Leben berichtet, mich sozusagen "aussperrt" wie einen Hund und ich 5-12 Stunden auf eine Antwort warten darf, obwohl sie meine Nachrichten gelesen hat ... Und währenddessen ist sie natürlich stetig online, kommuniziert mit anderen Personen und gibt mir das Gefühl, Luft zu sein.
Nicht dass ich dauernd schauen würde... Es gibt Tage da kümmert mich das nicht. Aber an anderen Tagen merke ich einfach, dass sie es absichtlich macht um mir ein bitteres Gefühl zu verschaffen. Und leider klappt das. Mir hilft, wenn ich mir dann vor Augen halte wie kindlich das ist - sowohl von ihr indem sie es tut und kindlich von mir, wenn ich darauf einsteige und mich deswegen gekränkt fühle.
Das Sahnehäubchen ist, dass sie mir vorwirft wir würden nicht mehr so viel kommunizieren. Sie meint, wir reden kaum noch, es gibt keine Verbindung.
Tja: Wie auch, wenn sie mich stundenlang ignoriert? Aber klar, der Fehler liegt natürlich bei mir
Es ist schwierig, dieses Verhalten zu kritisieren weil man damit nur Öl ins Feuer gießt.
Und sind wir mal ehrlich... Man holt sich schnell das Prädikat "zu needy". Jedoch schreibe ich ihr genau 1x, frage nicht mehrmals dieselben Dinge und frage sie schon gar nicht, wieso sie denn nicht antwortet. Und ich rufe sie erst recht nicht an, wenn sie mich ignoriert. Insofern mache ich nicht viel falsch, bin nicht "nervig" oder sonst etwas. Dabei denke ich mir: Wenn ihr wirklich etwas an der Kommunikation zwischen uns liegen würde, dann wäre es ein Leichtes mir ganz einfach zu antworten. Dann würde sie mich nicht ignorieren, während sie ganz offensichtlich mit anderen Menschen kommuniziert. Und 12 Stunden später tut sie einfach so, als wäre nichts gewesen. Sendet mir Küsschen, fragt mich ob ich einen schönen Tag gehabt habe ... Ist doch einfach nur verkehrt. So als würde sie gerne in Erfahrung bringen, ob es mich denn gestört hat dass sie so still war. Wäre ja noch schöner, wenn ihr das Bestätigung gibt ... Was vermutlich gar nicht mal so weit hergeholt ist.
Zitat von ran123:Es wurde so dargestellt, dass ich etwas falsch gemacht habe, wir konnten nicht objektiv darüber reden.
Das würde ich sofort unterschreiben. Mir kommt es so vor als würde sie mich kritisieren, wann immer ich es wage sie zu kritisieren - obwohl sie sich ganz offensichtlich nicht liebevoll verhält und mir auf die Füße tritt. Traurig.
Zitat von Angi2:Was tut sie denn deiner Meinung nach aktiv dazu, dass du dich klein fühlst?...Sie sieht deiner Meinung nach nur umwerfend aus, mehr tut sie doch nicht.
Warum müssen immer andere schuld sein, wenn man sich selber nicht gut fühlt?
Unter Anderem wegen dem obigen Thema. Da gibt es so viele andere Themen, die ich hier (viel zu oft und lange) beschrieben habe. Kurz gesagt handelt sie einfach einer gesunden Beziehung nicht würdig und ich Idio t lasse es mir gefallen und suche einfach Kraft, um dem Ganzen ein Ende zu setzen oder mehr innere Kraft, um bei mir zu bleiben und dieser "Beziehung" (im jetztigen Zustand sind die Gäsnefüßchen leider notwendig, obwohl ich mir wahrhaftig wünsche dass sie es nicht sind) nicht so viel Bedeutung zu geben.
Zitat von YsaTyto:Du versuchst durch dieses ewige Gerede Deine unglücklichen Gefühle MIT ihr zu lösen, scheinst da sehr symbiotisch unterwegs zu sein.
Natürlich muss man als Paar Konflikte besprechen und möglichst lösen, aber wenn man nicht auch bei sich selbst ist, sich immer nur gut fühlt, wenn man durch den Partner erlöst wird, ist man abhängig. Und das bist Du. Ein Abhängiger kann noch so viel reden, der Partner nimmt genau wahr, wie die Dinge stehen. Und nutzt das übrigens nicht unbedingt bewusst aus. Ich nehme schon an, dass sie einen Dachschaden hat, es ist aber auch gut möglich, dass sie Dich unbewusst provoziert, damit Du Dich nicht so symbiotisch verbeißt. vielleicht will sie ein starkes Gegenüber, keine Verschmelzung.
Du triffst einen sehr, sehr wunden Punkt. Und ich finde, dass viel Wahrheit in deinen Worten steckt - erschreckend viel. Nach all der Zeit muss ich einfach eingestehen, dass sie noch nicht so weit ist. Sie und ich - wir sind beide irgendwo emotional stecken geblieben; da sind einige narzisstische Wunden im Verborgenen wie man so schön sagt. Glaubt mir, ich bin mir vollends bewusst dass ich auch einen "Dachschaden" habe und arbeite mit aller Kraft daran, auch wenn es schwer und zermürbend ist.
Bei ihr ist das noch nicht so, sie fühlt sich wohl in ihrer Haut und empfindet ganz offensichtlich noch nicht genug Leidensdruck um irgendetwas daran ändern zu wollen. Vor allem wird das nie der Fall sein, wenn sie einen Trott*l an der Seite hat, der ihr wie ein gefügiger Hund folgt und all Das treu mitmacht. Ich fürchte auch, dass sie diesen Dingen gegenüber viel zu abweisend ist. Why change a running system? Wenn's nicht passt, dann wird der Partner getauscht ... Dass sich das Ganze wiederholt wird ihr vermutlich nach dem 4. oder 5. Mal auffallen. Immerhin hat sie schon offen eingestanden, dass es nicht an mir sondern an ihr liegt ... Dass sie anderen Männern gegenüber auch so wäre, weil mit ihr etwas nicht stimmt und sie sich als "beziehungsunfähig" betrachtet. So schrecklich es auch klingt, aber das finde ich in Ordnung. Ihre Offenheit weiß ich zu schätzen, und wenn ich kann... greife ich ihr liebevoll unter die Arme. Es muss nur eben dort aufhören, wo es weh tut.
Diese Gratwanderung muss ich noch lernen.
Zitat von Angi2:Fang endlich mit der Fehlersuche bei dir an, statt dich auf andere zu stürzen.
Das mache ich bereits seit einiger Zeit. Es ist bloß schwierig wenn man mit jemandem zusammen ist, der - genauso wie man selbst - emotional nicht ganz dem Alter entsprechend agiert, und deswegen die eigenen Ängste immerzu befeuert. Schlimmer wird's, wenn man die Ängste welche im Gegenüber verborgen sind schürt und sich gegenseitig in einen Teufelskreis manövriert ...
Zitat von KölscheJung:Irgendwann muss Man(n) einfach auch seinen Worten, Taten folgen lassen... Das ist Deine Aufgabe und solange Du nur herumredest wirst Du nie ein ernstzunehmender Mann sein. So einfach ist das.
Was würde ein "ernstzunehmender Mann" deiner Meinung nach tun? Den Spieß umdrehen, mit "Psychospielchen" daherkommen und ihr Selbstwertgefühl zerschmettern? Schlichtweg mit ihr Schluss machen, das Handtuch werfen und ihr den Riegel vorschieben? Kontaktabbruch?
Denk bitte mal ernsthaft darüber nach, bevor du solche Ratschläge gibst. Ich meine das nicht böse, sondern ich bitte dich wirklich aktiv nachzudenken wie du agieren würdest weil dein Ratschlag nicht sehr konstruktiv ist.
Versuch dich vielleicht mal in meine Lage zu setzen: dieser Mensch ist dir unsagbar wichtig, dir liegt sehr viel am Wohl dieser Person und du liebst diesen Menschen... Jedoch verletzt dich diese Person.
Was tust du? Stößt du diese Person einfach ab damit du ein "ernstzunehmender Mann" bist?
Zitat von la_donna:Hierzu ist alles gesagt worden: Du verharrsr in der Opferrolle, womit deine kindliche Haltung rechtfertigt ist. Plus die Liebe. Ergebnis: Erstarrung.
Das ist es doch: ich möchte nicht erstarren. Ich will wachsen, gedeihen und diese Herausforderung annehmen. MIT oder OHNE ihr an meiner Seite, das ist mir mittlerweile nicht mehr das Oberste.
Es muss so klischeehaft klingen, aber es ist wahr: man wird immer wieder "an solche Menschen" geraten, wenn man so einen Konflikt in sich trägt.
Ich würde das alles nicht über mich ergehen lassen, wenn ich diesen Konflikt aus meiner Vergangenheit nicht in mir tragen würde.
Entweder ich sehe mich als "armes Opfer", lamentiere immerzu, mache mich klein und sehe keinen Ausweg. Oder... Ich erkenne an, dass ich am Steuer sitze, dass ich etwas zu sagen habe und dass das Kind in mir wachsen kann. Entweder ich betrachte sie als mein Kryptonit und verteufle sie, oder ich erkenne an dass ich vermutlich (fast) JEDER frau diese Rolle zuschieben würde und den Fehler mindestens zu 50% in mir suchen muss.
Ist sie manchmal etwas eigen?
Agiert sie in macherlei Hinsicht toxisch?
Kann man sagen, dass sie gewissermaßen einen Dachschaden hat?
Ja, ja und ja. Aber... Auch sie ist ein Mensch, sie hat nun mal ihre eigenen traumatischen Erfahrungen gemacht. Mit gesundem Selbstwertgefühl würde mir all das kaum etwas ausmachen und ich würde ihr entweder "den Weg weisen" oder eben einen anderen Pfad suchen. Solange ich es schaffe den "Kleinigkeiten" wie dem alltäglichen Ignorieren zu widerstehen und sie - solange ich darauf nicht reagiere - nicht den Lautstärkeregler nach oben dreht und mehr von diesem Verhalten an den Tag legt, solange sie ein Bisschen vor der eigenen Haustüre kehren möchte (was manchmal, nicht immer der Fall ist) denke ich: da kann man gemeinsam noch etwas erreichen und das Handtuch sollte noch nicht geworfen werden.
Zitat von Perzet:Wie gesagt, mache ruhig Listen. Notiere dir, was dir jeweils einfällt. Bitte ohne jegliche Wertung oder Erklärung.
Ein Bild ergibt sich dann schon ganz von selber.
Es geht hierbei einfach nur um dich.
Du bist wichtig.
Deine Gefühle sind wichtig.
Deine Wünsche sind wichtig.
Und, auch sehr wichtig, deine Grenzen!
Du darfst anfangen, du zu sein.
Vielen, vielen Dank für diesen wundervollen Beitrag, Perzet

Es ist immens rührend, wenn eine fremde Person in einem Forum wie diesem einen derartig konstruktiven Ratschlag gibt!
Zitat von Perzet:und wenn Tränen kommen sollten, super, sind Wischwasser der Seele. Raus mit altem Dreck von anderen.
V.A das hier geht mir nahe. Ich kann schon lange nicht mehr weinen, fühle mich wahrlich nicht mehr wie ich selbst. Es geht einfach nicht in Ordnung, immer anderen gerecht zu werden und mich dabei selbst zu verlieren. Aber dieses antrainierte Verhalten lässt sich nicht ohne Weiteres über Bord werfen, das wird ein langer Prozess ...
Es fällt mir wahrhaftig schwer tatsächlich Listen zu führen, aber ich versuche intern meinen Gefühlen mehr Substanz zu verleihen und erlaube mir z.B. auch mal wütend auf sie zu sein, wenn sie mit ihrem Verhalten übertreibt und ganz offensichtlich provoziert.
Dieses "bei sich sein" ist ein großes Thema für sich. Das Thema Bindungstheorie hat mir in dieser Hinsicht geholfen, weil ich nun verstehe wie Menschen welche sich sehr nahe stehen aufeinander wirken.
Und die Worte "Du darfst anfangen, du zu sein" treffen besonders meinen Nerv, weil sie mit ihrem provokantem Verhalten eigentlich genau das tut: sie bestraft mich, wenn ich entgegen ihren Erwartungen handle und zu sehr "ich" bin.
Z.B. hat sie mir Mal im Streit geschildert, dass es sie stört wenn ich über Witze lache, welche sie nicht amüsant findet. Dass sie dann innerlich wütend wird und sogar weniger von mir hält.
Ist das nicht heftig? Da denke ich mir... Worauf habe ich mich da bitte eingelassen? Das ist doch keine Liebe. Im Gegenzug zu ihr liebe ich viele ihrer "Eigenheiten", vermisse es z.B. wenn sie länger nicht bei mir war und ihr Chaos schwindet. Ich vermisse es, wie sie meine Schränke "anders" einräumt. Wie sie Kästen und Verpackungen immerzu offen lässt, wie sie ihre eigenheiten hinterlässt. Kleidung am Boden, Handtücher am Boden, schmutzige Wattepads und Q-Tips, ... Manch einer würde sich daran stören, aber ich finde es süß. Manchmal schüttle ich meinen Kopf wenn ich Derartiges sehe und muss lächeln, weil das einfach ein Stück von ihr ist.
Und sie kritisiert mich im gegenzug für solche Dinge, findet darin "Fehler" und entwertet mich anhanddessen, schweigt mich an, lacht nicht mit mir, widmet ihrem Handy mehr Aufmerksamkeit als mir während sie neben mir sitzt, duldet keine Berührungen, ... Das tut einfach weh.
Da ist es wichtig, bei mir zu bleiben und dem weniger Bedeutung zuzuwenden. Denn... Das bin ich, das macht mich aus. Was ich mache, was ich witzig finde, was ich nicht mache, ...
Und wenn sie sich deswegen einbildet, mich abwerten zu müssen dann ist das ihr Kaffee - Punkt.