Zitat von Nachtlicht:
Ich habe früher meine Leidensfähigkeit auch gern mal mit Stärke verwechselt.
Danke für den Hinweis!
Ich wollte dir eigentlich gerade widersprechen und habe noch einmal nachgelesen im I-Net. Ich liege zwar nicht grundsätzlich falsch mit meiner Aussage, aber ich kann auch erkennen das ich eigentlich aus einer ganz anderen Richtung komme bevor ich angefangen habe mich mit dem Thema Narzissmus auseinanderzusetzen. (vor fünf Wochen etwa)
Leidensfähigkeit im Sport hat etwas mit Stärke zu tun, Leidensfähigkeit in Beziehungen eher nicht. Dieser Unterschied war mir in der Deutlichkeit noch nicht bewusst.
Vielleicht zur Erklärung: Im Laufe des letzten Jahrzehnts bin ich zwei Mal Frauen begegnet, mit denen ich mich eigentlich auf Anhieb sehr gut verstanden habe, wir uns kennenlernten und ich insgesamt beeindruckt war, wie sehr sie im Leben stehen. Wie stark sie sind. Eine hatte diverse Schicksalsschläge hinter sich, die andere kam eher aus einem 'guten Haus'.
(natürlich gibt es mehr Menschen, denen ich in den letzten 10 Jahren begegnet bin.

)
Mit beiden Frauen hatte ich nie irgendwas, aber im gegenseitigen Verständnis wurde durchaus festgestellt, dass Mann/Frau sich mit dem Gegenüber durchaus wohlfühlt. Gemeinsame Unternehmungen, Spaziergänge, Essen gehen, etc. Das fühlte sich alles soweit richtig an für vielleicht irgendwann mal mehr.
Und dann gab es in beiden Fällen wieder Kontakt mit dem Ex. Bei der einen war die Beziehung drei Monate her, bei der anderen zwei Jahre. Nichtsdestotrotz bekam ich in beiden Fällen nach recht kurzer Zeit die bitte, doch den Kontakt zu beenden, sie hätten sich neu orientiert.
Tat weh, aber die Entscheidung ist halt zu respektieren.
Vor jetzt knapp sechs Monaten bin ich durch Zufall auf einem unserer Server einer Frau begegnet, (ich verkürze Mal die Vorgeschichte drastisch) die in einer - aus meiner Sicht - echten Notlage steckte. Sie wohnt rund 300 Kilometer weg. Das konnte ich nicht mit ansehen und half ihr da raus. Nachdem sie ihre neue Wohnung bezogen hatte, hatte sie kurz bevor ich wieder fuhr, Kontakt mit ihrem Ex. Das fand ich verwunderlich, weil sie mir echt gruseligen Scheeiß von ihm erzählt hatte. Aber ich musste zurück, den Transporter wieder abgeben.
Nach knapp vier Wochen kam ich für fünf Tage zu Besuch. Ich fand es zutiefst beeindruckend mit welcher Stärke und Zielstrebigkeit sie die letzten vier Wochen gemeistert hatte. Ich denke, in diesen fünf Tagen habe ich mich auch wirklich ernsthaft in sie verliebt. Was mir nicht guttat, weil mir wieder zu Hause klar wurde, das ich allerhöchstens ein guter Freund sein kann für ihre weitere Lebensplanung.
Nach knapp zwei Monaten fuhr ich wieder hin. Ich hatte ne Einladung von der gesamten Hausgemeinschaft da. Aber eigentlich wohnte ich halt drei Wochen bei ihr. Die Zeit da war sehr bunt.
Zwei Tage bevor ich wieder fuhr bekam ich durch Zufall das Fragment eines Telefonats von ihr mit, das sie mit ihrem Ex führte. Sie heulte am Telefon. Ich dachte, er hat sie angerufen und tut ihr wieder weh. Ich wollte helfen. Daraus entstand ein richtig fetter Krach. Ich bekam Vorwürfe an den Kopf geworfen, die ich nicht nachvollziehen kann. Zudem ist es eigentlich ziemlich schwer sich mit mir lautstark zu streiten. Am nächsten Tag erfuhr ich von ihr (als wir gemeinsam über den gestrigen Tag redeten), das sie ihn angerufen hatte. Aus einem Grund, den ich für ziemlich schwach finde. Aber ich musste ja eh packen für meine Abfahrt.
Wieder zu Hause fing ich an (wie das so meine Art ist) die drei Wochen zu reflektieren im Rahmen meiner Möglichkeiten. Dabei fielen mir immer mehr Ungereimtheiten auf. Eine in meinen Augen wirklich starke Frau nimmt zu einem Kerl, der ihr nachweislich nicht gut tut freiwillig wieder Kontakt auf. Mir unverständlich und ich machte mich dann auf die Suche im Netz, nach ähnlichen Verhaltensmustern.
Inzwischen sind es über 300 Stunden die ich lese und lerne. Ich habe durchaus auch viel über mich gelernt, kann endlich diverse Kapitel aus meinem Leben einem Sinn und Warum zuordnen, werde versuchen mir selbst eine Schematherapie zu suchen. Auch bei mir liegt vieles im Argen (wobei ich das auch schon vorher wusste nur noch keinen Namen dafür hatte). Und ich denke, ich weiß ganz genau wo sie drin steckt, was mit ihr los ist, etc. Dafür sind die Übereinstimmungen einfach zu groß. Eigentlich könnte ich sofort loslegen sie da auch wirksam rauszuholen. Die Vorbereitungen sind alle getroffen und eingerichtet. Aber mir ist während meiner Recherche dann auch bewusst geworden, das ich gar nichts machen kann, wenn sie nicht danach fragt. Ich würde ihr Recht auf Selbstbestimmung verletzen und das ist, egal wie ich es drehe oder wende, nicht okay.
Das ich sie Liebe ist mein Problem. Schon immer gewesen. Hab ich mir aber auch nicht wirklich ausgesucht. Über
Narzissmus.net und über das Buch "
Ein Nar_zisst packt aus" bin ich dann zu diesem Forum gekommen. Habe ein paar Tage mitgelesen und mich dann in dem Bewusstsein angemeldet, vielleicht ein wenig helfen zu können und auch weiter zu lernen.
Und damit schließt sich der Kreis. - Die Frauen die ich kennengelernt habe, sind in meinen Augen sehr starke Persönlichkeiten. So habe ich sie wahrgenommen. Meine ursprüngliche Aussage bezog sich nicht auf Leidensfähigkeit. Das wusste ich aber noch nicht.
In diesem Sinne meine liebe Nachtlicht:
Herzlichen Dank für deinen Satz. Ich habe wieder etwas gelernt.