Vielleicht bringen dich meine Erfahrungen weiter?
Ich muss mich jetzt doch mal für die Menschen mit einem solchen sehr traurigen Schicksal einsetzten.
Ich denke Narzissmus wird schon als Kind "antrainiert". Mir ist heute bewusst dass meine Mutter auch solche Züge an sich hat und ich leider auch sehr viel von ihrem Verhalten "kopiert" habe.
Ich hatte nur dass Glück dass ich als Kind schon rebelliert habe und als Jugendlicher die Kraft hatte auszubrechen und mir meinen Freiraum und mein Leben zu erkämpfen. Ich musste sie mehrfach aus meiner Wohnung schmeißen und habe mich ihrem Kontrollwahn entzogen.
Die antrainierten Verhaltensweisen wie ewiges Besserwissen, alles alleine machen wollen, anderen nichts zutrauen... habe ich, ohne das ich gewusst habe wo es her kommt, die letzten Jahre von mir aus schon weitestgehend abgelegt. Ich habe irgendwann angefangen zu erkennen dass so ein Verhalten bei den Mitmenschen nicht besonders gut ankommt und habe es langsam geändert. Jetzt wo mir bewusst ist wo es herkommt reflektiere ich mein Verhalten der letzten Jahre und mit wird immer mehr klar. Die letzten Reste dieses antrainierten Verhaltens bin ich am ablegen und es gelingt mir ausgesprochen gut.
Zu diesen Erkenntnisse bin ich nur durch meine Ex Beziehung gekommen.
Ihr Vater ist ein extrem Fall was Kontrollwahn und Egoismus betrifft, es ging sogar soweit dass er mir sogar mein Leben vorschreiben wollte als meine Freundin in der Reha war. Er beschimpfte und beleidigte mich aufs Übelste, er ging auf mich los, nur weil ich mich nicht seinem Willen gebeugt habe. Mit dem Ergebnis dass mir nicht anderes übrig geblieben ist als zu lachen. Damit hat er dann erkannt dass ich mich nicht vor ihm auf die Knie in den Dreck schmeisse.
Meine Freundin hat es sogar nach ihrer Rückkehr akzeptiert dass ich nicht will dass ihr Vater jemals wieder einen Schlüssel zu ihrem Haus, aber unser Zuhause, bekommt. Sie sagte sogar von sich aus dass wir Weihnachten etc. zukünftig ohne ihn, nur für uns feiern.
Ein sehr sehr großer Schritt für sie, weil tief in ihr drin wollte und will sie selber daraus.
Sie versteht aus sehr viel, auch sehr viel von ihrem verletzenden Verhalten mir gegenüber. Wir haben oft darüber geredet. Ich war auch der erste Mensch dem sie sich so geöffnet hat. Sie hatte auch wirkliches Einsehen.
Ich war es der ihr die Kraft gegeben hat anzufangen sich daraus zu lösen. Ich war der erste Partner mit der sie und ihre Tochter in Urlaub gefahren ist ohne dass Ihre Eltern alles geplant habe und natürlich mit dabei waren.
Sie sagte mir so Sachen wie: "Ich bin es einfach nicht gewöhnt dass da jemand ist der sich Sorgen um mich macht, ich kann damit nicht umgehen weil ich es noch nie erlebt habe und deswegen reagiere ich in vielem Aggressiv weil ich nicht anders kann."
Ihre Verlust und gleichzeitig Bindungsängste, Distanz und Nähe könnte sie mir auch erklären.
Sie meinte sie hätte keinerlei Selbstwertgefühl und fühlt sich selber wertlos. Sie sehnt sich nach Nähe, aber wenn die Nähe da ist wird sie davon erdrückt. Sie sagte "ich fange dann mit dir Streit an, damit du sauer bist und gehst und ich für mich darin die Bestätigung bekomme nichts wert zu sein"
Problem ist nur, dass sie immer wenn sie mit einer Situation nicht klarkommt, zuviel Nähe da war oder ich Kritik an Ihr äußerte (berechtigt oder unberechtigt) sie genauso reagiert wie sie es als Kind erlebt hat.
"Normales" Zwischenmenschliches gleichberechtigtes Verhalten hat sie nie erlebt und nie kennen gelernt. Daher kam es auch oft zu den irrsinnigsten Reaktionen die nicht einzuordnen waren.
Beispiel ist einer unserer letzten Streits und ein vorheriger Auszug von mir. Sie hat zwar gelitten aber ein Anruf um darüber zu reden und eine Lösung zu finden konnte sie nicht. Stattdessen rief sie an und machte mir die übelsten Frechheiten wann ich endlich meine restlichen Sachen bei ihr abhole. Als ich ihr sagte: "die Tage, ich muss sehen wie ich Zeit bekomme" ging es richtig ab und ich hab einfach aufgelegt.
Eine Stunde später stand sie vor der Tür, mit meinen Sachen. Wieder beschimpfungen, volles Programm.
Ich meinte dann nur:"OK, Danke, dann laden wir schnell aus, dann haben wir es schnell hinter uns"
War nicht die Reaktion die sie wollte. Danach fing sie an Zeit zu schinden, was trinken, auf die Toilette gehen und ich könnte ja auch alleine ausladen.
Mir wurde es zu Bunt und ich hab sie an der Hand genommen damit sie mit anpackt.
Also alles ausgeladen war, sagte ich nur: "OK, Danke nochmal für's vorbeibringen, du kannst jetzt gehen".
Jetzt erst ist sie mir um den Hals gefallen und meinte sie wollte doch gar nicht, sie will bleiben und will mich doch gar nicht verlieren und wüsste auch gar nicht wieso sie so reagiert hat.
Ja, sie konnte nicht anders.
So lief vieles ab. Sie verletzte mich oder ich sagte ihr meine Gefühle und warum ich mich nicht wohl fühle........ sie sah es erstmal als Kritik und damit war sie im Verteidigungs und Selbstschutz Modus, der aus Kälte und Anfeindungen bestand.
Sie sagte auch oft dass dieses Verhalten ein Hilfeschrei ist, kann aber nicht umsetzten und begreifen dass man einen so geäußerten Hilfeschrei einfach nicht als solchen verstehen und wahrnehmen kann.
Solange ich noch die Kraft dazu hatte konnte ich es über mich ergehen lassen, ruhig bleiben und auf sie eingehen und habe es mit Engelszungen geschafft dass sie ihre Fassade aus Kälte und Aggression abgelegt hat. Es kostete und raubte aber jedes mal eine wahnsinnige Kraft.
Wenn ich diese Kraft selbst nicht mehr hatte bin ich gegangen, was sie wiederum als Verlust gesehen hat und dadurch diese Maske wieder verstärkt hat.
Ich habe die Kraft einfach nicht mehr. Zum einen behält sie ihre Maske aufrecht und gibt mir die alleinige Schuld am Scheitern unserer Beziehung, mir wünscht sie "eine neue Partnerin mit der ich glücklich werde", hat mich sogar bei unserem letzten Telefonat runter gemacht und war nur kalt und abweisend. Ich könnte nicht mehr und fing an zu weinen und in dem Moment streute sie weiteres Salz in die schon offenen Wunden.
Zum anderen aber likt sie Fotos meiner Freunde in FB, was sie vorher nie gemacht hat, postet teils verliebte und Hoffungsvolle Zitate öffentlich in FB (weil ich habe sie von der Freundesliste geschmissen) teils verletzende Zitate, teils Zitate wie Abgeschlossen -aus und vorbei.
Ich weiß dass es Hilfeschreie sind, sie sagte ja auch zu anderen: "Ich wäre der Mann gewesen für den sie ihr komplettes Leben über den Haufen geschmissen hätte und mit mir zusammen weggegangen wäre, das erste mal in ihrem Leben dass Gefühl mit mir zusammen alt werden zu wollen".
Ich weiß dass sie innerlich leidet, dass sie innerlich etwas ganz anderes will aber sie schafft es nicht von sich aus "über ihren eigenen Schatten zu springen" und ihre Gefühle von sich aus zu zeigen.
Sie zeigt das was sie in den Präge-Jahren ihrer Kindheit immer nur so erlebt hat. Hart sein und bloß keine Gefühle zeigen, wer schwach ist wird fertig gemacht.
Innerlich ist sie anders und innerlich will sie auch da raus. Durch mich hat sie die Kraft bekommen und den Anfang gemacht dies auch umzusetzten. Ich honoriere dies auch und bin auch absolut Stolz darauf was sie in der Richtung geschafft hat.
Aber mir hat es die Kraft geraubt. Ich habe nicht mehr die Kraft gegen diese Fassade und Maske anzukämpfen Vor allem weil diese Fassade jetzt noch dicker und ablehnende ist als sie jemals war. Ich nehme an, bedingt durch die Enttäuschung ist diese jetzt auch noch in zusätzliche Wut umgeschlagen.
Ich leide, mir tut es unsagbar weh und auch leid, ich bin mir auch über die Fehler die ich gemacht habe völlig bewusst, aber ich habe eingesehen dass es zwar ein guter Anfang war aber es mir auch die Kraft genommen hat um weiter zu machen.
Ich muss jetzt erstmal an mich denken und selber wieder Boden unter die Füße bekommen.
Ich kann aus Erfahrung aber eins sagen, es gibt auch Menschen mit diesem Schicksal die es tief im inneren erkannt haben und innerlich auch da raus wollen weil sie selber innerlich leiden, aber leider den Sprung über ihren eigenen Schatten leider nicht schaffen.