LonelyGuy
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Bin (28 Jahre) mit meiner Freundin (26 Jahre) seit 6 Jahren und 8 Monaten zusammen, für uns beide war es die erste richtige Beziehung und auch die ganz große Liebe. Ich sitze wegen einer Muskelkrankheit im Rollstuhl und war unheimlich stolz so eine Freundin gefunden zu haben. Sie machte mein Leben erst so richtig Lebenswert. Nach einem Jahr zogen wir zusammen. Es war alles großartig, endlich weg von den Eltern und mit meinem Schatz zusammen sein, jeden Tag. Sie nahm mich vom ersten Tag an bis heute so wie ich bin, nie ein schlechtes Wort oder irgendein Zweifel wegen meiner gesundheitlichen Situation. Sie war immer für mich da und unterstützte mich wo sie nur konnte. Ende 2011 bekam ich starke Depressionen, die ich wohl schon lange unterschwellig hatte, die aber durch einen Suizid in meiner Familie erst richtig ausgebrochen ist. Ich war 7 Wochen lang stationär in Behandlung und danach noch über ein Jahr in ambulanter psychologischer Betreuung. Danach fing ich immer wieder an, an ihr herum zu meckern, sei es ihr Kleidungsstil bzw Äußeres, ihre eher zurückhaltende Art oder der nicht immer erfüllende Sex. Ich forderte und mäkelte an ihr herum und sie gab sich trotzdem Mühe diese Dinge zu ändern.
Durch den Klinikaufenthalt merkte ich erst wieder das es auch noch andere Frauen gab, die mir rein vom äußerlichen besser gefielen als meine Freundin. Das hat sich bis heute nicht geändert, im Gegenteil. Über die Jahre war ich immer mehr an anderen Frauen interessiert, jede zweite sah besser aus als sie, sprach mich mehr an, die ein oder andere lächelte mich nett an usw. Dadurch manifestierte sich der Gedanke: „irgendwann kommt noch eine bessere als die jetzige“. Teilweise suchte ich auch im Internet nach bestimmten Frauen, deren Namen ich wusste (z.B. aus dem Krankenhaus) und malte mir mit der einen oder anderen irgendeine Phantasie-Zukunft aus. Man kann sagen ich hinterging meine Freundin. Immer und immer wieder kamen mir auch Zweifel an der Beziehung und meiner Gefühle zu ihr und ich erzählte es ihr auch immer, sie tröstete mich und zeigte trotz all dem Verständnis und es wurde wieder besser. Wir hatten wieder Spaß und verstanden uns gut, halfen uns gegenseitig. Ich war auch oft für sie da und unterstützte sie so gut ich eben konnte. Dafür ist sie mir auch dankbar, dass weiß ich. Wir haben beide immer wieder versäumt mehr für die Beziehung zu tun, wir stellten sogar Regeln auf, wie gemeinsame Unternehmungen, eigenen Hobbies oder Interessen nachgehen, ein geregeltes/geplantes Sexualleben. Das ging mal kurze Zeit gut und wieder verfielen wir in alte Muster und es schleifte so dahin.
Nun ist es seit ca. 5-6 Wochen so das ich diese Gedanken und Gefühle erneut habe, allerdings legt es sich überhaupt nicht mehr. Anfangs sagte ich mir noch, du liebst sie, also wird das schon wieder irgendwie. Sie gibt sich seitdem große Mühe mich aufzumuntern und unternimmt Dinge mit mir. Wir waren Essen oder nur mal was trinken, waren Shoppen usw. Nichts änderte sich an meinen Gefühlen. Ich war sogar wieder 1 ½ Wochen in der psychatrischen Klinik, weil ich dachte es sind nur Depressionen. Waren es aber nicht, es ist der Partnerschaftskonflikt der mir so zu schaffen macht. Auf eigenen Wunsch wurde ich entlassen und versuchte die Beziehung irgendwie zu retten indem ich Zeit mir ihr verbringe etc. Ich weine/heule täglich, ich habe die ganzen Wochen schon nicht viel Hunger, habe mitunter Brechreiz, zittere immer wieder und mein Puls ist dauerhaft erhöht. Mein Körper sendet mir also Signale. Mittlerweile ist es so das ich mir meiner Gefühle für sie nicht mehr wirklich bewusst bin, d.h. eher nur noch Freundschaft empfinde (sagte ich ihr bereits), allerdings suche ich ständig Kontakt zu ihr, streichle sie, umarme sie. Ich bin am durchdrehen wenn ich nur daran denke das ich hier in unserer Wohnung allein sein muss, komplett ohne sie, ohne unsere 2 Kaninchen. Ich habe dann gar nichts mehr! Mein Lebensmut und der Sinn weiter zu machen ist dann weg. Von meiner Familie versteht es niemand das ich so denke und meine Freundin „wegschmeiße“. Ich kann es einfach nicht schätzen was ich habe und mir steht es nicht mehr an, aber gerade ich dürfte nicht so denken, weil ich mir damit alles nehme! Nun ist es soweit das meine Freundin verständlicherweise nicht mehr richtig kann und will. Sie hat erst seit einem Monat einen neuen Job (den sie für mich/uns angenommen hat, damit wir mehr Zeit haben und wo sie aber weniger verdient als vorher). Der Punkt ist, alle hassen mich dafür. Alle geben mir die Schuld, was wohl nicht mal falsch ist. Sie wird sich wahrscheinlich heute eine Wohnung anschauen, denn wenn dann will sie schnell weg und auch keinen Kontakt mehr, obwohl sie mich liebt. Aber sie kann nicht ewig auf mich warten, sie will mal Kinder etc haben.
Ich will das alles nicht, aber ich kann trotzdem nicht anders... ich weiß das mich das umbringen wird. Sie war immer meine Stütze, mein Lebenssinn. Ich werde dann hier in unserer noch gar nicht so alten, neuen Wohnung sitzen, die wir uns Ende 2012 noch gemeinsam eingerichtet haben. Alles erinnert mich an sie. Der Gedanke das ich sie nie wieder um mich haben werde zerstört mich, allein in unserem Bett zu liegen zerreißt mich. Und trotzdem bekomme ich diese Gedanken an andere Frauen nicht weg. Obwohl ich gar nicht in der Lage wäre jetzt irgendwelche Frauen zu „daten“ oder sonst was. Ich merke schon jetzt immer mehr wie ich keine Lust mehr habe weiter zu machen, wofür auch? So eine wie sie bekomm ich nie wieder, die mich so unterstützt oder mich so bedingungslos liebt. Und selbst wenn, dann vergleiche ich die neue doch auch nur mit der jetzigen!?
Kennt das jemand von euch? Das man die Beziehung eigentlich selbst beendet, aber trotzdem nie darüber hinweg kommen wird und keinen Sinn mehr sieht? Das man die Liebe seines Lebens gehen lässt, auch wenn es einen umbringt? Wenn ich jetzt schon weiß das es ohne sie nicht geht? Was soll ich nur tun? Kann ich das nicht doch hinbiegen, mit einer Therapie oder Hypnose?
Ich danke euch und sorry für den langen Text.



