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Scheidung mit Kind, wie nehmen die Kinder das auf?

Jigar

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Hallo Ihr lieben, hab lange überlegt ob ich mein Schmerz mit euch teile.
Ich fasse mich Kurz. Ich kenne Sie seit 14 Jahren, davon haben wir 8 Jahre zusammen gelebt. Seit 5 Jahren sind wir Verheiratet und seit 2 Jahren haben wir einen Kind.
Da wir beide keine weitere Erfahrung hatten, haben wir eben kein Vergleich wie es ist mit jemand anderen zu leben. Generell war in der gesamten Beziehung so dass ich Sie immer mehr geliebt habe als umgekehrt. Bei allen Diskussionen musste ich nachgeben.
Sie hatte immer jedes Jahr eine Phase gehabt wo Sie sich trennen wollten und dann nach etwa 1 Monat war alles wieder gut.
Leider ging das Letzte mal diese Phase nicht zu ende, Sie bestand darauf das wir und Scheiden müssen. Ich habe schon wieder nachgegeben und bin ausgezogen.
Sie sagte das Sie noch nie Pubertiert hat und jetzt möchte Sie pubertieren. Sie sagt, sie hat mit immer gern gehabt aber noch nie geliebt. Sie meint Sie ist bei mir geblieben weil Sie sonst Angst hatte das Sie es alleine nicht schaffen könnte. (Sie arbeitet nicht, am Anfang hat Sie eine Ausbildung gemacht, danach hat Sie immer wieder kurz gearbeitet und wieder es hingeschmissen.)
Ich Liebe Sie sehr, aber mein Herz ist gebrochen. Habe das Gefühl das Sie mich nur ausgenutzt hat. Sie hatte Sehr oft gesagt das Sie mich über alles Liebt und Sie ohne mich nicht leben kann. Jetzt behauptet Sie dass Sie mich nie geliebt hatte und Ihre Schicksal nur akzeptieren wollte. Das alles könnte ich noch aushalten wenn nicht unsere Tochter zwischen uns wäre. Ich habe immer an die „Familie“ geglaubt und nun habe ich die Enttäuschung dass meine Tochter ein Scheidungskind wird. Ich versuche Sie (meine Tochter) jeden Tag zu sehen aber dann bin ich gezwungen meine Ex auch zu sehen. Es gibt Momente wo ich denke das ich wieder jemanden Lieben könnte, aber dann kommen auch Momente (meistens am Abend) wo ich mich sehr hilflos fühle und das Gefühl hebe das ich doch nie eine Frau wieder vertrauen könnte.
Am meistens fehlt mir meine Tochter. Ich habe Während der Schwangerschaft, im Wochenbett und danach meine EX extrem unterstützt. Meine Tochter hat super Beziehung zu mir da ich davor viel Zeit mit Ihr verbracht habe. (damit ich mein Ex- entlaste)
Hat eine von euch auch Erfahrung damit. Ich habe das Gefühl das mein Kind sehr darunter leiden wird und das macht mich verrückt.

07.04.2015 09:51 • #1


nur kurz


Hallo,
ich bin selber ein Scheidungskind. Es kommt total drauf an, wie ihr beiden es Deiner Tochter erklärt. Sowas wie: mach Dir keine Sorgen! Wir leben nicht mehr zusammen, aber das ändert nichts an unserer Liebe zu Dir.
Und auch: Mach Dir keine Sorgen um mich! Ich bin gross, ich komme klar!
Das ist wichtig, denn sonst übernimmt das Kind unbewusst Verantwortung, vor allem wohl für dich als den Alleinlebenden!
Das habe ich gemacht und es war viel zu viel für mich - ich wünschte jetzt, mein Vater hätte mal solche entlastenden Worte gesagt!

Ansonsten ist eine Scheidung ja heutzutage schon so normal, dass Deine Tochter damit nicht alleine steht, das kriegt sie hin.

Und Deine Frau scheint eine ganz normale, alterstypische "Ausbrecherin" zu sein: jetzt erstmal ich, ausbrechen, mich finden.
Höre nicht auf Ihre Worte, das ist alles Käse - aber es geht drum, dass sie jetzt einfach raus will und da kannst Du sie wohl nicht aufhalten.....
Wer weiss...Kopf hoch.

07.04.2015 10:55 • #2



Scheidung mit Kind, wie nehmen die Kinder das auf?

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nick1979


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Hallo,

Ich kann nur kurz berichten wie wir es gemacht haben. Unsere Kinder sind 5 und 7 Jahre alt. Wir haben ihnen erzählt , dass wir uns trennen, weiter für Sie da sind, sie weiter lieb haben, es nun ein Papa Haus und ein Mama Haus gibt usw.
Natürlich gab es am diesem Abend viele Tränen bei allen Beteiligten.
Aber, ich glaube viel wichtiger als der genaue Gesprächsverlauf ist ,dass was dann passiert.
Zeig dem Kind, dass du eben wirklich weiterhin da bist und nicht nur alle 2 Wochen am Wochenende. Ich sehe meine Beiden trotz Schichtdienst relativ häufig und die Beiden haben sich nach mittlerweile knapp 5 Monaten gut an die Situation gewöhnt und werden wohl auch keinen psychischen Knacks davon tragen.
Das alles setzt natürlich voraus, dass du und deine Frau zumindest was das Kind angeht, weiterhin an einem Strang zieht.
VG

08.04.2015 21:01 • #3


Irisgrün


Lieber Nigar,
eine Scheidung ist für ein Kind immer eine Belastung weil es sein Nest nicht mehr hat und zu frü flugge werden muss von zwei Nestern hin und her zu flattern.Die Eltern sind nicht mehr einfach da, sie müssen besucht werden.
Deine Frau scheint eine sehr bestimmende Person zu sein, die am Arbeitsplatz und überhaupt mit Menschen nicht gut klar kommt.
Ich finde, eine Lösung wäre, das Sorgerecbt für Deine Tochter zu übernehmen, dass sie bei Dir wohnt und Deine Frau sich mit D i r absprechen muss, nicht Du ihren Willen ausführen.

09.04.2015 07:02 • #4


herz über kopf

herz über kopf


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Hey, es tut mir sehr leid, was du grade durchmachen musst.
Dein Text klingt, als würdest du sehr leiden und wärst ein sensibler und liebevoller Papa.
Versuch, dein Kind oft zu sehen.

Es gibt auch Beratungsangebote und Infos beim Jugendamt und den Familienhilfen.
Auch gibt es eine große Zahl Psychologischer Fachbücher zum Thema.
Mach dich einfach mal schlau und lies viel, das nimmt einiges an Unsicherheit raus, die dein Kind au ch spürt.
Ansonsten würde ich da ganz auf das Bauchgefühl hören.

09.04.2015 08:28 • x 1 #5


Jennaxxl


Ich war auch Scheidungskind mit 2 Jahren. Mein Vater ist zurück in seine Heimat geflogen und ich habe ihn erst viel später mit 14 wiedergesehen. So sehr ich es versuchte, ich konnte mich vorher an gar nichts über ihn erinnern, ich weiß nicht mal mehr, ob ich ihn damals mit zwei Jahren vermisst habe.
Ich sage mal so. Besser jetzt als in drei Jahren die Scheidung einreichen. Wenn du jetzt für dein Kind als regelmäßiger Besuch als Papa vorbeikommst oder sie zu dir nimmst, wird sie denken so ist es für sie normal und in dem Alter gar nicht so mitbekommen wie zB mit 5 Jahren.
Besuche sie so oft es geht.

09.04.2015 10:44 • #6


Jigar


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Hallo,
ich danke euch allen für eure Antworten. Ich lese sie immer wieder. Sie geben mir Kraft.
Ich bin selber ohne Vater aufgewachsen. (Mein Vater ist gestorben als ich ein Jahr alt war.) Ich habe keine Erinnerungen an Ihm. Ich habe mir immer Vorgestellt wie es sein könnte einen Vater zu haben. Nun ist das schlimmste passiert was ich mir denken könnte. Ich kann im Leben meiner Tochter nicht die Rolle spielen die ich mir gewünscht hätte. Ich versuche jeden Tag sie zu sehen, auch wenn es nur für eine Stunde ist. Das findet mein Ex natürlich abartig. In ihre Vorstellung, interessiert sich ein „Normale“ man nur jedes zweite Wochenende für sein Kind. Ich bin einfach nicht normal und es ist gut so .

10.04.2015 11:55 • #7


Ratzopaltuff


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Dickes Händeklatschen für Dich Jigar! Kümmer Dich um Deine Tochter und sei da! Meine Ex hat sich davon gemacht und mich mit drei Kindern (9, 11 und 14) und wohnt jetzt 200 Kilometer weg von hier. Alle 14 Tage ist Mamawochenende. Ansonsten verhält sie sich auch nicht rühmlich. Ruft die Kinder nicht an, stolziert mit dem neuen vor ihnen rum et cetera. Ich bin halbwegs fassungslos, aber glücklich bei meinen Kindern zu sein. Ohne die würde ich verrecken.

16.04.2015 16:44 • #8


Desire78

Desire78


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Zitat von Ratzopaltuff:
Dickes Händeklatschen für Dich Jigar! Kümmer Dich um Deine Tochter und sei da! Meine Ex hat sich davon gemacht und mich mit drei Kindern (9, 11 und 14) und wohnt jetzt 200 Kilometer weg von hier. Alle 14 Tage ist Mamawochenende. Ansonsten verhält sie sich auch nicht rühmlich. Ruft die Kinder nicht an, stolziert mit dem neuen vor ihnen rum et cetera. Ich bin halbwegs fassungslos, aber glücklich bei meinen Kindern zu sein. Ohne die würde ich verrecken.


Hut ab! Ich finde es großartig, wenn Männer ihre Kinder erziehen, Verantwortung übernehmen,für sie da sind und das auch noch gerne tun. Das macht Hoffnung!

31.08.2020 19:28 • #9



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