Belladonna24
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ich lese hier schon eine ganze Weile mit und habe einige Male Beiträge gelesen, die mich sehr an mich und meine aktuelle Situation erinnern. Dennoch habe ich mich dazu entschieden, meine Situation zu schildern, allein schon weil es mir wahrscheinlich gut tun wird alles mal aufzuschreiben.
Ich bin seit drei Jahren mit einem tollen Mann zusammen, seit zwei Jahren wohnen wir zusammen. Abgesehen von den ersten drei bis vier Monaten der Beziehung haben wir seitdem ständig mit Problemen, Stress und widrigen äußeren Umständen zu tun. . Alles ging los mit einer schweren Depression meinerseits. Ich hatte im Vorfeld nie Probleme in diesem Bereich, im nachhinein hat mein Körper anscheinend lange Zeit einfach nur "funktioniert" und als dann endlich alles gut war meldete sich mein Körper mit der Depression zurück. Ich weiß, dass ist eine sehr laienhafte Erklärung aber alles andere würde den Rahmen hier wirklich sprengen. Als es mir richtig schlecht ging, wollte ich mich trennen, da wir uns kaum kannten und ich selbst nicht wusste was mit mir los ist. Ich wollte ihn auch vor mir und den unberechenbaren Stimmungsschwankungen schützen. Er hat mir aber gesagt, dass wir das zusammen durchstehen und er genug Kraft für uns beide hat. Die Probleme gingen weiter in Form von Prüfungsstress, Zwangsversteigerung des Hauses in dem wir gewohnt haben weil die Vermieterin Nebenkosten nicht weitergeleitet hat,extreme familiäre Probleme und und und. Jedesmal wenn wir gedacht haben es könne nicht mehr schlimmer werden, kam ein neues Problem hinzu.
Seit letztem Sommer habe ich endlich einen ambulanten Therapieplatz und seit Ende des Jahres kann ich sagen, dass es mir besser geht. Eigentlich könnte jetzt alles endlich wieder aufwärts gehen aber seitdem es mir besser geht, sagt mir mein Partner, dass seine Gefühle für mich stark nachgelassen haben. Er habe das erste Mal das Gefühl, dass wir es als Paar nicht schaffen und das er keine Kraft mehr habe zu kämpfen.
Wir haben schon zwei, drei Mal heulend stundenland zusammengesessen und wussten nicht weiter. Wir mögen uns weiterhin sehr, ich liebe ihn auch weiterhin und kann mir ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen. Er hat mir durch diese schwere Zeit geholfen, weiß mehr von mir als meine Mutter und hat mir immer zur Seite gestanden. Er ist mein Hafen, den ich brauche, damit ich nicht wieder zusammenbreche.
Er sagt mir ständig, dass er gerne mit mir zusammen sein möchte aber die Gefühle einfach nicht mehr ausreichen und er zweifelt sehr daran, dass diese Gefühle wieder kommen können.
Nachdem eine endgültige Entscheidung mehrfach aufgeschoben worden ist und wir zwischenzeitlich wirklich gute Phasen hatten, hat er mir nun mitgeteilt, dass er sich seiner Gefühl weiterhin unklar ist und nicht weiß was er machen soll. Die Situation macht ihn sehr fertig, er macht sich ständig Gedanken, kann nur noch schlecht schlafen und fühlt sich ausgepowert. Auch wenn es vielleicht falsch ist/war bitte ich ihn die ganze Zeit uns nicht aufzugeben, sage ihm dass ich nun Kraft habe für uns zu kämpfen und dass Gefühle wieder kommen können.
Wir sind beide total fertig, mögen uns sehr, sind beste Freunde aber seinerseits fehlen die Gefühle für eine partnerschaftliche Beziehung. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ständig muss ich weinen, versuche seine Nähe zu suchen obwohl er das nicht möchte und mache wahrscheinlich alles falsch, was man falsch machen kann.
Einige werden sich vielleicht denken, dass eine dreijährige Beziehung nicht sehr lang und wir beide schon irgendwie darüber hinwegkommen. Er hat mich aber durch diese schwere Zeit begleitet, bei ihm konnte ich auftauen. Vielleicht sollte ich noch dazu erwähnen, dass ich eigentlich ein totaler Einzelgänger bin, der sich am Liebsten auf sich selbst verlässt und niemanden an sich ran lässt. Er ist erst der zweite Mensch in meinem Leben, dem ich blind vertraue. Ich würde alles für ihn machen und fast alles dafür tun, dass wir weiterhin zusammen bleiben und beide glücklich sind.
Ich freue mich auf eure Meinungen, Ratschläge und Gedanken zu meinen Zeilen.
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