rinchen
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Ich muss mir einfach mal alles von der Seele schreiben, danke an alle, die sich das durchlesen.
Wir sind 7,5 Jahre zusammen gewesen. Als wir uns kennen lernten war ich 20, er 28.
Ich zog für ihn 250km von meiner Heimatstadt weg, zog von meinen Eltern direkt zu ihm und fing an, in seiner Stadt zu studieren.
Von meinen Freunden distanzierte ich mich, denn er hinterfragte es jedes Mal, wenn ich bei ihnen war und es fanden darüber Diskussionen statt. Um dies zu umgehen ließ ich den Kontakt zu meinen Freunden einschlafen.
Im Laufe der Beziehung fanden immer wieder Situationen statt, in denen ich mir hätte sagen sollen: STOPP! Aber ich tat es nicht.
Einmal machten wir eine Uhrzeit für das Abendessen aus. Er wollte von der Arbeit zu dieser Uhrzeit heim kommen, damit wir gemeinsam essen konnten. Ich bereitete alles vor, und als er nach Hause kam und ich die angegebene Uhrzeit um eine! Minute überschritt, legte er los und fing an zu wüten, wurde beleidigend.
Auf Kritik gegenüber seiner Fahrweise (viel zu dichtes Auffahren, Drängeln, einfach gefährliches und unvorsichtiges Fahren) wurde er wieder beleidigend, entweder ich solle das alles so akzeptieren oder mich verpissen. Genau so mit seinen Beleidigungen. So sei er halt, entweder ich komme damit klar oder nicht.
Ich schluckte alles runter und versuchte einfach alles, damit Harmonie herrscht.
Einmal zog ich ein Kleid an und darüber eine Jeansjacke, ich erinnere mich noch genau daran. Er schaute mich an und sagte "so gehe ich mit dir nicht raus", es würde richtig sch. aussehen. Ich würde nichts aus mir machen. Es hat mich wirklich so verletzt.
In letzter Zeit schien sich alles zu bessern. Ich muss aber auch zugeben, das ich mir einfach Mühe gab, ihn nicht zu verärgern. Aber seine ganzen Beleidigungen ("Behinderte, Bescheuerte, halt die Klappe, *beep" dich") habe ich zwar verziehen, jedoch nie vergessen. Konfrontiert auf sein Verhalten sagte er jedes mal, ich würde ihn ja dazu bringen so zu sein, weil ich ihn so wütend machen würde. Immer sobald er versöhnlich wird komme ich entgegen meiner Vernunft an wie ein kleiner bescheuerter Hund und verzeihe ihm alles (ohne, dass er sich dafür entschuldigt).
Hinzu kam in den letzten Monaten, dass ich mir immer mehr wünschte, für mich alleine zu sein. Alleine zu wohnen, niemandem hinterherräumen zu müssen, mich für nichts rechtfertigen zu müssen.
Im Juni erlitt ich dann einen Hörsturz, ich gehe davon aus, dass der ganze psychische Stress und mein ständiges Gedankenkarussell seinen Beitrag dazu geleistet hat. Wir standen kurz vor der Trennung weil ich es nicht mehr aushielt, meine Sachen waren gepackt und ich sollte gleich losfahren, um einen Mietvertrag zu unterschreiben. Dann kam er jedoch und wickelte mich wieder um seine Finger und ich war ihm wieder erlegen.
Ich habe immer wieder depressive Episoden, ich fühle mich so macht- und hilflos in meinem eigenen Leben. Als hätte ich keine Kontrolle und wäre einfach "ausgeliefert".
Und das, obwohl er in den letzten Monaten (bis auf heute) eigentlich wirklich gut zu mir war. Keine Beleidigungen, er war Aufmerksam, hat mir zugehört, war für mich da. Wirklich einfach liebenswürdig.
Abgesehen von kleinen Differenzen (einmal haben wir über unsere Vorstellungen von Erziehung gesprochen und waren da wirklich seeeehr unterschiedlicher Meinung. ) also "eigentlich" alles okay. Aber gut ging es mir trotzdem nicht.
Ich hatte die letzte Zeit (wie oben geschrieben) schlechte Laune und war einfach mies drauf. Als wir dann eine online Überweisung machen wollten, wollte ich alle Daten manuell Eintragen (zur Sicherheit), er hat dann darauf gedrängt den automatischen Vorschlag der Bank zu nehmen. Das habe ich dann gemacht, weil er schon wieder grantig wurde.
Es war dann falsch, und ich habe dann zu meiner Verteidigung gesagt, dass ich es ja manuell eingeben wollte (also somit Recht hatte). Plötzlich schreit er rum, ich soll aufhören rumzuzicken, meine Klappe halten und es einfach machen. Und was ich überhaupt für eine Laune hätte in letzter Zeit.
Dann hat er wieder den ganzen Tag nicht mit mir geredet, mich nicht beachtet als wäre ich nicht da (das hat er in Streitsituationen schon sehr oft gemacht. Er ignoriert mich dann, als wäre ich Luft, reagiert nicht auf Nachrichten). Am nächsten Tag ging ich sogar noch zu ihm hin (ich weiß, dass das eigentlich falsch ist, aber ich kann es einfach nicht aushalten) und wollte mich versöhnen.
Dann muss ich mir noch Vorwürfe anhören, ich würde mich wie eine Bescheuerte und Behinderte verhalten und ihm seine Laune verderben.
Heute kam dann der große Knall. Er hat mich angesprochen, was denn los sei.
Wieso ich so launisch wäre in letzter Zeit.
Ich habe ihm gesagt das ich mich nicht länger beleidigen lassen kann und das ich auch nicht glücklich bin in meinem Leben. Ich habe mich nicht getraut, ihm zu sagen, dass ich mich nach Freiheit und Ich-sein sehne.
Er meinte daraufhin, ich würde ihn ja unglücklich machen, es wäre meine Schuld, das er mich beleidigt, ich bringe ihn dazu, mache ihn so wütend. So will er nicht weitermachen wenn ich ihn so unglücklich mache. "Wie ein Zombie und Kamel ziehe ich jeden Tag meine Fresse".
Jetzt sitze ich hier und habe eigentlich das was ich wollte (die Trennung) und fühle mich trotzdem unendlich schuldig und schlecht. Als hätte es ja klappen können, wenn ich nur glücklich genug gewesen wäre. Als würde es an mir liegen, er hat sich ja lieb benommen in letzter Zeit, aber nichtmal damit war ich glücklich. Er hat sich süß verhalten, mir mit kleinen Geschenken eine Freude gemacht. Ich habe gemerkt das er mich wirklich liebt. Und jetzt habe ich seine Laune "durchtrieben" und er ist wieder so geworden.
Ich fühle mich einfach nur schuldig und schlecht.
Ich liebe ihn ja trotzdem und will einfach nur Harmonie . Aber ich merke, wie ich mehr und mehr kaputt gehe.