nanane
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Ich habe mich nun auch selbst hier registriert. Habe in den letzten beiden Jahren ab und zu hier mitgelesen und viel davon mitgenommen. Jetzt möchte auch ich gerne meine Geschichte teilen und hoffe auf ein bisschen Austausch und ev. ein paar Anregungen.
Mein EX und ich haben uns sehr früh kennengelernt. Ich war noch in der Schule, er auf der Uni. Wir kamen zusammen, waren glücklich, erlebten viel.
Dann wurde ich ungeplant schwanger - wir entschieden uns das Kind zu bekommen - unser Leben stellte sich natürlich um. Ich schloss trotzdem mit Kleinkind mein Studium mit viel Disziplin im Eiltempo ab, bekamen kurz darauf Kind Nr. 2., bauten Haus (um), gingen arbeiten und lebten eben unser Leben.
Die Basis unserer Beziehung war eigentlich toll: konnten immer stundenlang miteinander über Gott und die Welt reden, lachten viel zusammen, unternahmen einiges zu zweit/mit Freunden usw.
ABER irgendwo war der Wurm drin. Er konnte keine klaren Ansagen machen, keine Widerworte geben, war für mich nicht authentisch. Ich hatte jahrelang das Gefühl, dass wenn ich sagte "mich ärgert xy" er ohne nachzudenken erwiderte "xy tut mir unendlich leid, ich verstehe gar nicht warum ich das so gemacht habe, aber es wird nie wieder vorkommen, versprochen!" nur natürlich passierte xy wieder und wieder und wieder. Und das war bei vielem so.
Das hat mich ganz extrem frustriert, ich habe mich in meinen Bedürfnissen so gar nicht ernst genommen gefühlt. Und irgendwie ließen sich einfach gar keine Probleme so lösen und sie holten uns quasi ständig ein.
Im Nachhinein hat mein Ex dann erklärt, dass er nie das Gefühl hatte, dass er mir widersprechen könnte, also sagen "ich will xy aber so machen und aus", weil er ständig Panik hatte, dass ich unsere Beziehung beenden könnte. Uns so WOLLTE er auch einfach immer alles so machen, wie ich es mir wünschte in dem Moment wo ich ihn mit etwas konfrontierte, aber das ist dann wieder verflogen, als der Krach vorüber war..
so das war jetzt weit ausgeholt, aber es war mir wichtig auch das zu erwähnen wegen der ganzen Dynamik damals.
Nun nach ca. 10 Jahren Beziehung war ich am absoluten Tiefpunkt. Ich hatte erkannt, dass sich nie etwas ändern würde, ich ihn aber zu sehr liebte um zu gehen und hatte das Gefühl, unglücklich und frustriert in der Beziehung gefangen zu sein und dafür machte ich ihn in meinem Kopf ganz alleine verantwortlich.
Ich lernte dann jemanden kennen, er war an mir interessiert und wir hatten einige Mal S** miteinander. Mehr war da von meiner Seite allerdings nicht. Für mich war das damals eine Art des Ausbrechens. Ein jetzt pfeif ICH mal auf alles und bin eben nicht super korrekt und ehrlich und aufrichtig und bemüht. Gut angefühlt hat es sich aber trotzdem eigentlich nicht.
Ungefähr zur gleichen Zeit (etwas später) hatte auch mein Exmann eine "Affäre". Er allerdings genau das Gegenteil zu dem was ich hatte. Heimliche Treffen, unzählige SMS über Alltag (über mich, die Kinder, usw), gemeinsames Filmschauen, Küssen, aber eben nicht mehr. Zumindest BIS zu dem Zeitpunkt als er aufflog.
Ich beichtete daraufhin auch meine Affäre und fing an zu kämpfen. Es war wirklich die Hölle. Ich litt, er litt, aber nachdem meines (seiner Meinung nach) das größere Verbrechen war, hatte ich kein Recht zu weinen, zu klagen oder überhaupt irgendwelche Ansprüche zu stellen. Ich war selbst so unglaublich verletzt, sah aber selbst wieviel in ihm durch mich zerstört wurde und das wollte ich in Ordnung bringen.
Mit der Zeit wurde es dann eine Spur besser. Er war weniger aggressiv, eine Spur respektvoller, aber er konnte seit dem "Krisentag" an, auf keines seiner Bedürfnisse mehr verzichten. Ging und kam wie er wollte und nahm keine Rücksicht auf mich oder unsere Beziehung. Ich hatte versprochen, zu bleiben und zu kämpfen, also blieb ich. Ich wollte ihm endlich die Sicherheit in der Beziehung geben, die ihm vorher offenbar fehlte, sah es als ganz schlimmes Tief, das aber bald vorüber wäre.
Leider war es nicht so und er fing erneut eine "Affäre" (wieder nur Treffen, Schreiben, Küssen..) an und ich zwang ihn nun ein für alle mal eine ehrliche Entscheidung zu treffen.
Das konnte er einfach nicht, konnte einfach die Beziehung nicht beenden, aber schaffte es auch nicht etwas zu ändern. Er wollte mehr Zeit, sich klarer werden über alles. Die Zeit konnte und wollte ich ihm aber nicht mehr geben. Ich war wirklich am Ende meiner Kräfte angekommen.
Das ist jetzt über ein Jahr her. Seitdem sind wir nun getrennt. Die Kinder kommen sehr gut damit klar. Mein Exmann kümmert sich sehr viel und auch sehr lieb um die beiden.
Am Anfang war zwischen uns beiden alles sehr chaotisch. Jeder hat sich in eine Ablenkungsgeschichte gestürzt. Ich kam da aber schnell wieder raus und bin seitdem sehr glücklich (mehr oder weniger) alleine. Genieße meine kinderfreien Abende/Tage mit Freunden oder mit Sport. Liebe meine neue Wohnung, in der alles MEINES ist. Logischerweise gibt es keinen Stress, keien Ablenkung, alles bestimmt man alleine und so bin ich wieder viel mehr bei mir gelandet. Ich habe einfach das Gefühl, dass mir diese Zeit jetzt ohne Beziehung sehr sehr gut getan hat.
Nun ist es aber so, dass wir uns in all der Zeit trotzdem extrem nahe standen. Wir haben immer wieder Dinge gemeinsam (mit unseren beiden Töchtern) unternommen, viel geredet, usw.
So nach und nach haben wir wieder mehr Vertrauen zueinander gewonnen. Ein halbes Jahr nach unserer Trennung dürfte er realisiert haben, was er da davor alles gemacht hat und hat mich um Vergebung gebeten und sich sehr um mich bemüht. Seitdem ist er wieder "der Alte"..
Seit einiger Zeit haben wir jetzt eine "Affäre" miteinander, treffen uns heimlich, telefonieren ewig mteinander, schreiben nette Nachrichten. Er möchte unbedingt wieder eine Beziehung. Ich möchte/kann das im Moment nicht.
Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass das nicht gut ist, was wir im Moment machen. Aber ich weiß auch nicht, was bzw. wie ich es ändern soll. Es fühlt sich ja alles gut an, nur wie lange noch..
So das hat jetzt gut getan, sich das von der Seele zu schreiben. Würde mich freuen, wenn sich jemand mit mir austauschen möchte.