Spike15
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ich möchte mir heute mal alles von der Seele schreiben und eure Meinung zu meiner Situation hören.
Ich bin mit meiner Frau seit 14 Jahren zusammen, die letzten 8 davon verheiratet. Wir haben 2 Kinder, 6 und 8 Jahre alt.
Die ersten 6 Jahre unserer Beziehung waren ein Selbstläufer. Da war alles einfach und super. Wir entscheiden uns für ein Kind und es klappte auch sofort. Unser Kind kamm leider mit einem Gendefekt auf die Welt. Er ist soweit top fit, aber am Rande der geistigen Behinderungen. Als wir die Diagnose bekommen haben, war meine Frau bereits mit Kind Nummer 2 schwanger. Kind Nummer 2 ist kern gesund.
Während meine Frau noch mit Kind Nummer 2 schwanger war, entschieden wir uns, in ihr Elternhaus zu ziehen und es zu sanieren. Ihre Eltern wohnen auch noch hier.
Ich machte alles selber. Es wurden alle Böden raus gerissen bis auf die Balken runter, und alle Decken runder gerissen. Alle Rohre und Strom erneuert und alles neu gemacht. Es wurde sogar angebaut.
In dieser Zeit wurde ihr Papa schwer krank und lag im Sterben. Er wurde kurz vor knapp noch gerettet. Ist aber seit dem nicht mehr so belastbar.
Dann ist unsere Tochter auf die Welt gekommen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir also einen Umbau am laufen, einen Sohn mit Handicap wo wir nicht wussten in welche Richtung es sich entwickelt, einen kranken Schwiegervater und dann Kleinkind Nummer 2.
Im ersten Lebensjahr unserer Tochter zogen wir dann in das Haus ein. Hatten aber immer noch jede Menge zu arbeiten an dem Haus. Und was passiert dann? Meine Schwiegermutter würde schwer krank. 14 Operation am bauch in 6 Wochen und eine letzte not OP bei der sie beinahe gestorben wäre. Hat es aber zum Glück geschafft. Gesundheitliche Probleme hatte sie schon früher, da aber wegen dem Fuß. Der war dann ein halbes Jahr später so kaputt das man ihn abnehmen musste.
Unser Hausumbau war immer noch im vollen Gange.
Da sagte meine Frau auf einmal zu mir, sie wünscht sich ein drittes Kind.
Ich war fix und fertig. Wir hatten seit Jahren nur Probleme und keinen Moment zum durchschnaufen, 2 Wickelkinder Zuhause, 2 angeschlagene Schwiegereltern mit im Haus, und waren noch nicht ganz mit dem Umbau fertig.
Ich sagte eindeutig nein. Und damit begann das Ende unserer Beziehung. Hier war rückblickend glaub ich der Punkt.
Meiner Frau ging es damit richtig schlecht. Sie wollte so sehr ein drittes Kind. Wir waren sogar bei der Paarberatung um uns helfen zu lassen. Aber auch die sagten, ein drittes Kind wenn nur einer es will, wäre falsch. Und meine Frau soll mal darauf schauen, woher dieser starke Wunsch kommt. Weil es für sie richtig schlimm war, diesen Wunsch nicht erfüllt zu bekommen.
Ich habe dann unterbewusst das Gefühl entwickelt, immer wenn ich meiner Frau nahe war, und emotional erreichbar, kommt sie wieder mit diesem Thema. Und dann diskutieren wir eine Stunde, jeder sagt seine Argumente, und am Ende ist meine Frau am Boden zerstört, weint fürchterlich und braucht wieder 2 Tage um in die Spur zu kommen.
Also zog ich mich emotional zurück. Nicht mit Absicht. Aber unterbewusst und aus Angst. Wir kuschelten nicht mehr viel auf dem Sofa, die Umarmung wurden kürzer und weniger innig. Sex gab es teilweise nur alle 2 Monate. Und das über knappe 3 Jahre hinweg.
Ich konnte einfach nicht anders. Jedes Mal bei dem Kinderthema war meine Frau danach so fertig, deswegen wollte ich diesem Thema aus dem Weg gehen.
Der Kinderwunsch bestand immer noch.
Meine Frau spürte natürlich das etwas nicht passt bei uns und hat das ein oder andere Mal schon gesagt, unsere Beziehung fühle sich nicht richtig an und da fehlt doch etwas. Ich sagte halt immer dass das Alltag sei und doch alles OK ist.
Vor einem halben Jahr suchte sie das Gespräch mit mir. Sie sagte, sie hat das Gefühl ihr fehlt etwas, sie hat sich früher nie richtig ausgelebt und sie fragt sich ob dass was wir hier haben, alles gewesen sein kann. Sie würde sich so gerne mal ausprobieren und diese Gedanken machen ihr Angst. Wenn ich ihr einen Freifahrtschein geben würde, würde es so viel Druck von ihr nehmen. Sie wüsste garnicht ob sie ihn nutzen würde, aber der Druck wäre weg. Mann muss dazu sagen, sie war 19 als wir zusammen gekommen sind und ich war ihr erster Freund.
Ich war völlig von der Rolle und wusste überhaupt nicht weiter. Ich machte sofort einen Termin bei einer Paartherapie aus. Die erste Sitzung machte ich alleine, die zweite machten wir zu 2. Der mann war nicht gerade der beste, aber das war nicht so wichtig. Er fragte sie ob da evtl ein anderer Mann schon im Spiel ist an den sie da denkt, sie sagte nein.
Ich hatte da einen im Hinterkopf. Aber sie sagte ja dem ist nicht so.
Sie kann immer wieder mit diesem Thema an, war verzweifelt und meinte, sie kann so nicht mehr und wenn ich es ihr nicht erlaube es auszuprobieren, hat es mit uns keinen Sinn mehr. Sie will einfach mal ausbrechen. Nur für einen Abend im Monat. Einmal nicht Mama, Ehefrau, organisatorin sein. Ich Depp hab natürlich ja gesagt. Ich hätte so Angst sie zu verlieren. Dachte mir den einen Abend im Monat, den halt ich schon aus.
Hab mich im Internet eingelesen über offene Beziehungen und so. Und wollte dann regeln aufstellen.
Hab gesagt auf keinen Fall im Freundeskreis. Da war es dann schon wieder bei ihr vorbei. Sie sagte dann kann sie es auch gleich bleiben lassen und ich meine es ja dann garnicht ernst.
Ich sagte wieder OK und änderte meine Entscheidung, sagte aber nicht mit dem einem Mann, der mir schon lang ein dorn im Auge war. Sie sagte erst OK, aber dann ist sie wieder angekommen und sagte das sie glaubt dass es nur mit ihm klappen könnte. Weil sie ihn kennt und er Recht locker nimmt mit den Frauen. Er immer wieder andere am Start hat, und sie glaub das er bei sowas dabei wäre.
Was hab ich natürlich wieder gemacht? Richtig, ich habe zugestimmt. .
Einfach aus Angst sie uns alles andere zu verlieren.
Ab dem Moment fiel wirklich eine lasst von ihr und sie fühlte sich leichter. Wir näherten uns wieder an und hatten ein kurzzeitiges hoch. So kannte ich sie garnicht mehr. So gut gelaunt und befreit. Sie hat bis dahin noch nicht mit dem anderen Mann gesprochen und ich dachte mir, so gut wie es gerade läuft, macht sie es vielleicht ja auch gar nicht.
Eines Nachmittags wollte sie ein Gespräch. Sie weinte fürchterlich und sagte sie muss mir was beichten. Sie sagte, sie hatte im Sommer einen Seitensprung. Also noch vor dem ersten Gespräch. Sie wollte mir aber nicht sagen mit wem. Ich war ihr nicht böse, ich verstand endlich alles. Ich war erleichtert, endlich zu kapieren was los war. Wollte aber dann schon wissen mit wem. Sie hatte so Angst das ich sie verlasse würde. Ich sagte das ich das nicht mache werde wegen so einem Ausrutscher.
Es war genau der Mann mit dem sie jetzt das andere probieren wollte.
Sie fragte mich ob das ausgemachte dann jetzt hinfällig sei. Ich sagte zu ihr, ja. Das ich das dann nicht mehr möchte. Sie sagte OK, und sie ist einfach nur froh dass ich sie nicht verlasse.
5 Tage später heulte sie wieder Rotz und Wasser und sagte mir dass ihr in unserer Beziehung trotzdem einfach gerade was fehle und wenn sie das andere jetzt nicht ausprobieren kann, wir uns auch gleich scheiden lassen können. Ich natürlich wieder total Panik bekommt und zugestimmt dass sie das machen kann was wir zuvor ausgemacht haben.
Sie sagte mir immer, es ist ohne Gefühle und ist für sie einfach nur ein ausbrechen aus dem Alltag und sie will trotzdem uns und unsere Familie erhalten.
Lange Rede kurzer Sinn. Sie war dann 3 mal verteilt auf 3 Monate bei ihm. Und hat jetzt Ende November sich von mir getrennt. Sie sagt er spielt da keine Rolle, er war einfach nur das Symptom für unsere Probleme die wir davor schon hatten. Sie könnte sich auch nie eine Beziehung mit ihm vorstellen weil er komplett anderst tickt wie sie und das nicht gut gehen würde.
Aber sie merkt einfach das sie überhaupt keine Gefühle mehr für mich hat und sich deswegen jetzt trennen will.
Ich kann jetzt dann ausziehen aus dem Haus das ich 7 Jahre lang umgebaut habe, muss meine Kinder verlassen und stehe alleine da.
Und das verrückte ist, ich liebe sie noch immer. .