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Sie liebt mich, sie liebt mich nicht

Oere

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Wie sehr habe ich nach dieser Seite gesucht, um all das endlich mal loswerden zu k├Ânnen, was mich derzeit bewegt. Da alles ein wenig verworren und komplex ist, ist es wohl besser, wenn ich ziemlich weit aushole.
Ich bin ├╝ber 50 Jahre alt und lebe seit mehr als zehn Jahren in einer festen Partnerschaft. In all den Jahren habe ich geglaubt, dass ich diese Frau wirklich, tief und innig liebe. Sie stand in dieser ganzen Zeit bedingungslos an meiner Seite und hat mich auch in den bis dato schwersten Augenblicken meines Lebens gest├╝tzt. Ja, ich war ├╝berzeugt davon, dass auch ich sie im gleichen Ma├če liebe, wie sie mich. Doch dann geschahen unerwartete Dinge.
Im Sommer des letzten Jahres ├╝bernahm ich in unserer Firma eine Funktion mit F├╝hrungsaufgaben. Zu diesem Team, welches ich zu f├╝hren hatte, geh├Ârt auch Maria. Bisher waren wir Kollegin und Kollege auf der identischen Ebene und haben uns bestens verstanden. Wir haben auch au├čerhalb der Dienstzeit mal ein paar Dinge unternommen, aber es kam nie zu irgendwelchen k├Ârperlichen Kontakten. Wir verstanden uns, wie schon erw├Ąhnt, bestens.
Und wir konnten miteinander reden; das ist etwas, was ich mit meiner Partnerin einfach nicht konnte. Nicht, dass ich es nicht versucht habe. Unz├Ąhlige Male, denn f├╝r mich sind Gespr├Ąche mindestens genau so wichtig wie S.. Nein, um der Wahrheit zu ihrem Recht zu verhelfen, gestehe ich ein, dass mir Gespr├Ąche noch wesentlich wichtiger sind. Mit Maria konnte ich reden. ├ťber wichtige und unwichtige Dinge. Und wir konnten miteinander lachen. Das tat so gut.
Nach und nach entwickelte sich dann eine gewisse Vertrautheit. Ich wusste, wohin das f├╝hren wird, aber ich tat nichts, um dagegen anzugehen. Ich lie├č es zu, denn es war sch├Ân. Im Dezember letzten Jahres hatten wir unsere Weihnachtsfeier und zum ersten Mal in all den Monaten haben wir uns ber├╝hrt. Wir tanzten gemeinsam und ich merkte sofort, was in mir vorging. Sie sp├╝rte es auch, denn unsere Ber├╝hrungen wurden intensiver und fordernder. Irgendwann war die Weihnachtsfeier zu Ende und ich war froh, dass sie sich in unserem Hotel ein Doppelzimmer mit einer Kollegin teilte. Obwohl ich gehofft hatte, dass sie noch zu mir kommt. Aber in jener Nacht geschah nichts; au├čer, dass wir beide gesp├╝rt haben, dass dort mehr ist als nur einfaches Verst├Ąndnis f├╝reinander.
Bald danach begann der Weihnachtsurlaub und wir sollten uns ein paar Tage nicht sehen. Wir verabredeten uns, das erste Wochenende im Januar gemeinsam zu verbringen. Es sollte nur um S. gehen; so redeten wir uns beide das ein. Doch was dann geschah, ist mit Worten nicht zu beschreiben. Es war nicht nur S.. Es war mehr. Jeder Augenblick f├╝hlte sich richtig, gut und vertraut an. Es war, als w├Ąre ich endlich da angekommen, wonach ich all die Jahre gesucht habe. Und ihr ging es genauso. W├Ąre es "nur" der S. gewesen, dann w├Ąre mein Verhalten zwar nach wie vor moralisch verwerflich, aber damit w├Ąre das Thema auch durch gewesen.

Doch es war nur der Auftakt zu einem Desaster.

Wir trafen uns wieder. Und wieder. Und wieder. Ich f├╝hlte tief und innig, wie ich zuvor nicht gef├╝hlt habe. Wenn sie bei mir war, schwebte ich auf Wolken. Sie erweckte Gef├╝hle in mir, die ich so nicht kannte. Ja, ich liebe sie; das wei├č ich.
Aber wenn sie nicht bei mir war, dann ging ich durch die H├Âlle. Denn einerseits sagte sie mir, dass sie mich liebt (wenn auch auf ihre Art - was immer das hei├čt), aber andererseits will sie keine Partnerschaft eingehen (jedenfalls nicht mit mir) und sie sagte mir klar und deutlich, dass ich keine "Exklusivrechte" auf sie habe. Sie w├╝rde und wird sich auch weiterhin mit anderen M├Ąnnern treffen, ihren sogenannten "F*ckfreunden". Und damit kam und komme ich ├╝berhaupt nicht klar. Der Gedanke, dass sie sich einem anderen Mann hingibt, macht mich verr├╝ckt.

Tja, und dann kam, was kommen musste. Wir hatten wieder ein gemeinsames Wochenende verbracht und drei Tage sp├Ąter fuhr sie zu einer Veranstaltung, bei der sie sich auch mit einem ihrer "FF" treffen w├╝rde. Das sagte sie mir ganz offen. Ich redete mir ein, dass ich stark genug sei, damit umgehen zu k├Ânnen. Und ich spielte den starken Mann, auch ihr gegen├╝ber. Aber ich war nicht stark genug. Ich habe mich innerlich zerfleischt. Und ich suchte jemanden, mit dem ich reden konnte. Mit ihr ging nicht, weil ich nicht wollte, dass sie mich schwach erlebt. Mit meiner Partnerin ging nat├╝rlich auch nicht. Also erz├Ąhlte ich einer Kollegin (wie doof kann man eigentlich sein?) die ganze Geschichte mitsamt aller Details. Diese Kollegin, ich mache ihr keinen Vorwurf, hatte gar keine andere Wahl als sich von mir s.uell bedr├Ąngt zu f├╝hlen. Das war absolut nicht meine Absicht, aber wenn ich im R├╝ckblick betrachte, was ich ihr alles mitgeteilt habe, dann konnte sie nicht anders. Nat├╝rlich hat sie Maria alles erz├Ąhlt und selbstverst├Ąndlich ging das auch quer durchs B├╝ro. Ich wusste aber schon, was passieren w├╝rde, als ich von Maria mit den Worten "Fass┬┤ mich nicht an!" gegr├╝├čt wurde. In diesem Moment, noch bevor das Thema publik wurde, wusste ich, dass ich nicht mehr in dieses B├╝ro zur├╝ckkehren werde. Denn ich bin nicht stark genug, um sie jeden Tag zu sehen und zu wissen, dass ich sie nie wieder im Arm halten, sie nie wieder riechen und nie wieder ihre K├╝sse schmecken werde. Das schaffe ich nicht.

Ich habe an jenen Mittwoch das B├╝ro verlassen, um nie wieder dorthin zur├╝ck zu kehren. Als ich ging gew├Ąhrte sie mir noch drei S├Ątze zum Abschied. Ich sagte ihr, dass wir uns nicht wiedersehen werden; und das sagte ich mit vollster ├ťberzeugung.

Am vorigen Sonntag erhielt ich eine SMS von ihr, dass sie unbedingt noch einmal mit mir reden wolle. Wir verabredeten uns f├╝r Montagabend bei ihr und ich bin zu ihr gefahren. Wir redeten und tranken und tranken und redeten; die ganze Nacht. Und sie sagte mir, dass sie sich am besagten Mittwoch vor mir geekelt hat. Sie sagte mir aber auch, dass sie mich nach wie vor liebt und das ich wichtig f├╝r sie bin. Sie will mich nicht aus ihrem Leben verlieren.

Jetzt sitze ich hier und bin mit meinem Latein am Ende.

Klar, ich begebe mich in therapeutische Behandlung. Denn aktuell robbe ich nur noch auf dem Zahnfleisch. Was beruflich wird, wei├č ich nicht - aber das ist mir gelinde gesagt total egal. Doch was wird aus Maria und mir? Haben wir eine Zukunft? Oder sollte ich mich besser von ihr l├Âsen, auch wenn es noch so schwer fallen wird? Ich liebe sie. Und wenn sie jetzt k├Ąme, mir ihre H├Ąnde entgegenstreckte und sagte: "Komm, lass┬┤ uns gehen" w├╝rde ich ihr folgen. Selbst wenn es noch tiefer in die H├Âlle w├Ąre; denn dort befinde ich mich ohnehin schon.

Danke, dass ich all das endlich einmal los werden durfte.

08.03.2015 15:46 • #1


minna


Aber ich war nicht stark genug. Ich habe mich innerlich zerfleischt. Und ich suchte jemanden, mit dem ich reden konnte. Mit ihr ging nicht, weil ich nicht wollte, dass sie mich schwach erlebt. Mit meiner Partnerin ging nat├╝rlich auch nicht. Also erz├Ąhlte ich einer Kollegin (wie doof kann man eigentlich sein?) die ganze Geschichte mitsamt aller Details. Diese Kollegin, ich mache ihr keinen Vorwurf, hatte gar keine andere Wahl als sich von mir S. bedr├Ąngt zu f├╝hlen.

du hast das alles einer kollegin erz├Ąhlt ?
das ist leider ein ganz schlimmer vertrauensbruch.
du h├Ąttest besser die telefonseelsorge angerufen.

und warum f├╝hlte sich die kolligen von dir s.uell bedr├Ąngt ?

08.03.2015 15:59 • #2



Sie liebt mich, sie liebt mich nicht

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Oere

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Zitat von minna:
und warum f├╝hlte sich die kolligen von dir s.uell bedr├Ąngt ?


Weil ich sie komplett in die gesamte Geschichte mit allen Details eingebunden habe. Wahrscheinlich wusste sie keinen anderen Ausweg. Denn schlie├člich war ich ihr Vorgesetzter.

├ťbrigens: mir ist schon klar, dass ich Fehler gemacht habe. Ich bin zwar bl├Âd (sonst h├Ątte ich mich nicht derart verhalten), aber so bl├Âd bin ich dann auch wieder nicht, dass mir das verborgen geblieben ist.

08.03.2015 16:04 • #3


Verloren1974

Verloren1974


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Lieber Oere,

mit fast keinem Wort erw├Ąhnst du deine aktuelle Partnerin, was ist eigentlich mit der? Das, was du erlebst, ist ein typischer Fall von H├Ârigkeit und meines Erachtens eingebildeter Liebe. Mit dieser Frau hast du sch├Âne Augenblicke erlebt, solche, die du mit deiner jetzigen Partnerin nicht teilen konntest. Das bedeutet aber nicht, dass der Alltag mit dieser anderen Frau wundersch├Ân w├Ąre. Die Tatsache, dass du zul├Ąsst, dass sie noch mit anderen M├Ąnnern ins Bett geht, und trotzdem dich trotzdem mit ihr triffst oder trafst, zeigt ganz deutlich, wie abh├Ąngig du dich von ihr gemacht hast und welche Macht du ihr gibst. So ist das mit Menschen, die wir nicht haben k├Ânnen... Meines Erachtens solltest du dich von ihr l├Âsen. Dich von einem Traum l├Âsen.... Diese Frau hat jetzt gemerkt, dass du dich entfernst. Nat├╝rlich m├Âchte sie dich nicht ganz verlieren, denn es ist ja auch ganz nett mit dir. Bewahre deinen Stolz und zieh einen Schlussstrich. Wenn ihr wirklich so viel an dir liegt, wird sie das mit den anderen Treffen lassen und auf dich zugehen und es dir deutlich sagen. Aber nicht mal dann glaube ich, dass sie sich ├Ąndert. Sie braucht ihre *beep" scheinbar..
Alles Liebe und viel Kraft, auch bei der Entscheidung, wie es mit deiner jetzigen Beziehung weitergehen soll.
PS. Mir ist gerade aufgefallen, dass du ihr ja nie gesagt hast, dass du ihre *beep" nicht gut findest. Somit sieht sie eigentlich gar keine Notwendigkeit, diese Beziehungen zu beenden...
Bitte, tue mir einen Gefallen und besinne dich auf dich selbst, lass mit dir nichts machen, was dir wehtut.
E.

08.03.2015 16:24 • x 2 #4


g├Ąstinne


also ich glaube nicht, dass sie dich schon aufgegeben hat. und dass es sie angeekelt hat... na ja, angeekelt m├╝sstest du eher von ihr sein wg. ihrer f...freunde.

ich sehe das problem irgendwie nicht... klar, vertrauensbruch, weil du ├╝ber eure geschichte geredet hast. aber was ist so schlimm daran? frauen quatschen auch viel ├╝ber ihre geheimnisse. und *beep* happens.

sie wird wieder ankommen bei dir. gib ihr zeit, bis sie von selbst wieder kommt, denn verlieren will sie dich ja nicht.

wie du das mit deiner frau h├Ąndelst, ist eine andere baustelle. das lasse ich jetzt mal aussen vor.

viel gl├╝ck!

08.03.2015 16:26 • x 1 #5


Oere

Oere


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Liebe Verloren1974.
Vielen Dank f├╝r Deine Antwort.
Meine Partnerin ist in die ganze Geschichte involviert und wei├č um den Hintergrund und meine Gef├╝hle. Die Details habe ich ihr erspart, denn sie ist aktuell ausreichend schockiert genug. Und sie macht das, was sie fast bis zur Perfektion beherrscht: sie schweigt. In diesem Fall verstehe ich das sogar und lasse sie in Ruhe. Ich habe ihr gesagt, dass ich da bin, sobald sie reden m├Âchte. Mehr auf sie einwirken will ich jedoch nicht. Ich gebe ihr die Zeit, die sie jetzt f├╝r sich braucht. M├Âglicherweise wird sie irgendwann mit mir reden. Aber das wei├č ich nicht.

Dein Rat, mich von Maria zu l├Âsen, steht im absoluten Gegensatz zu dem, was g├Ąstinne schreibt. Ich habe allerdings auch nicht erwartet, dass bei den Antworten eine 100%ige ├ťbereinstimmung herrschen wird. Das w├Ąre zu einfach gewesen, denke ich.

Ob ich ihr h├Ârig bin, wei├č ich nicht, will den Gedanken aber gerne in das Gespr├Ąch mit meiner Therapeutin mitnehmen. Ich bin ein Mensch, der seine Gef├╝hle gerne mit Musik ausdr├╝ckt. Denke ich an Maria (womit ich den Gro├čteil meiner Zeit verbringe), habe ich zwei Songs im Kopf: "You raise me up" von den Celtic Women und "Poison" von Alice Cooper. Und genau zwischen diesen beiden Extremen schwanke ich in meiner Gef├╝hlswelt. Wenn sie bei mir ist, erstarke ich derart, dass ich auf Bergen stehen kann oder ├╝ber st├╝rmische Meere laufen kann. Und wenn sie nicht bei mir ist, dann sp├╝re ich, wie sehr sie mich vergiftet.

Ja, vielleicht habe ich mich von ihr zu l├Âsen. Doch momentan fehlt mir dazu die Kraft - und auch der Wille, diese Kette zu sprengen.

Vielleicht, wenn ich meine innere Mitte zur├╝ck habe, werde ich sie fragen, ob ich ihr wichtig genug bin, dass sie auf die anderen M├Ąnner verzichten wird. Gegenw├Ąrtig jedoch f├╝hle ich mich nicht stark genug um ein "Nein" verkraften zu k├Ânnen.

08.03.2015 19:58 • #6


Oere

Oere


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Liebe g├Ąstinne.
Vielen Dank f├╝r Deine Antwort.
Irgendwie m├Âchte ich Deinen Worten mehr glauben als denen von Verloren1974, obwohl sie mit Sicherheit nicht weniger recht hat als Du. Aber ich kann und will die Hoffnung noch nicht aufgeben, dass es f├╝r Maria und mich eine gemeinsame Zukunft ohne ihre FF geben kann. Dazu bin ich (noch) nicht bereit. Zumal sie mich ja darum gebeten hat, dass ich nach meiner Therapie noch einmal auf sie zugehen m├Âge.

Wohlgemerkt: nicht ich habe sie gefragt, ob wir dann noch einmal miteinander reden k├Ânnen. Sie hat mich darum gebeten, dass ich mit ihr rede. Dies, die SMS von ihr (obwohl ich ihr zu verstehen gegeben habe, dass wir uns nicht wiedersehen) und ihre Erkl├Ąrung, dass sie mich liebt, geben mir ein wenig Hoffnung.

Nur momentan k├Ânnte ich nicht mit der Gewissheit umgehen, dass es keine gemeinsame Zukunft geben wird. Daf├╝r bin ich aktuell nicht stark genug.

Die Baustelle daheim ist in der Tat ein Thema, dem ich mich auch zu widmen habe. Aber hier liegt gegenw├Ąrtig der "Ball in der anderen H├Ąlfte".

08.03.2015 20:05 • #7


Verloren1974

Verloren1974


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Lieber Oere,

mir ist bewusst, dass mein Ratschlag, sie gehen zu lassen, einfacher klingt als er in der Wirklichkeit zu realisieren ist. Ich selbst habe eine Pers├Ânlichkeitsst├Ârung und wei├č, wie schwer es ist, andere gehen zu lassen. Du sollst dich nach deiner Therapie also bei ihr melden. Mein erster Gedanke war, dass sie die Vorstellung hat, dass du in deiner Therapie lernst, mit ihren Macken umzugehen, damit sie weiterhin das tun kann, was sie tun will.
Es tut mir ehrlich leid, was du gerade durchmachst. Besonders, weil du ein unfassbar sensibler Mensch bist.
Die Hoffnung stirbt zuletztÔÇŽ

08.03.2015 20:40 • x 1 #8


Sternschnuppe68


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Hallo Oere,

so, wie ich das herauslese, scheint Maria auch ein Problem mit Beziehungen zu haben. Die hat viele lose s.uelle Beziehungen zu anderen M├Ąnnern. Das kann eine Bindungsangst sein. Ich finde es allerdings gut, dass sie so ehrlich ist und Dir das gesagt hat. Es w├Ąre vielmehr schlimmer, wenn Du es nicht w├╝sstest.

Du hast Dich zu Maria hingezogen gef├╝hlt, weil Du gut mit ihr reden konntest und Du Dich von ihr verstanden gef├╝hlt hast. Dadurch bist Du ihr immer n├Ąher gekommen und es kam letztendlich dann zum S.

Da Du mit Deiner langj├Ąhrigen Partnerin nicht reden kannst und das bei Maria gefunden hast, kam es nun dazu, dass Du sie betrogen hast.

Ich finde es aber wichtig, auch mit Deiner langj├Ąhrigen Partnerin zu reden. Du solltest ihr schon klar machen, dass Du das Reden vermisst hast und es letztendlich zu Deinem Fremdgehen gef├╝hrt hat. Wenn einer fremd geht, dann vermisst er irgendetwas, weil sonst geht keiner fremd. Das soll jetzt keine Entschuldigung sein; aber Fehler macht jeder mal.

Das mit der emotionalen Abh├Ąngigkeit vermute ich auch. Deshalb solltest Du das in Deiner Therapie aufarbeiten. Vielleicht w├Ąre auch eine Paartherapie mit Deiner langj├Ąhrigen Partnerin angesagt.

Ob Du mit Maria gl├╝cklich w├Ąrst, kann ich Dir nicht beantworten. Wenn man mit jemanden zusammen wohnt, w├Ąre es vielleicht schon gegessen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Du es tolerieren w├╝rdest, wenn sie weiterhin ihre losen s.uellen Bekanntschaften weiter trifft.

Ich w├╝nsche Dir auf jeden Fall viel Erfolg bei Deiner Therapie.

08.03.2015 21:04 • x 1 #9


lola02


Lieber Oere!
Das ist eine schwere sache und eine schwere Entscheidung. Das deine aktuelle Partnerin davon wei├č, ist schonmal gut. Und das du von selbst eine Therapie aufgesucht hast auch.
Die Sache mit der Kollegin das du ihr davon erz├Ąhlt hast kann wohl keiner R├╝ckg├Ąngig machen.
Du musst tief in dich horchen und nachdenken. Ich w├╝rde die FF Frau gehen lassen. Aber das ist meine Entscheidung. Do it your own. Du schaffst das. Und zur Not gibts immernoch die Nummer gegen Kummer 08001110333
-Anonym-Kostenlos-Sicher-

Ganz liebe greetings, lola02


Du schaffst das ! Do it your own !

08.03.2015 21:10 • x 1 #10


Oere

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Ihr Lieben.
Ich danke euch allen f├╝r eure Antworten und eure aufmunternden Worte.
Heute hatte ich meinen ersten Termin und ich war doch etwas ├╝berrascht. Mein Doc hat die gesamte Problematik relativ schnell erkannt, strich aber einen Aspekt heraus, den ich so f├╝r mich gar nicht gesehen hatte. Ihrer Ansicht nach kollidieren aktuell bei mir zwei kontr├Ąre Gesichtspunkte massiv.

Auf der einen Seite stehen die Gef├╝hle, die ihrer Ansicht nach gut und richtig sind - weil es gut und richtig ist, wenn man lieben kann und darf. Auch, wenn diese Liebe mit Schmerz verbunden ist. Das eine Gef├╝hl ist leider mitunter untrennbar mit dem anderen verbunden.

Auf der anderen Seite stehen meine (Achtung!) moralischen Anspr├╝che, die ich an mich und meine Mitmenschen richte. Ich f├╝hle mich verletzt, gepeinigt und schlecht, weil ich selbst meinen moralischen Anspr├╝chen nicht gerecht geworden bin. Ich f├╝hle mich aber auch verletzt, gepeinigt und schlecht, weil Maria mit ihrem Lebensstil meinen moralischen Anspr├╝chen entgegensteht.

Mir war bis dato gar nicht bewusst, dass ich ├╝berhaupt eine Moral besitze; geschweige denn, dass ich einen hohen moralischen Anspruch an meine Mitmenschen und mich habe. Aber daf├╝r gibt es eben ├ärzte, die einem neue Denkans├Ątze und Perspektiven bieten. W├╝sste man alles selbst, k├Ânnte man sich auch selbst heilen.

Ja, nun geht es also in die n├Ąchste Runde. Eventuell ein Kurzaufenthalt in einem Kriseninterventionszentrum, um die aktuellen Symptome gezielt und zeitnah in Angriff nehmen zu k├Ânnen. Danach, so hoffe ich, wird dann ebenfalls zeitnah ein Platz in einer Tagesklinik f├╝r mich frei sein, damit ich wieder zu meiner inneren Mitte finden kann. Als letzter Schritt erfolgt dann die tiefenpsychologische Behandlung bei und mit einem Psychotherapeuten. Das klingt nach vielen, vielen Wochen.

Aber, he, ich habe Zeit. Und ich habe nicht wirklich viel zu verlieren. Denn im Grunde genommen liegt meine gesamte Welt in Tr├╝mmern. Jetzt gilt es daher, die Kraft zu finden und die Aufr├Ąumarbeiten in Angriff zu nehmen. Und am Ende dieses Weges steht vermutlich die alles entscheidende Frage an Maria: bin ich ihr wichtig genug, dass sie auf die anderen M├Ąnner verzichten kann und wird.

Wenn sie dies bejaht, dann werde ich ihr das glauben und wir haben die Chance auf eine gemeinsame Zukunft.

Wenn sie dies verneint, dann werde ich zumindest nach den vor mir liegenden Wochen die Kraft haben, mich von ihr l├Âsen zu k├Ânnen. Es wird dann nicht weniger schmerzen als jetzt; aber ich werde dann damit umgehen k├Ânnen. Aktuell habe ich nicht die Kraft, ein "Nein" zu ertragen.

Nochmals vielen Dank an euch alle, die ihr an meiner Geschichte teilgenommen habt und die ihr mir geantwortet habt. Es tat und tut so gut, sich einfach mal alles von der Seele schreiben zu k├Ânnen. Danke.

09.03.2015 13:20 • #11


Oere

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Diese Stimmungsschwankungen rauben mir meine letzten Kr├Ąfte. Vor einigen Stunden ging es mir noch relativ gut, mir wurden Perspektiven angeboten und ich sp├╝rte einen Schimmer Hoffnung in mir.
Doch jetzt, just in diesem Moment, bin ich wieder total leer. Es ist wieder alles trist, ├Âde und hoffnungslos. Ich habe "Herrn Bojaroff" zu einem Zwiegespr├Ąch eingeladen. Ich nehme an, dass mein Gast am Ende dieser Unterhaltung so leer sein wird wie ich jetzt.

Shakespeare lie├č Hamlet sagen:

"Sterben ÔÇô schlafen ÔÇô Nichts weiter!
Und zu wissen, dass ein Schlaf
das Herzweh und die tausend St├Â├če endet,
die unseres Fleisches Erbteil sind;
es ist ein Ziel, aufs innigste zu w├╝nschen."

Er hat so recht.

10.03.2015 13:44 • #12



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