Zitat von NureinMensch:
Genau das ist der Punkt,der mich beschäftigt.
Meinst du nicht,das dass dein Gegenüber merkt und das dadurch die Beziehung nicht zu 100% erfüllt ist.
Weist du was ich meine?
Doofes Beispiel,ein Chirurg der nicht 100% gibt und sich nicht für seinen Patienten aufopfert also in dem Fall um sein Leben kämpft,wird den Patienten doch verlieren?
Ist so nicht auch ein scheitern der Beziehung auf lange Sicht vorprogrammiert?
Ich weis nicht warum ich mir in.letzter Zeit solche Fragen stelle,sry.
Ich bleibe mal bei deinem Beispiel.
Ich möchte nicht von einem Chirurg operiert werden, der sich für seine Patienten aufopfert, der ständig über seine Grenzen geht und dadurch erschöpft und unkonzentriert ist.
Ich möchte von einem Chirurg operiert werden, der leidenschaftlich gerne seinen Beruf ausübt, der voll und ganz beim Patienten ist, wenn er seine Arbeit tut und der sich danach auf sich selbst besinnt, der auf sich achtet, der sich gut ernährt, der Sport macht, der Zeit für seine Familie findet oder etwas anderes, das ihn erfüllt. Das wäre für mich idealtypisch. So ein Chirurg wird viele Jahre voller Power seine Arbeit machen können und seine Fähigkeiten in den Dienst der Gemeinschaft stellen können, nicht derjenige, der Doppelschichten schiebt und seinem Körper viel mehr aufzwingt, als er leisten kann. Das endet in Burnout und/ oder Suchtverhalten.
Genauso ist es auch in der Partnerschaft. Wenn du das Gefühl hast, dass du dich "aufopferst" dann ist etwas nicht im Gleichgewicht. Sich opfern, in der Opferrolle sein, das ist für mich nicht positiv besetzt, sondern das klingt mühselig, als ob man sich zwingen muss. Natürlich gibt es auch Dinge des Alltags, die man aus Pflichtgefühl tut, das ist ja klar, aber auch das ist für mich eigentlich kein Opfer. Es gibt halt Dinge, die getan werden müssen. Jemand, der sein Leben selbstbestimmt in die Hand nimmt und für sich Verantwortung übernimmt, spricht nicht von "sich opfern". So jemand sagt "ich helfe dir gerne", wenn er helfen kann und er sagt "nein, ich kann nicht jetzt nicht", wenn es nicht geht. Und ein guter Partner wird dann nicht beleidigt abziehen, sondern wird das respektieren und es zu schätzen wissen.
Wenn du wissen möchtest, wie Selbstaufgabe und Aufopferung aussieht, dann hör dir das Lied "Ich lass für dich das Licht an" von Revolverheld an, ein wunderbares Lied um zu erfahren, wie es in der Partnerschaft nicht sein sollte...
...ich lass für dich das Licht an, obwohls mir zu hell ist, ich hör mit dir Platten, die ich nicht mag, ich bin für dich leise, wenn du zu laut bist, ...ist mir alles egal, Hauptsache du bist da...
Wer so eine Art von Partnerschaft führt, wird nicht mehr lange "Halt dich an mir fest" singen können, weil er irgendwann zusammenklappt.
...wobei ich mich bei dem Teil mit dem Jacketeilen wieder mit J. Strate versöhnen kann...
