_derwanderer_
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mir gehts auch so, seit der Trennung sind es jetzt etwas über 2 Monate und es ist ein tägliches Auf und Ab. Ich glaube aber im Grunde ist es genauso schlicht wie du es sagst, man muss es einfach aushalten. Es gibt viele Dinge mit denen man es sich ein bißchen besser gehen lassen kann, aber am Ende führt kein Weg daran vorbei, diese Wellen immer wieder kommen und gehen zu lassen. Da kannst du dir soviel gutes tun wie du willst, sobald du im Bett liegst kommt eh alles hoch.
Zitat von Niuta:Und im Moment wünsche ich mir nur eines, nie nie nie wieder in so eine Situation zu kommen. Dass ich damit Mauern aufbau, ist mir sehr wohl bewusst. ...
Geht mir ganz genauso... ich bin mir mit Blick auf den Schmerz den die Trennung ausgelöst hat überhaupt nicht mehr sicher, ob ich mich nochmal wieder einlassen kann, gerade wenn du eine Trennung nicht kommen siehst. Ich hab Angst in Zukunft viel zu sehr zwischen den Zeilen zu lesen oder Zeichen falsch zu deuten. Dann denke ich aber auch, dass JETZT auch einfach nicht der richtige Moment ist um das alles beurteilen zu können. Ehrlich gesagt brauche ich gerade auch Mauern um mein Herz.
Ich habe auch gerade zum ersten Mal überhaupt keinen Impuls mehr mich von dieser Situation abzulenken, nach meiner letzten Trennung hatte ich mich schnell versucht durch Dating abzulenken, was natürlich nur kurzfristige Trostpflaster waren und am Ende die Heilung unnötig in die Länge zog.
Dieses Mal ist alles anders. Ich weiche dem nicht aus und die Gefühle von Einsamkeit und auch Selbstmitleid, Wut und Schuldgefühlen nehmen mir manchmal den Atem, ich hätte nie gedacht dass ich mich einmal so alleine fühlen würde, und dieser ganze Schmerz, diese ewigen Gedanken an die vergangene Zeit nehmen so viel Raum ein, aber ich muss euch ehrlich sagen, wenn der Schmerz plötzlich weg wäre, ich wäre mit dem ganzen leeren inneren Raum überfordert. Ich muss erst wieder lernen das Leben Stück für Stück zurückzuerobern. Wie in einem leeren Haus, noch wohnt der Schmerz und die Trauer in allen Räumen, nur langsam kann man hier und da eine Vase mit Blumen hinstellen, ein neues Bild an die Wand hängen, kleine Schritte um die Räume wieder zu füllen.
Es ist hart wenn man neben dem Partner auch noch den Glauben an Beziehungen an sich verliert, aktuell ist es so, aber wir sind eben auch fühlende Wesen und auch diese Phase wird vorbeigehen, so wie unsere Beziehungen zu Ende gingen, geht auch diese Phase irgendwann in etwas neues über.
Ich bin selbst auch total widersprüchlich, denn natürlich sage ich- ich WILL sie loslassen, gleichzeitig aber halte ich an den Gedanken und auch Schmerzen fest. Quäle mich mit denselben unsinnigen Fragen, die ja im Grunde zu nichts führen, als dass sie den Schmerz in uns aufrecht erhalten.
@baieutli Du schreibst, dass wir lernen können unsere Beziehungsmuster zu durchbrechen.
Trennungen sind mit Sicherheit eine Chance zu erkennen, wo die eigenen Defizite liegen und welches emotionale Gepäck man selbst in eine Beziehung bringt. Aber am Ende kannst du soviel an dir arbeiten wie du willst, alles Muster- verstanden-haben, selbstfürsorglicher sein- gibt dir keine Garantie für eine lange währende Beziehung, es bleibt bei 50/50. Und dann gibt es ja noch zig andere Gründe warum wir einen Partner verlieren können.
Versteh mich nicht falsch, ich glaube sehr daran, dass wir unsere Gewohnheiten und Muster erkennen und auch verändern können, aber dieser Prozess darf nicht dazu führen, dass wir glauben wir müssten erst "richtig" oder "perfekt" oder "geheilt" sein, um für einen anderen Menschen liebenswert zu sein.
Mir hat dieses Buch, bzw. Hörbuch viele neue Gedanken gegeben:
Wenn alles zusammenbricht
Es ist sehr buddhistisch, vielleicht ist das abschreckend für einige, aber vielleicht ist der ein oder andere gute Gedanke für euch dabei:
( )
