Zitat von gabehcuod: Symbiotisch, übergriffig, intrusiv und dependent kann ich zum Verhalten der Mutter nur sagen.
Alice Miller nennt das "narzisstische Besetzung des Kindes durch die Eltern."
Die Frau kann und will nicht loslassen. Sie stülpt ihm ihr expanded self über, schränkt damit die Autonomie des Filius sehr stark ein und hat damit mit Sicherheit auch ganz kräftig bereits seinen Selbstwert demontiert.
Das ist die gleiche Art und Weise, wie Helikopter-Eltern ihren narzisstischen Nachwuchs heranzüchten.
Hilfe... ich habe mich wochenlang gefragt wie das früher zwischen ihnen wohl gewesen sein muss, welche Rolle er als Kind gespielt hat und als er älter wurde auch.
Er war auch Partner Ersatz für sie, denn sie versteht sich mit ihrem Mann nichtmehr so gut, und er war der einzige der mit ihr sprach im Alltag. Also Stille zwischen dem Ehepaar.
Zitat von gabehcuod: Was ist denn mit dem Verhältnis zu seinem Vater?
Zu seinem Vater hatte er immer ein angespanntes Verhältnis, er warf ihm auch vor nichts zu machen (also der SOHN dem VATER, das muss man sich mal vorstellen!), und er war halt der Mann-Ersatz für die Mutter.
Seitdem ich dann da war hatte es sich wohl etwas entspannt und die gesamte Atmosphäre anscheinend bissel aufgelockert, so schien es dann auch. Also Mutter u.Vater fanden wieder mehr zueinander, aber mussten sie ja auch denn ich krallte mir ja den Sohn und nahm ihn weg

Zitat von gabehcuod: Völlig nachvollziehbar - falls es Dich tröstet: Sie würde wahrscheinlich mit jeder Frau so umgehen, die ihr geliebter Sohnemann anschleppt. Motto: Du sollst keine anderen Götter nehmen mir haben.
Oft spielt da auch noch ein handfester Versorgungswunsch mit. Wenn der Sohn sich einer anderen Frau zuwendet, ist die spätere Versorgung gefährdet.
Ganz richtig, die Versorgung wäre nicht sichergestellt.
Dabei hab ich dort auch ordentlich mit geackert, ist nicht so dass ich dem nicht gewachsen wäre bzw bin diesen Hof zu führen, aber nicht unter solchen Bedingungen.
An sich ein sehr schönes Fleckchen, aber nur äusserlich ein Idyll, leider.
Zitat von gabehcuod: Genau - denn Rast und Ruhe würde bedeuten, dass die externe Anerkennung ausbleibt.
Das hat schon Suchtstrukturen als Ich-Sucht ... ich, icher, am ichesten.
Ja hier ist alles extrem ausgeprägt.
Und "man" ist stolz drauf.
Zitat von gabehcuod: Rettungsdienst oder Feuerwehr?

Zitat von gabehcuod: Es ist nicht nur die rein physische Distanz.
Ich wage mal zu prognostizieren, dass es schwer geworden wäre, einen ausreichenden emotionalen Abstand zu seiner Familie zu finden, weil er viel zu tief in diesen unguten, symbiotischen Verstrickungen gefangen ist.
Vielleicht hätte er Dir irgendwann daraus sogar einen Strick gedreht und Du wärst diejenige, die einen Keil zwischen ihn und seine Mama treiben würde.
Ja, vermutlich wäre es so gekommen.
Diese Befúrchtung hatte ich auch irgendwann mal oder sogar mehrmals, und ich habe mich auch nie richtig gut dabei gefühlt wenn wir darüber sprachen oder uns kümmerten um wegzuziehen, denn ich kam mir vor als trenne ich ihn bewusst von seinem geliebten "Kraftort", wie er sein zuhause immer nannte.
Ist auch nix verwerfliches dran, denn es gibt durchaus intakte Familien die miteinander unter einem Dach wohnen, also denke und hoffe ich zumindest dass es sie gibt.
Wissen tue ich es natürlich nicht.

Zitat von gabehcuod: Stimmt - er ist ja anscheinend der einzige, der sich wirklich um sie kümmert.
Ja, leider. (s.oben)