zukunft1988
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Wie genau der Prozess zur Verbesserung der Ängst war, kann leider nicht so recht beschreiben. Es geschah halt irgendwie so durch gemeinsames nicht Aufgeben. Weg waren die Ängste dadurch aber nicht. Wir haben es nur geschafft sie im alltäglichen unter Kontrolle zu bringen wie zB die beschriebene Situation.
Auf irgendeine Weise weiß sie schon, dass diese offensichtlichen Probleme, die ja schon eine Beeinträchtigung an der Teilhabe am normalen Leben darstellen, aus ihr selbst kommen.
Aber darüber hinaus ist es das extreme Gegenteil. Es muss für alles, wirklich alles immer eine schuldige Person gefunden werden auf die dann die negativen Emotionen aus der Problemsituation projiziert werden können. Nur all zu oft war ich das. Ich hab es eigentlich immer mit Humor genommen ("Der Mann hat ja immer schuld"). Bei manchen Sachen kam ich mir aber schon etwas verletzt vor und wenn ich dann dagegen hielt, dass es da jetzt keinen Schuldigen gibt oder dergleichen, dann kam es da immer zum Streit.
Ich selber habe noch keine Therapie gemacht und denke auch gerade nicht ernsthaft darüber nach. Aber durch die Beobachtungen in der Verwandschaft habe ich einfach gelernt, dass es etwas sinnvolles ist für das man sich nicht schämen braucht. Und darum gehe ich einfach mit der Thematik eher unverkrampft um, eben nicht wie ein Stigmata.
Ja... das Reflektieren meiner selbst und von dem was so in der Beziehung passiert ist, ist schon ein steiniger Weg. Und sich einzugestehen, dass es einfach Dinge gibt, die außerhalb der eigenen Kontrolle liegen, ist nicht einfach.
Du sprichst da wahre Worte mit der den Problemen beim Bekämpfen der abflauenden Er.otik. Nach unseren ersten Gesprächen, kam ich mir irgendwie immer leicht angeklagt vor, verkrampfte innerlich und wurde immer verkopfter. Kann also sehr gut sein, dass das eher kontraproduktiv war bzw dass wir den falschen Ansatz in unsere Gesprächen hatte. Statt nach einem tieferliegenden Grund zu suchen "Warum ist es so?", hätten wir sagen müssen "Uns beiden gefällt dieser Zustand gerade nicht. Aber wir beiden wollen zusammen schauen, dass es besser wird.". Oder glaubst du, dass das keinen Unterschied gemacht hätte?
Ich denke gerade über Situationen und Phasen nach in denen ich "schwach" war und es macht jetzt alles so extrem viel Sinn. Ihr ganzes Verhalten. Einfach alles. Es lässt sich sogar noch auf Krankheiten, Verletzungen und "gefährliche Unternehmungen" erweitern. "Ich werde dich dafür Hassen, wenn dir beim Klettern etwas passieren wird."
Die Werkzeuge finde ich eine schöne Metapher. Ich stelle es mir gerade vor wie ein Schraubendreher und eine Schraube in der aber keine Schlitze sind bzw. diese nicht tief genug sind, damit der Schraubendreher fassen kann.
Ihr Credo ist dein altes Credo. Sie sagte es sogar häufiger. Meist in Kontexten in denen sie sich verletzt fühlte. Auch zu dem Zitat von hinrich danach, möchte ich noch sagen: Ich verstehe genau was du meinst. Man spürt Probleme, will helfen und läuft vor eine Wand und verletzt sich dabei. Und vielleicht bilden sich dabei sogar Narben.
Zum Stolz:
Zu stolz den ersten Schritt zu machen. Gerade wenn große Emotionen mit im Spiel sind. Hab ich häufiger miterlebt gegenüber anderen Personen.
Unsere Gespräche hier im Forum haben mich jetzt auf jeden Fall darin bestärkt den Brief zu schreiben. Ich bin mir noch nicht sicher ob sofort oder mit ein wenig mehr Abstand in einigen Woche. Vielleicht schreibe ich ihn auch in den nächsten Tagen und schicke ihn erst viel später ab. Mein Bedürfnis ist auf jeden Fall da. Ich weiß es wird mir helfen, auch wenn ich etwas Sorge hab, dass sie ihn falsch auffassen wird. Aber wie du sagst, auch wenn sie ihn jetzt vielleicht verurteilen mag, eventuell erinnert sie sich in ein paar Jahren in einer schweren Situation an diesen Brief und fängt an darüber nachzudenken.
Es ist mir als Rückblick auf unsere Beziehung, die ein großer Teil unseres Lebens umfasste, als Versuch einer Hilfe aus Liebe und Nächstenlieben, aber auch als Teil der Bewältigung meines Schmerzes und meiner Trauer, sehr wichtig.
Liebe Grüße!