Liebe transparent,
ich grätsche jetzt wahrscheinlich vom Verlauf her ziemlich mittig in deinen Thread. Aber da du so erstaunt bist über einige Parallelen und Muster (so wie ich auch), mag ich zu zwei, drei Dingen, die sehr ähnlich in Bezug zu meiner Erfahrung sind, etwas schildern.
Auch ich war seine erste Partnerin (27 Jahre) und seine erste Frau in allem, auch die Beziehung zu seiner Mutter würde ich als emotional abhängig bezeichnen. Das erste Mal als ich auf sie traf, legte er häufig seinen Arm um ihre Hüfte, wenn er mit ihr geredet hat, er musste ihr unbedingt erzählen, dass ihm vorhin kurz schwindelig war; er fuhr ca. 2 Mal im Monat für eine paar Tage in die Heimat, telefonierte jede Woche stundenlang mit ihr; sprach ihr gut zu, kümmerte sich (ich fragte mich häufig, wieso kann er das nicht bei mir) oder lachte pausenlos wie ein Baby, das man den Bauch grault. Einmal ermahnte sie mich mit erhobenen Zeigefinger - ich habe ihren Sohn mit Respekt zu behandeln, sie erkennt ihn nicht wieder, wenn ich dabei bin, sie liebt ihre Kinder über alles und duldet so jemanden wie mich nicht unter ihrem Dach (der Auslöser war, dass ich nach zwei Tagen Geburtstag usw Marathon, nicht mehr unbedingt mit ihm und seinen Freunden in die Kneipe wollte, sondern fragte, ob wir auch zu xy nach Hause können - ich meine nicht, dass ich zickig gesprochen habe). Erst hat er mir danach gut zugesprochen, aber kurz bevor er Schluss gemacht hat, meinte er dann doch - und seine GESAMTE Familie hat Recht, er ist ganz anders, wenn ich dabei bin und er ist es gewohnt von seiner Mutter und Schwester, wenn er nach Hause kommt und oder was für sie macht, dass sie sich so freuen und ich wäre ja nicht so. Die Mutter hatte bereits überlegt, was ich im Nachbarland bei ihnen vielleicht arbeiten kann, damit der Sohn bloß auch wirklich bald wieder zurück kommt usw. Am Ende hatte sie mich auch "lieber". Am Ende glaube ich, er hätte mich nie so zuvorkommend etc wie seine Mutter und auch teilweise Schwester behandeln können; ich hätte immer hinterher gehinkt.
Auch ihm ist das Lob von Aussen sehr wichtig. Jeder denkt über ihn, was er für ein toller, toller toller, lieber junger Mann ist (dachte ich auch immer, aber auch mit komischen Gefühl dabei). Als er sein Studium wieder aufgenommen hatte, war er wie besessen alles mit 1 abzuschließen (ich habe ihm immer sehr akribisch geholfen), er wurde richtig wütend, wenn er nur eine zwei hatte. Als ich letztes Jahr mein Studium wieder aufgenommen hatte und ihn fragte, ob er meine Hausarbeit lesen könne, las er drei Seiten und meinte, es wäre zu komisch geschrieben und er habe keine Zeit, er hat auch noch Abgaben...).
Auch er betrieb Schuldumkehr, Gaslighting, Mauern, war passiv aggressiv, innerlich wusste ich, da ist irgendwas nicht korrekt, ich kann nicht an allem Schuld sein bzw ich bin nicht nur lieb, wenn ich schlafe, nach seiner Aussage.
Aber dass er der "Gute" ist und ich die "Böse" hatte sich in den Jahren irgendwie in mir eingebrannt, weil ich bin ja manchmal zickig, war sehr erschöpft und nörgelig letztes Jahr und ich habe ihn manchmal enttäuscht, ja... (das hat er mir gerne immer wieder vorgehalten, er hat mir anscheinend nie etwas verziehen). Erst dieses Jahr fing ich an mit Freunden zu reden, auch über die Dinge, über die er so enttäuscht war von mir und ich wieder so unverschämt war usw. Erst da habe ich einiges erkannt...Freunde haben mich darauf hingewiesen, dass ich da eigentlich nichts getan habe und sie selbst nicht verstehen wie man da enttäuscht hätte sein können; das war verrückt und auch etwas erleichternd; ich bin vielleicht gar nicht so schlimm, wie ich die letzten Jahre dachte und besonders nach dem Trennungsabgang.
Jetzt habe ich viel von mir geschrieben. Tut mir leid; ich empfand einige Parallelen. Ich habe viel von dir gelesen und war oft sehr beeindruckt von dir; die Worte über deine Auszeit und der Auseinandersetzung mit dir selbst in der Einsamkeit haben mir sehr gut getan. Sie schenken Hoffnung, es hat etwas in mir ausgelöst, ich danke dir liebe transparent 🌼
Ich werde die Tage deine Thread weiter lesen und überhaupt und sowieso wünsche ich dir eine entspannte Schwangerschaft und viel Freude bei den Gedanken an dein kleines großes Wunder in deinem Bauch ✨✨✨