Hi pfadfinder,
Zitat:Diese Phase hatte ich auch. Man darf auch nicht vergessen, dass das alles inzwischen knapp 8 Monate her ist.
Ok, das hatte ich irgendwie nicht so auf dem Schirm. Die meisten hier schreiben ja quasi in der "Akutphase", du hast die ja schon durch. Bei mir ist es jetzt auch schon einige Monate her und ich kann vieles auch sehr viel distanzierter betrachten als noch kurz nach der Trennung, von demher kann ich dich vor dem Hintergrund, dass das schon einige Zeit her ist, besser verstehen.
Ich glaub, was viele hier verwundert (oder worauf manche vielleicht auch neidisch sein mögen) ist, dass bei dir von Anfang an wenn ich mich richtig erinnere, nie so wirklich nach dem "Warum" gefragt wurde und man nie den Eindruck hatte, dass dein Ego total leidet. Das ist bei den meisten das, was erstmal passiert und hier auch thematisiert wird. Eigentlich machst dus ja richtig, was das angeht. Man sollte einfach auf sich selbst schauen, was man will, was man braucht, welche Ziele man hat. Nur darüber nachzudenken, was der andere macht und warum und weshalb, bringt einen faktisch keinen Schritt voran. Ist nur leider verdammt schwer

Zitat:Meinst du, wo man wirklich gar nichts gar nichts tut oder was ruhiges macht, wie ein Buch liest?
Das wär eine Möglichkeit. Scheint mir dann aber doch etwas zu gezwungen. Und wenn man liest, lenkt man sich auch wieder nur ab. Mir hilft es, sich einfach mal zwischendrin zu "besinnen" und so einiges Revue passieren zu lassen. Was mir gut tut, ist zwischendrin mal in die Natur zu gehen. Da reicht manchmal ein 30-minütiger Spaziergang. Ohne Ablenkung, ohne jemand anderen, ohne Smartphone. Ich denke dann auch nicht immer an die Trennung oder so. Aber ich finde irgendwie zu mir und lasse die Gedanken schweifen, hab neue Erkenntnisse, komme einfach ein bisschen runter und beschäftige mich mal nur mit mir.
Vielleicht wirst du auch feststellen, dass gar keine Gedanken zur Trennung kommen und du wirklich mit allem komplett d'accord bist. Dann Glückwunsch

Man muss auch nix erzwingen. Nur ab und zu vielleicht ein bisschen das Tempo rausnehmen. Und wenns nur 15 min sind.
Wenn ich deine Post so gelesen habe, kamst du mir schon immer ein bisschen getrieben und gehetzt vor. Ich könnte mir vorstellen, dass du ein Mensch bist, der das auch braucht und der sehr stressresistent ist. Aber so ein durchgetaktetes Pensum hält niemand jahrelang durch. Vielleicht 1 Jahr, vll 2. Aber zu einem organisierten Leben gehört m.E. auch, dass man sich Zeiten gönnt, in denen man runterkommt, um den Kopf frei zu kriegen.
Das hilft mir zumindest. Und dein Pensum ist ja nun wirklich nicht zu verachten

Zitat:Das Problem ist irgendwie, dass ich oft den Eindruck hab, dass ziellos kritisiert wird. Die Dynamik, die ich mir hier erhoffte oder aktuell erhoffe schlägt in eine falsche Richtung über. Zu Anfang fühlte ich mich hier sehr aufgehoben und aufgefangen, ich bekam viele Ratschläge von Erfahrenen die ich Dankbar annahm. Aber wenn dann mit gefährlichem Halbwissen stark gefaucht wird, dann versuche ich erstmal die Wogen zu glätten um dann noch konkrete Vorschläge, Hinweise und Tipps rauszuziehen. War beispielsweise vor gar nicht allzulanger Zeit der Fall, als meine Frau aus der Kur kam. Da kamen hier wirklich gute Beiträge zustande. Es ist nämlich nicht so, dass ich alles weiß.
Ich glaube dass es viele Menschen gibt, denen es "unheimlich" ist, wie straight du bist. Im Grunde will doch keiner, der noch in der ganz akuten Trauerphase ist lesen, dass es Menschen gibt, die es konsequent durchziehen und jegliche Option auf Wiedervereinigung mit dem Partner ganz klar ausschließen.
Denn jeder, der hier schreibt und gerade frisch getrennt ist, der will lieber Happy-End-Geschichten lesen. Und in dieser Phase nach der Trennung ist es nur dann ein Happy-End, wenn sich alle wieder versöhnen und das Traumpaar wieder zusammenkommt, jetzt mal etwas überspitzt formuliert. Weil sich das die meisten ja in ihrer schlimmen Phase auch wünschen, dass der Partner sich nochmal um-entscheidet, dass es noch eine Chance gibt. Und man nimmt sich immer die anderen Geschichten als Beispiel und zieht sich daraus das, was man selbst brauchen kann.
Je länger die eigene Trennung dann her ist, desto mehr kapiert man, dass es vielleicht gut so war, auch wenns weh tut. Und desto eher verkraftet man dann auch, wenn man Geschichten liest, in denen es dem Verlassenen wieder gut geht oder derjenige zumindest keine Option auf eine Reunion sieht. Schlicht: man kommt besser auf die Realität klar
Deswegen kann so jmd wie minna, die (glaube ich herausgelesen zu haben), ihre Trennung schon verarbeitet hat, auch eher zustimmend sein.
Das mal als Erklärungsversuch für die Kritik.
Dass der Beitrag von Grace dir geholfen hat, nochmal drüber nachzudenken finde ich gut. Das meinte ich auch damit, dass du das glaube ich ganz gut einordnen kannst und für dich rausziehen kannst was gut für dich ist. Kann aber nicht jeder. Weshalb ich vorsichtig wäre, solche Aussagen zu absolut zu formulieren, wenn man Laie auf dem Gebiet ist. Und das ist jeder, der keine entsprechende Ausbildung in dem Bereich genossen hat.
Liebe Grüße
Jenni