nettie10
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ich finde die Beiträge im Forum sehr hilfreich und erhoffe mir Denkanstöße/ Blicke von außen.
Mein Freund und ich (w, in unseren 30ern) sind seit >7 Jahren ein Paar, wohnen zusammen, keine Kinder.
Die Beziehung ist durch viel Zuneigung und großes Vertrauen und viel Humor geprägt. Wir sind wie beste Freunde.
Wir waren noch nie auseinander, es gab bislang keine Heimlichkeiten etc. Wir hatten bislang ähnliche Ziele im Leben sowie auch für die Beziehung. Unsere Werte ähneln sich grundsätzlich.
Leider spitzt sich unsere Streitspirale und -dynamik zu.
Letztes Jahr waren wir 1x bei einer Paarberatung, auch deswegen. Mein Streitpunkt ist, dass ich mich oft und zunehmend nicht gesehen fühle, in dem was ich getan hab (Bsp: mache seit einigen Wochen unabgesprochen viel mehr im Haushalt, er tut seinen Anteil nicht mehr), in meinem Bedürfnis nach Ruhe und Raum. Erst erkläre ich mich mehrmals ruhig, weise Grenzen auf (z.B wenn er sehr patzig ist), wenn er darauf mehrmals nicht hört bzw. es missachtet, werde ich laut im Streit - wütend, verzweifelt "Warum versteht er mich denn nicht" - mein Freund reagiert zunehmend passiver, zieht sich dann zurück, wertet meine Gedanken oder Wünschen oft als "Quatsch" ab, was bei mir leider dann der Triggerpunkt ist.
Ich finde das sehr verletzend. Dies kommunizierte ich bestimmt schon 100x mit ihm. Die Streits enden oft damit, dass einer oder beide weinen. Dann kippt die Stimmung ins "weiche und versöhnliche "und wir vertragen uns.
Wir sind in der Dynamik "ich zerre, er entzieht sich" gefangen. Wir haben das auch schon erkannt, kommen aber nicht heraus. Vor einer erneuten Paarberatung sträubt er sich. Er sagt selbst, sein Leben lang schon die "Vogel Strauss: Kopf in Sand-Technik" zu verwenden und auch aus der nicht herauszukommen. Ein wirklicher Änderungswille besteht da aber auch (noch?) nicht. Ich mache selbst eine Verhaltenstherapie, habe noch einige Quartalstermine, worüber ich sehr froh bin.
Er möchte trotz ausreichender Indikation keine Therapie machen. Er hat psychische Beschwerden (ADHS seit der Kindheit). Unter Medikation ist es etwas besser. Er leidet unter Stimmungsschwankungen, Impulsivität, schlechtem Selbstwertgefühl und erhöhter Kränkbarkeit. Er hört mir dann auch oft nicht zu.
Zudem hat er langjährige, teils erhebliche familiäre Belastungen. Ich bin gut in seine Familie integriert und möchte ihn damit nicht im Stich lassen. Wir führen viele Gespräche darüber und ich hoffe, ihm eine Stütze sein zu können.
Jetzt sitze ich hier am Adventssonntag und statt Besinnlichkeit schaue ich mit betrübtem Blick und Herzen auf meine Beziehung.
Für Ideen/ Anregungen/ Nachfragen bin ich dankbar! Ich könnte noch so viel mehr schreiben.
Ich versuche heute noch zu antworten, sonst morgen.
Schönen 3. Advent an Alle!
Nettie.