Zitat von Katip:Ein halbwegs gefestigter Mann wäre schon lange nicht mehr mit dieser Frsu zusammen.
Er hätte keine Lust auf diese Spielchen.
Mir kommt eher der Gedanke, dass die nette Seite von ihr gespielt ist und nicht die fiese.
Die junge Dame spielt Beziehung... flirtet, kuschelt, verführt,... wie im kitschroman hört sich das an.
Und nach zwei Tagen ist ihr langweilig und sie zieht wieder los.
Genau das denke ich auch. In meinem Bekanntenkreis rät man mir durch die Bank, dass ich sie einfach in den Wind schießen soll. Dass sie es nicht wert ist, und wirft mir teilweise mangelndes Selbstwertgefühl vor und ich wurde auch schon gefragt, was ich einer anderen Person in dieser Situation raten würde (so wie man mich das auch im Forum gefragt hat). Die Antwort ist klar: natürlich würde ich raten "Lass die alte, die macht dich kaputt!" aber ich mag sie einfach zu sehr. Sie ist mir zu sehr ans Herz gewachsen, sie einfach so abzuschießen ist undenkbar trotz aller Wut. Manchmal finde ich diese Gedanken meinerseits regelrecht lähmend, aber ich weiß einfach dass es unsagbar viel mit ihrer Kindheit zu tun hat. Ihre eigene Mutter ist immens vermeidend und legt erschreckend viele narzisstische Züge an den Tag (manipulativ, ging fremd, jähzornig und nachtragend, kontrollierend, ...), das zeigt sich auch in ganz vielen Kränkungen und internen Streitereien der Familie.
Manchmal schweigt sie ihren Mann einfach eisern an und verweigert jegliche Kommunikation. Einige dieser Dinge macht meine Freundin auch, manchmal habe ich einfach das Gefühl sie hatte die perfekte Lehrmeisterin.
Sogar die Großmutter war so: die Mutter musste immer nach der Liebe haschen, aber wurde letztlich immerzu abgewiesen und klein geredet. Selbst heute noch ist der Konflikt zw. der Mutter und Großmutter meiner Freundin immens - ich war auch schon bei den typischen Streitereien dabei und hab sehr deutlich mitbekommen woher die passive Aggressivität meiner Freundin kommt.
Die Liebe der Mutter meiner Freundin ist extrem an Bedingungen geknüpft, das ist mir auch bei Familienfeiern aufgefallen. Die Schwester wurde immerzu ignoriert, sogar vor versammelter Familie (als ich anwesend war) schlecht geredet und niemand hat etwas gesagt, während meine Freundin (welche der Mutter brav den Bauch gepinselt hat) auch von der Mutter gelobt wurde. Das ist ein sehr typisches Muster von narzisstischem Erziehungsstil: ein "schwarzes Schaf" und ein "goldenes Kind". Sie hat mir gar (noch bevor ich das ganze verstanden habe) erzählt, dass sie immer die Bevorzugte war, während die Schwester das Sorgenkind war welches nie der Mutter gerecht werden konnte.
Man merkt es einfach am Erscheinungsbild und am jeweiligen Selbstwertgefühl der Beiden, wenn sie im selben Raum sind.
Dieser Erziehungsstil ist so immens schädlich. Das eine Kind wird immerzu klein gemacht und an jeglichem Wachstum gehindert weil es einfach die Launen der mutter ausbaden darf, während das andere Kind insgeheim voller Schamgefühle ist und sich immerzu denkt, die Liebe eigentlich nicht zu verdienen.
Und meine Freundin macht jetzt mit mir etwas Ähnliches, was ihre Mutter mit ihr gemacht hat: mich nur lieben, wenn ich nach ihrer Pfeife tanze - anderenfalls straft sie mich ab.
Das kann ich einfach nicht mehr, das hat nicht viel mit Liebe zu tun.
Ich glaube aber dass sie das tut weil sie es einfach nicht anders kennt, und im Endeffekt ist es ihre Art von Stärke. Bevor ihr jemand anders jemals wieder etwas Ähnliches antut manövriert sie sich in die Machtposition und teilt lieber aus, als einzustecken.
Sollte sie das je einsehen und daran arbeiten wollen bin ich dabei, auch wenn es manchmal weh tut.
Aber wie kann man so einer stolzen Person eine Therapie vorschlagen? Sie redet von so vielen Kränkungen, von so viel Leid und Schmerz, aber über eine Therapie würde sie sich nie im Leben trauen, alleine schon aus Scham nicht.
Zitat von Johanna15:Moment mal, SIE soll sich überlegen, die Beziehung weiter zu führen?
Guter Punkt. Ich weiß ja selbst, dass das nicht in Ordnung ist. Ich könnte ein Buch über emotionale Abhängigkeit schreiben - aber Intermittierende Verstärkung ist nun mal sehr effektiv.
Man kann es kognitiv verstehen und dem Ganzen emotional dennoch verfallen, das ist das heimtückische daran.
Zitat von milano30:Willst du die Beziehung noch? Du kannst dich nicht trennen, ich konnte es auch nicht, wurde verlassen und habe für uns beide gelitten.
Also ich möchte die Beziehung wenn sie es schafft diese Unzulänglichkeiten zumindest einzusehen. Wenn sie sozusagen versteht, dass sie gegen uns arbeitet und toxisch agiert.
Ansonsten möchte es natürlich nicht - da könnte ich mir ja gleich in den eigenen Fuß schießen.
Zitat von KölscheJung:Warum machst du nicht einfach Schluss? Merkst doch selber, daß es Dir nicht gut tut. Bedeutet aber auch, dass Du erstmal allein bist. Das mußt du dann schon aushalten. Ansonsten wird das eine never Ending Story. Obwohl... die wird dich früher oder später "abschiessen".
Es macht mich so traurig, weil mich das eigentlich jede Person fragt die bescheid weiß. Auch ich frage mich: wieso denn nicht? Aber es ist nun mal ein gewisses Maß an Abhängigkeit im Spiel. Solange sie mir hin und wieder Brotkrümel zuwirft scheine ich nicht zu verhungern. Eigentlich traurig.