Meine erste Nacht in meiner eigenen Wohnung war okay. Ich habe jetzt diese Woche Urlaub. Ich muss alles einräumen, putzen und Sachen kaufen. So bin ich sehr abgelenkt, das tut mir gut. Es ist natürlich viel auf einmal.
Es fühlt sich aber toll an, Dinge zu tun, ohne sich rechtfertigen zu müssen.
Meine Grundstimmung ist natürlich Bescheiden. Es ist als würde ich unter einer Decke liegen und jemand sehr schweres drückt sich permanent auf mich.
Zitat:Ich glaube, dass du dich jetzt schlecht fühlst, liegt nicht an ihm, sondern er hat etwas bei dir hervor geholt, das es zu verarbeiten gilt. Meistens sind es Erlebnisse aus der Vergangenheit. Diese Dinge aus der Kindheit machen deine Persönlichkeit so aus, dass du als Erwachsene bereit bist dich krumm zu machen, damit eine Beziehung funktioniert.
Das wäre sehr traurig. Aber ich glaube, ich muss mich dem stellen. Sonst kann ich in keiner Beziehung "normal sein". Und das ist, was ich mir wünsche: eine normale Beziehung wo ich "ich sein" kann. Aber das setzt viel Arbeit in mich selbst voraus.
Und sch., ich habe das Gefühl, als ob mir die Zeit davon rennt, mit fast 28.
Ich bin am Montag alleine in meine Wohnung gefahren. Auf der Fahrt hat er mir geschrieben- "ruf mich mal an". Alleine diese Äußerung hat mich so wütend gemacht. Er ignoriert mich tagelang, interessiert sich nicht für mich und dann meldet er sich plötzlich und ICH soll ihn anrufen? "Wieso soll ich dich anrufen wenn du mit mir reden möchtest?" War meine Antwort.
Tatsächlich hat er mich dann auch angerufen. Aber ich war vorbereitet.
Er würde ja nur wissen wollen, wieso es jetzt so ist, für sein Gewissen. Meine Erklärungen, dass ich mich nicht mein Leben lang beleidigen lassen möchte und auch keine Kinder mit ihm haben möchte (Hintergrund war die Diskussion bzgl. verschiedener Erziehungsansichten), hat er irgendwie abgetan. Das wären ja alles keine "richtigen" Gründe. Seine Mutter vermutet, ich hätte mich getrennt, weil er mir immer noch keinen Antrag gemacht hat. Er hat dann gefragt, ob das stimmt. Ich musste lachen.
Ich habe ihm in jeder erdenklichen Art versucht klar zu machen, dass er meine Gefühle verletzt und das nicht sieht. Aber es ist unmöglich, er KANN es nicht einsehen. Als ob es eine Blockade in seinem Gehirn gäbe, die ihn nicht vorbei lässt.
Das wäre ja alles kein Grund. Ob ich überhaupt wüsste, wie andere Partner mit einander umgingen. Sein Vater hätte seiner Mutter schon längst ein Glas an den Kopf geschmissen. Er wäre ja nur so, weil ICH ihn unglücklich mache.
Und überhaupt würde er mich ja auf Händen tragen. Und ich wäre einfach zu verwöhnt. Er würde niemand kennen der seine Frau so gut behandelt wie er mich. Jeder würde sich mal streiten.
Ich habe versucht in jeder Weise klar zu machen, wie er sich wirklich verhält. Aber er versteht es nicht.
"Wenn ich es nicht verstehe, dann kann es nichts sein! Sonst würde ich es verstehen."
Ich habe die Hoffnung aufgegeben, es macht keinen Sinn.
Dieses Telefonat hat mir nur noch einmal mehr gezeigt, dass es nie auf Dauer klappen könnte. Ich würde immer wieder ausbrechen wollen.
Ich möchte nur irgendwie, dass er es trotzdem in den Griff bekommt. Ich möchte doch, dass er glücklich ist. Aber so wird das nicht klappen.
Dann wollte er noch die Erlaubnis von mir, mit meinem Vater telefonieren zu dürfen. Er hat ihn außer an seinem Geburtstag NIE angerufen. Und in den 7,5 Jahren vielleicht 5 Mal besucht. Er konnte nicht glauben, dass mein Vater hinter mir steht und mir Recht gibt.
Er tut mir einfach leid, dass er nicht erkennt, was er tut. Für ihn bin ich die "Böse" die "Drama macht" und zu verwöhnt ist.
Heute habe ich einfach nur Mitleid mit ihm.
Am Donnerstag sehen wir uns vielleicht zum letzten Mal. Er gibt mir meine Sommerreifen aus seiner Halle, ich gehe zum letzten Mal in unsere Wohnung um noch ein paar Sachen zu holen.
Ich möchte einfach abschließen.