Traumtänzer
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bei meiner Geschichte handelt es sich im Grunde nicht um eine Affaire im klassischen Sinne. Die Frau, um die es sich handelt, kenne ich nun fast 1 Jahr. Es handelt sich auch um eine reine Onlinebekanntschaft. Bis Anfang diesen Jahres war es allerdings eher eine freundschaftliche/kumpelhafte "Beziehung", die wir zueinander hatten. Ich wusste das sie verheiratet ist und da lass ich eigentlich grundsätzlich die Finger davon. Nun ergab es sich, daß sie mir Anfang diesen Jahres in einem Gespräch erzählte, daß sie total unglücklich sei und das nicht erst seit kurzem, sondern schon sehr lange. Bei ihren Erzählungen über ihre Eheprobleme konnte ich sehr viele Parallelen erkennen, dich ich selber vor gut 10 Jahren erlebt hatte. Daher versuchte ich ihr Mut zu machen und sie zu aufzubauen.
Wir sprachen allerdings nicht nur über Probleme, sondern auch über alltägliches. Ich konnte mich mit ihr einfach über Gott und die Welt unterhalten. Wir fühlten uns miteinander wohl, entdeckten viele Gemeinsamkeiten und nach und nach entwickelte sich auch richtiges Vertrauen zueinander. Vor allem ihr fiel das zu Beginn sehr schwer. Sie sagte mir öfters, daß sie die ganze Zeit drauf warte, daß ich irgendwelche Forderungen stelle würde. Letztendlich passierte es halt dann. Wir erkannten beide, daß da plötzlich mehr als nur freundschaftliche Gefühle da waren. Aus "ich mag dich" wurde dann irgendwann "ich hab dich sehr lieb" oder "hab die ganze Zeit an dich gedacht, dich vermisst" usw.
Wir hatten dann offen darüber gesprochen, daß sie erst mal die Sache mit ihrem Mann klären muß, bevor da weiter was läuft. Denn das wollten wir beide nicht. Ich habe da auch nie auf eine Entscheidung gedrängt. Allerdings hab ich mit der Zeit festgestellt, daß es ihr sehr schwer fällt, überhaupt irgendwelche Entscheidungen in ihrem Leben zu treffen. Ihr mangelt es da auch entschieden an Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl, da sie von ihren Mann jahrelang kleingehalten wurde. Auch psychischer Druck wurde von ihm aufgebaut und sie war immer an allem Schuld. Derzeit ist sie deswegen auch bei einer Psychologin, was ihr sehr gut tut. Soweit so gut. Das ganze lief dann über gut 4 Monate so. Wir trafen uns online, unterhielten uns, tauschten immer wieder Bilder aus usw. Die emotionale Nähe wurde größer.
Am letzten Sonntag dann fragte sie mich, ob das, was da zwischen uns wäre, Betrug an ihrem Mann sei. Und im Grunde ist es das ja auch irgendwie. Auch wenn da zwischen uns nie körperlich etwas war. Das sagte ich ihr dann auch. Dann ging das Ganze eigentlich recht schnell. Sie sagte mir, sie komme mit dem Gefühl des Betruges einfach nicht klar. Könne ihrem Mann aber auch nicht die Wahrheit sagen. Tjo, ich kann beides nachvollziehen und hab da vollstes Verständnis für. Auf alle Fälle meinte sie dann, daß es besser ist, wenn wir das hier und jetzt beenden. Ich sagte dann, wenn das ihre Entscheidung ist, akzeptiere ich das. Was bleibt mir auch anderes übrig? Ich hab weder einen Anspruch noch sonst irgendwas an ihr. Dann hat sie sich noch entschuldigt und gesagt, sie hätte mir nie weh tun wollen und das wir ja irgendwann vielleicht eine Freundschaft haben könnten. Nach einem "ich hab dich lieb" war sie dann weg. Ich hatte ihr dann am selben Abend eine Mail geschrieben mit paar abschließenden Worten. Allerdings keine Vorwürfe oder so. Da bin ich nicht der Typ für. Ich hab eher noch mal mein Verständnis für ihre Situation und ihr Handeln zum Ausdruck gebracht und ihr gesagt, daß ich ihr da nicht böse bin. Hab ja gewusst auf was ich mich einlasse und das ich auf die Nase fallen kann. Ich hab darauf keine Antwort erwartet und es kam auch bisher keine.
Ich bin Realist und kann mir derzeit nicht vorstellen, daß wir in nächster Zeit wieder Kontakt haben werden. Ist in der derzeitigen Situation wohl auch das Beste. Vor allem für sie. Denn sie muß erst mal ihre Dinge regeln und entscheiden, wohin die Reise in ihrem Leben/ihrer Ehe geht. Da wäre ich ihr wohl eher im Weg gestanden. Zumindest denke ich das. Von daher fällt es mir da jetzt auch etwas leichter, mich nicht bei ihr zu melden und ihr die Zeit zu geben, die sie braucht. Auch wenn mein Herz etwas anderes sagt und es mich täglich in den Fingern juckt, weil ich nicht weiß, wie sie damit klar kommt und wie es ihr geht. Ich weiß einfach, daß es eine total schwere Situation für sie ist. Da hat sie mir einfach genug darüber erzählt, wie es in ihrem Kopf und Herzen ausschaut. Auf der anderen Seite ist da trotzdem noch ein kleiner Hoffnungsschimmer in mir, daß wenn sie das alles hinter sich gebracht hat, eventuell doch noch was aus uns werden könnte. Denn ich hab sie wirklich in mein Herz geschlossen. Sie ist in meinen Augen ein wunderbarer Mensch, der es Wert ist, so angenommen zu werden wie er ist und auch so geliebt zu werden. Mit all ihren Ecken und Kanten. Das hab ich ihr auch immer zu verstehen gegeben, das sie so wie sie ist, gut ist.
Nun sitz ich hier und schreib diese Zeilen, um mal wieder halbwegs klar zu werden im Kopf. Keine Ahnung, wie ich die nächste Zeit überstehen werde. Ständigt spukt sie mir im Kopf rum und ich frage mich, warum alles immer so kompliziert sein muß, bzw warum man es sich immer selber so kompliziert macht. Ich sag mir dann dauernd, daß es für sie doch noch viel schwerer ist. Falls sich jetzt jemand von euch fragt, warum sie bisher nicht die Koffer gepackt hat. Sie ist hat keinen richtigen Job weil ihr Mann damals meinte, seine Frau müsse nicht arbeiten. Daher arbeitet sie nur auf 400€ Basis. Ist also finanziell abhängig von ihrem Mann. Sie sucht zwar schon seit Monaten nach was richtigem, findet aber nichts.
Auf alle Fälle sag ich schon mal Danke fürs lesen. Würde mich über den ein oder anderen Kommentar dazu freuen

