Bei mir ist es jetzt doch schon wieder sieben Jahre her, als mich die Nachricht aus den Latschen kippte.
Zitat von Anonym312: Ich versuche ihm zu verzeihen, weil ich nicht möchte, dass alles was wir hatten jetzt nur noch in dreck gezogen wird, aber auch davon bin ich noch Lichtjahre entfernt
Ich möchte, dir eine kurze Geschichte da lassen, damit du freier wirst, ob du nun verzeihst, vergisst oder beides.
Meine Ex-SchwieMu, wurde nach einem kurzen turbulentem Ehejahr vom Kindsvater (das Kind, wurde mein Mann) geschieden. Sie hat all die Lebensjahre meines Gatten damit verbracht, ihrem Ex-Angetrauten, nach zu granteln. Schlecht über ihn zu reden, ihm alles, was er tat oder auch nicht, immer negativ geladen - aufzunehmen.
Wobei, er, auch - aber weniger intensiv, in die gleiche Kerbe schlug, dazwischen das Kind, das viel zu viel der negativen Energie abbekam - worunter dann ich leiden durfte.
27 Jahre sind viel. Davon sind sicherlich 25, also die goldene vollendet, gut gelaufen. Wie Ehe halt so ist, Höhen. Tiefen. Und das dazwischen.
Dich jetzt zwischen heute und damals positionieren zu wollen oder müssen, dir nicht gut tut.
Die letzten zwei Jahre, sind jene, die man unter Umständen näher beleuchten sollte.
Zitat von Anonym312: ich kann mit stolz zurück blicken was ich geschafft habe. Gleichzeitig werde ich sicher immer wehmütig sein wenn ich an das was wir hatten denke und an die zerstörte Familie.
Ich habe, gewiss, die ersten 5 Jahre unserer Trennung / Scheidung gedacht, bzw. eingeteilt: Als meine Welt noch in Ordnung war. Der Kern, der Familie, also du und die Kids, ihr seit euch ja verbunden - es verlies nur einer die Bühne.
Der muss dies aber mit sich selbst ausmachen, den Kontakt zu seinen Kindern erhalten.
Du könntest - auch denken - was würden unsere Kinder, mit ihm erleben müssen, wäre er geblieben - wo er doch so unglücklich war - um gehen zu wollen. Will man etwas halten - was unglücklich ist? Oder will man es mit einem tränenden Augen frei geben, damit es wieder Glück findet?
Wessen Liebe ist danach die Stärkere?
Du hättest ihn nie verlassen, hättest gekämpft - aber nicht jeder kann das, mit dem Kämpfen, manche sind schwächer und wenn sich eine gute Gelegenheit bietet, dann wird die Flucht, dem Kampf vorgezogen.
Macht ihn das zu einem schlechteren Menschen? Ich denke (heute) nicht mehr so, wie vor 3, 4 Jahren.
Man kann ja nur, mit dem, ihm, zur Verfügung stehenden Mitteln agieren - und da war halt sein Werkzeugkasten dünner bestückt, als der Deine.
Ich wünsche dir, das Du vergeben und vergessen kannst. Und dich an all die guten Jahre, mit Freude erinnerst.