Zitat von Mayla:Für mich bedeutet Selbstliebe nicht mehr, als dass man gut für sich selbst sorgt, dass man liebevoll mit sich umgeht, dass man ein gutes Gefühl für sich selbst entwickelt. Dass man so lebt, dass es einem als Mensch gerecht wird, dass man nicht gegen sich arbeitet und gegen seine Werte lebt, dass man seine Integrität wahrt.
Man braucht in der Tat kein Internet, um zu dieser Erkenntnis zu gelangen. Wenn man im Einklang mit der Natur lebt, dann entwickelt sich eine gesunde Selbstliebe eigentlich ganz von alleine.
Das ist ganz wunderbar zusammengefasst, was das Wesen der Selbstliebe ausmacht. Ausmachen sollte. Ergänzen möchte ich noch, dass man nicht nur gute Gefühle sondern auch gute Gedanken sich selbst gegenüber hegen soll - oder lernen, dies zu entwickeln. Gerade der Naturgedanke, dass wir Teil der Natur sind und mit ihr auf´s Tiefste verbunden sind, diese Erkenntnis richtig zu begreifen und zu verinnerlichen, führt fast automatisch zur Selbstliebe. Der Philosoph Schelling hat gesagt, dass im Menschen die Natur die Augen aufschlägt. Und weiter hat er gesagt, dass die Natur sich in einem unendlichen nicht abschließbaren Entwicklungsprozess befindet, deren höchste Form im Geist des Menschen zum idealen Entziel der Entwicklung der Natur, der Selbstwerdung Gottes voranschreitet. Ein ungeheurer Gedanke. Wenn das so ist, dann ist es letztlich die Bestimmung des Menschen, sich weiterzuentwickeln, im Auftrag der Natur und dennoch in aller Freiheit die uns Menschen nun einmal gegeben ist. Als Menschen sind wir Teil der Natur aber dialektisch ebenso sehr "Freigelassene der Natur", wie Herder das formuliert hat. Wir sind frei dazu im Einklang mit der Natur, unserer Natur zu handeln aber ebenso sehr, und dagegen zu wenden, was letztlich unsere Möglichkeiten mehr und mehr einschränkt.Wir entwickeln uns zurück, wir degenerieren, wir verkümmern, wenn wir nicht achtsam mit der Natur umgehen, nicht Verantwortung übernehmen, die uns als Mensch nun einmal aufgegeben ist als freie Naturwesen.
Wenn wir es dagegen schaffen, im Einklang mit der Natur zu leben, zu lernen, da entwickeln wir uns - das heißt, es eröffnen sich uns immer neue Möglichkeiten, wir gewinnen Freiheit dazu, wir können unser tiefstes Sein entfalten. Die Urbedinung dieser Möglichkeit ist das, was der große theologisch-philosophische Denker Nikolaus Cusanus "Gott" genannt hat. Eine wunderbare Idee, und wir sind frei, Gott uns so vorzustellen, wir wir wollen.....
Und Liebe ist nichts anderes als die Förderung dieser Entwicklung in uns selbst durch achtsames Mitgefühl durch uns selbst als die Selbstliebe oder die mitfühlende Förderung des anderen, in der Liebe zum anderen Menschen. Da wir alle Naturwesen sind und als solche Körper haben, gehört selbstverständlich auch die körperliche Liebe dazu.....
Oder sollte ich besser als "selbstverständlich" sagen: Natürlich? Natürlich!
