Donnergott
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ich bin ganz neu hier angemeldet und der Grund dafür war, wie zu erwarten, ein Problem, dass ich gerne ansprechen möchte.
Mein Problem das aktuell an mir nagt ist, dass ich starke Schuldgefühle gegenüber meiner ehemaligen Freundin habe. Ich habe mich vor ungefähr 3 Monaten von ihr getrennt und wir waren ca. 2 Jahre zusammen.
Zu Beginn der Beziehung wohnte sie in einer WG und ich alleine (sie Studentin und ich Angestellter). Sie hatte dann großen Streit in der WG und daher sind wir ungefähr nach einem halben Jahr Beziehung zu mir in die Wohnung gezogen. Rückblickend betrachtet vielleicht zu früh, allerdings bin ich der Meinung, dass man erst erkennen kann ob etwas klappt, wenn man es versucht. Dort haben wir dann ein halbes Jahr gewohnt und uns nach einer neuen Wohnung umgesehen. Diese Zeit war auch echt schön und wir sind sehr gut miteinander ausgekommen. Natürlich gab es hin und wieder Streitigkeiten bezüglich Ordnung, kochen, einkaufen etc. aber ich denke das ist normal, wenn zwei Personen auf einmal einen Haushalt zusammen schmeißen.
Schlussendlich sind wir dann in eine größere, sehr schöne Wohnung gezogen. Wir mussten alles renovieren, viele Dinge klären und haben alle alten Möbel verkauft und einmal alles neu geholt. Meine Singlebudenmöbel waren komplett schwarz und wirklich nicht schön. Eine nagelneue Einbauküche haben wir uns auch geholt.
Nach und nach wurde alles fertig und irgendwie begannen dann die Probleme. Mein Job ist ziemlich anstrengend und ich arbeite auch öfter mal 10-12 Stunden statt 8 Stunden pro Tag. Dazu kommt, dass ich ein tolles Hobby hat, das aber auch Zeit kostet. Sie selbst ist Studentin wie gesagt und hat keine Hobbys. Sie hat das studieren aber auch nicht so ernst genommen, daher hatte sie ziemlich viel Zeit.
Somit fing das Problem an, dass wir beide ein unterschiedliches Verständnis von Nähe haben. Ich bin ehr so der Mensch der auch seinen Freiraum braucht, seine Freunde trifft, seinem Hobby nachgeht und einfach auch mal Zeit für sich braucht. Sie hingegen braucht diese intensive Partnernähe, möchte am liebsten alles mit mir machen und jede Sekunde mit mir verbringen. Das ist eine tolle Eigenschaft und ich weiß, dass sie mich so sehr geliebt hat, wie es bisher keine getan hat, aber leider war mir das zu intensiv. Wenn ich spät von der Arbeit gekommen bin, wollte ich in Ruhe vorm Laptop ca. eine halbe Stunde meine Serie schauen und dabei in Ruhe essen (nicht immer, aber nach einem stressigen Tag brauchte ich das). Dadurch hatten wir immer Streit und sie hat immer mehr Druck gemacht. Das gleiche beim Hobby, wenn ich weg war, dann hatten wir ständig Diskussionen. Je mehr Druck sie macht, desto mehr distanzierte ich mich.
Dann haben wir angefangen uns um die Rollenverteilung bezüglich Ordnung/Haushalt zu streiten. Ich habe den Großteil der Kosten getragen, aber sie hat nicht eingesehen, dass sie im Gegenzug den Haushalt machen kann bzw. mehr als ich. Ich habe mehr Geld also zahle ich mehr – Sie hat mehr Zeit also macht sie mehr im Haushalt. So meine Ansicht der Dinge. Am Ende haben wir sogar getrennt eingekauft, weil es mit einem gemeinsamen Haushaltskonto nicht funktioniert hat. Wirklich traurig.
Ich könnte jetzt noch einige Gründe mehr aufzählen, aber das würde den Rahmen sprengen. Unterm Strich habe ich mich nicht getrennt, weil etwas Schlimmes vorgefallen ist, sondern aus Vernunftsgründen.
Sie ist ein toller Mensch. Warm, liebevoll, vertrauensvoll und immer für mich da gewesen. Leider hat es bei vielen essentiellen Beziehungspunkten dann doch nicht gepasst.
Als ich mit ihr Schluss gemacht habe, war sie am Boden zerstört. Mir hat es das Herz zerrissen aber ich bin nicht eingeknickt. Danach hat sie mir große Schuld zugesprochen und mir ein schlechtes Gewissen gemacht z.B. dass ich das hätte vorher sehen müssen, bevor wir dort einziehen. Dass ich eine Neue hätte (was absolut nicht stimmt, habe ich sogar heute nicht), ich ihr Leben zerstört habe und ihr gezeigt habe wie toll das sein kann. Die Wohnung hat sie genommen und daraus eine WG gemacht, weil sie sich die Miete nicht alleine leisten kann. Ich bin auf ihren Wunsch ausgezogen und zu einem Freund gezogen. Die Wohnungseinrichtung haben wir aufgeteilt und selbst da ging es wieder ums Geld. Dabei habe ich ziemlich große Verluste gemacht und sie ist sehr gut dabei weggekommen, obwohl sie das Geld hatte um mich auszuzahlen. Zu diesem Zeitpunkt war ich stink sauer auf sie und war mir sicher, dass ich keine Schuldgefühle mehr haben werde.
Jetzt kommt langsam Ruhe rein und ich denke ständig darüber nach. Die Entscheidung war die richtige, darüber bin ich mir sicher und zweifele das auch nicht an.
Ich bin ein Mensch der schnell in den Bereich „Emotionale Erpressung“ reinfällt und sich, nur bei Frauen, schnell einwickeln lässt mit Schuldgefühlen. Ich mache mir Vorwürfe, dass ich sie „fertig gemacht“ habe und sie nicht mehr glücklich wird. Ich frage mich, ob ich was falsch gemacht habe und es früher hätte erkennen müssen. Wobei ich eigentlich sehr schnell Schluss gemacht habe, als ich mir sicher war.
Bald ziehe ich eine neue Wohnung und vielleicht habe ich auch Angst davor, dass ich wieder alleine wohne und aus meiner Routine raus bin. Menschen sind Gewohnheitstiere und ich erst recht.
Das schlimme ist, dass sie ein lieber und toller Mensch ist und ich sie verletzt habe. Rein sachlich weiß ich, dass ich alles richtig gemacht habe und mehr. Ich habe persönlich Schluss gemacht, mehrfach mit ihr geredet und alles erklärt, sie nie betrogen oder belogen, ihr die Wohnung gelassen, auf viel Geld verzichtet und so weiter. Dennoch fühle ich mich, als wäre ich der Böse in der Geschichte und habe ihr Unrecht getan. Auf Grund meiner Vergangenheit bin ich glaube ich ein zwanghafter Frauenzufriedensteller und habe Problem damit, eine Frau zu verletzten (also physisch schon einmal gar nicht, aber emotional auch nicht).
Ich weiß ganz sicher, dass ich mit ihr nicht glücklich geworden wäre und dass es die besten Entscheidung ist Schluss zu machen, um ihr und mir die Chance zu geben den richtigen/die richtige zu finden. Warum also mache ich mir selbst das Leben so schwer?