Majnona
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da ich langsam ein bisschen verzweifle, wende ich mich hoffnungsvoll an euch:
Seit zwei Monaten date ich (29) einen jungen Herrn (30), der mir schon nach ein paar Tagen gesagt hat, dass er mich aus kulturellen Gründen nicht heiraten kann. Seine Eltern wollen eine Frau derselben Herkunft, und zusätzlich stört es ihn, dass ich vor fünf Jahren ein paar Wochen lang einen seiner Freunde getroffen hatte (wir hatten damals keinen Sex und auch Gefühle waren nicht wirklich involviert). Das hat mich natürlich erstmal ein wenig "abgeschreckt", allerdings nicht besonders nachhaltig - ich dachte bis er heiraten wird, wird es eh drei, vier oder fünf Jahre dauern, und bis dahin können wir ja einfach gucken was passiert - vielleicht funktioniert es sowieso nicht, oder vielleicht liebt er mich bis dahin so sehr, dass er dann sowieso nicht mehr ohne mich kann.
Also geht das mit uns jetzt schon eine Weile und wir haben beide Gefühle aufgebaut. An sich läuft es super, wir harmonieren sehr gut und er bringt viele Eigenschaften mit, die mir wichtig sind - nur alle ein bis zwei Wochen bringt er das Heiratsthema auf und meint wir sollten es besser bei Freundschaft belassen, da er merken würde, dass ich Gefühle aufbaue, und er mich nicht verletzen wolle (er lässt es sich total aus der Nase ziehen, aber spricht dabei wohl auch über sich selbst). Tja und dann geht es eigentlich jedes Mal weiter wie vorher, sehr beziehungsmäßig.
Seit zwei Monaten schickt er mich also auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle - die meiste Zeit verhält er sich als wären wir zusammen: er ruft mich jeden Tag an, stellt mich seinen Freunden vor, kümmert sich um mich, und überrascht mich mit süßen Aktionen wie einem tollen Frühstück oder einem Mitbringsel aus dem Supermarkt ("du hast doch gesagt, die magst du so gerne"). Und dann zieht er doch wieder seine Hand weg, fragt mich nicht ob wir uns sehen, oder bekommt gleich wieder seine Tage und sagt ganz direkt, dass wir nur Freunde sein sollten. Er wirkt auf mich ziemlich zerrissen. sagt mir Dienstag Nachmittag am Telefon dass das mit uns nichts wird, um mich Mittwoch Abend vor seinen Kollegen zur Begrüßung auf den Mund zu küssen, und zu fragen ob ich mit zu ihm nach Hause komme. Und um dort dann auf der Couch schlafen zu wollen, ohne irgendwas zu versuchen. (wir hatten schon ein paar Mal Sex, aber grundsätzlich trifft er mich sehr gerne draußen zum Spazierengehen, Kaffee trinken, Shoppen usw.).
Seinem Freund zufolge soll er gesagt haben er würde keine bessere finden als mich und er würde mich lieben und mit mir zusammen sein wollen, aber er könne mich nicht heiraten und wolle mir und sich selbst nicht das Herz brechen. Ein paar Tage später folgte dann auch ein "Liebesgeständnis" mir gegenüber, direkt gefolgt von dem obligatorischen "aber ich kann dich nicht heiraten". Ich bin mir ziemlich sicher dass er tatsächlich Gefühle für mich hat, aber sich nicht auf mich einlassen möchte, da ich nicht seinen Vorstellungen entspreche. Er meint über die Sache mit seinem Freund nicht hinwegsehen zu können, und dass seine Eltern mich nicht akzeptieren würden (die Mutter hatte ich übrigens sogar kurz in einem Videochat kennengelernt - also ich verstehe ihn wirklich null).
Nun zu meiner Frage: War jemand schon einmal in einer ähnlichen Situation und möchte seine Erfahrung teilen? Ich bin völlig hin und her gerissen. einmal denke ich, ich muss einfach Geduld haben - klar entscheidet er sich nach zwei Monaten nicht für mich, aber vielleicht nach einem halben Jahr? Und dann kommt wieder ein Anflug von Selbstwertgefühl, der fragt warum eigentlich schon wieder ich beweisen muss, dass ich es wert bin und kämpfen, wenn es doch mal umgekehrt sein sollte. Und der Gedanke, dass er mich vielleicht zu 1000% lieben würde, und sich trotzdem gegen mich entscheidet um seine Eltern glücklich zu machen, oder weil er einfach so überzeugt ist, dass ich nicht seine Ehefrau sein kann. Bei unserem letzten Gespräch gestern Abend klang es auch so, als wäre er sich ziemlich sicher, richtige Liebe für mich zu entwickeln wenn wir eine Beziehung führen würden - wovor er wohl Angst hat, da er ja meint mich nicht heiraten zu können (und wahrscheinlich auch weil er sagt diese noch nie empfunden zu haben). Er stellt das mit der sich entwickelnden Liebe zwischen uns auf jeden Fall als etwas unvermeidbares hin, da ich ihn ja so gut behandeln würde, so hübsch wäre, so einen tollen Charakter hätte usw.
Ich freue mich auf eure Einschätzungen! Liebe Grüße