Liebe/Lieber Clematis,
du hast mich schon wieder zu Tränen gerührt!
Zitat:Für dich aber bedeuten diese Tage soviel mehr. Du hast ein Stück deiner kleinen Welt zurück, in der es für dich emotional nur euch beide gab. ER ist wieder da. Und mit ihm eine Kraft, eine Energie, die du ohne ihn einfach nicht spürst. Auch du tust das, was dir möglich ist, um diese Tage gut sein zu lassen. Für dich, für ihn. Nur aus anderen Gründen als er - bei dir ist noch soviel Hoffnung, dass er ganz zurückkehrt zu dir.
Ich kann es nicht besser beschreiben.
Zitat:Was er nicht sieht, ist die hilflose Qual in dir. Und wenn du dann mal weinst, glaubt er vielleicht, das ist nur ein Moment, in dem es dir mal nicht so gut geht. Du einfach kurz traurig bist.
Ich glaube, er weiß wirklich nicht, wie schlimm es mir geht. Er hat mir z.B.schon mal gesagt, dass ich viel stärker bin als noch einem Jahr, dass es mir viel besser geht. Das war seit ein paar Wochen ja auch so. Aber ich war doch nicht bereit für eine Trennung!
Zitat:Dass das eigentlich DEIN normaler Zustand ist zur Zeit, und du nur manchmal nicht die Kraft hast, das tief in dir verborgen zu lassen - woher soll er das wissen? Woher soll er wissen, dass du immer noch so sehr hoffst? Woher soll er wissen, wie klein und weggeschubst du dich fühlst? Woher soll er wissen, dass du eigentlich gerne wissen möchtest, ob und wieviel er für diese andere Frau empfindet? Woher soll er wissen, dass du gar nicht weißt, wie du diesen (gefühlten) riesigen dunklen Berg Zukunft, den du vor dir siehst, bewältigen sollst?
Woher soll er wissen, wie unglaublich schwer es für dich ist, vernünftig zu sein und zu handeln?
Soll ich es ihm sagen? Soll ich so offen sein und mich vor ihm "entblößen"?
Zitat:Da stehst du nun wie auf einem Drahtseil. Das hin- und herschwankt. Es schneidet sich in deine Füße. Aber das macht nichts. Denn du siehst ihn am Ende stehen - und dort willst du hin. Links und rechts siehst du nur den Abgrund - tief und dunkel. Es kostet dich unglaublich Kraft, nicht runterzufallen. Und es macht dir furchtbare Angst.
Aber vorwärts -zu ihm- kommst du gar nicht. Er hält ja auch gar nicht die Arme offen und dir entgegengestreckt, macht dir gar nicht den Mut, weiterzugehen (du hoffst es nur, achtest auf jede seiner noch so kleinen Handlungen, die vllt. ein gutes Zeichen für dich sein könnten..). Denn er schaut in eine andere Richtung. Doch du wünscht dir so sehr, dass er sich umdreht - zu dir. Dass er dir Mut macht. Dass er dich liebevoll ansieht. Es nicht umsonst ist, dass du dich so bemühst...
Aber du könntest auch diese Kraft benutzen, um umzudrehen, Belladonna. Runter von dem Seil, dass so schmerzhaft einschneidet. Zurück zu dir. Auf deinen Platz im Leben, der nicht nur "geduldet" ist und auf dem du nur zu "funktionieren" hast. Denn du bist nicht verkehrt. Du hast nur etwas zu bewältigen, was dir bisher das Leben nicht so leicht gemacht hat, wie du es manchmal gebraucht hättest.
Das werde ich mir ausdrucken und immer und immer wieder durchlesen. Ich fühle mich so verstanden von dir, dass es mir schon fast "umheimlich" ist.
Zitat:Sei ehrlich zu ihm. Es ist nicht schlimm, dass du fühlst wie du fühlst. Er hat nur eine alte Wunde schmerzhaft aufgerissen, als er sich weggedreht hat von dir. Und damit musst du jetzt zurechtkommen. Musst sie heilen lassen. Nicht mit dem, was er dir noch geben kann... diesem durchlässigem Pflaster. Er ist jetzt nur der Auslöser, nicht der Verantwortliche für die alte Wunde.
Er ist auch nur ein Mensch, mit Stärken und Schwächen. Kein Heiliger, kein Schuldiger. Nur ein Mensch von vielen - so wie du auch.
Ich habe ihm einen Brief geschrieben und habe den "Rucksack Vergleich" mit eingebaut. Ich würde dir diesen Brief so gerne schicken, mich interessiert, wie du darüber denkst. Ob du noch ehrlicher und offener wärst.
Ich weiß nicht, was ich noch schreiben soll außer DANKE!
