Hallo Magestic.
Ich abe mir deine Threads mehrfach angesehen und antworte jetzt hier, da ich vor gut 2 Jahren an eine Dame geraten bin, die deiner Ex-Freundin in ihren Verhaltensmustern sehr, sehr ähnlich ist.
Genau wie du beschreibst, war sie sehr anhänglich, krankhaft eifersüchtig, kontrollierend und aggressiv in Konfliktsituationen (hierbei zum Glück nicht handgreiflich, dennoch verbal sehr erniedrigend und beleidigend). Sie hat nie Kritik vertragen und die meisten Streits unserer Beziehung (von denen es viele gab) endeten damit, dass ich ankriechen musste und sie wortwörtlich auf Knien um Vergebung gebeten habe, auch wenn der Anlass für den Streit ein Fehler ihrerseits gewesen ist.
Sprich, sie hatte mich komplett unter ihrer Fuchtel, hat meine Fäden wie ein Puppenspieler gezogen.
Ich musste jedes Mal darum kämpfen, etwas ALLEINE mit meinen Freunden zu unternehmen, habe oft Verabredungen abgesagt, weil sie gezickt hat. Mitkommen wollte sie nie, alleine gehen "durfte" ich nicht, sie wollte einfach nur Gewissheit haben, dass ich da war, ja, dass ich rund um die Uhr für sie greifbar war. Habe ich ihr nicht jede Stunde geschrieben, gab es Stress. Musste ich ihr den Wunsch nach einem Telefonat ausschlagen weil ich beschäftigt war, gab es Stress. Konnte ich nicht zu dem von ihr festgelegten Zeitpunkt ein Treffen wahrnehmen und habe eine andere Uhrzeit vorgeschlagen, gab es Stress.
Es gab also eigentlich immer Stress, wenn ich nicht nach ihrer Pfeife tanzte; wenn sie nicht ihren Willen bekam.
Und mein Fehler war, dass ich mich wie einen Schoßhund habe dressieren lassen. Ich habe versucht ihr alles Recht zu machen, habe in Konflikten immer gekuscht, meinen Frust über Fehler ihrerseits in mich hineingefressen, um sie nicht zu "verletzen". Bei wirklich gravierenden Dingen habe ich mir die Mühe gemacht, für eine entspannte Atmosphäre zu sorgen und ganz ruhig und behutsam aka "Du, ich fand das, was du in Situation xy gemacht hast, mir gegenüber etwas unfair ... Ich kann verstehen dass xy, dass du nicht gut drauf warst und dass du es vielleicht ganz anders gesehen hast als ich blablabla" ihr mitzuteilen, dass mir ihr Verhalten weh getan hat. Geendet hat das ganze entweder mit einem theatralischen Selbstmitleidsanfall ihrerseits "Oh ich bin so eine schlechte Freundin" in Kombination mit hemmungslosem Weinen oder mit Aggression "wenn es dir nicht passt, dann mach doch Schluss". Letztendlich bekam ich immer den schwarzen Peter zugeschoben.
Außerdem war sie während unserer Beziehung stets in Flirtapps wie Lovoo oder Tinder aktiv. Auch als ich das rausgefunden habe, bin ich nicht ausgerastet, aus Angst, sie zu verlieren. Es hat mir extrem weh getan, aber ich habe es geschluckt. Habe mit ihr darüber geredet. Sie natürlich das Unschuldslamm. Ich könne ihr nicht verbieten, neue Leute kennenzulernen. Sie wolle ja keinen neuen Kerl, aber sie würde den Männern, die sie anschreiben, einfach höflich antworten, da sie ein netter Mensch ist. Unverständlich, dass ich nicht ausgetickt bin, oder? Von meiner heutigen Position aus ist mir das auch ein Rätsel. Aber du siehst, wie extrem sie mich unter Kontrolle hatte.
Gegen Ende der Beziehung stand Streit bei uns auf der Tagesordnung. Ich bin, wohl genau wie du, ein friedliebender Mensch, der Konflikte neutral und ruhig durch Gespräche zu regeln versucht. Mich haben ihre ungezügelten Aggressionen und vor allem ihre Beleidigungen im Streitfall seelisch zermürbt. Ich kann es auch bis heute noch nicht wirklich verstehen, wie man zu einem Menschen, den (angeblich) man liebt, so hässlich und bewusst verletzend sein kann. Außerdem war sie eine wahre Meisterin darin, Menschen und vor allem mich zu manipulieren. Wie gesagt, jeder Streit wurde so gedreht, dass ich am Ende der "Schuldige" war, unabhängig davon, ob dies nun der Wahrheit entsprach oder nicht. Ich konnte nichts mehr darauf erwidern und habe es letztendlich auch geglaubt. Ich habe geglaubt, ich bin Schuld daran, dass sie so respektlos und rasend vor Wut mir mir umgeht, mich runtermacht, mich emotional erpresst. Und das hat mich fast komplett kaputt gemacht.
Auch unsere Trennung(en) verliefen sehr hässlich. Immer wieder machte sie für kurze Zeit mit mir Schluss, da sie sich nicht sicher sei, ob sie mich wirklich lieben würde oder weil sie neue Leute kennenlernen wollte und einen Freund dabei nicht gebrauchen könne, weil es Männer abschrecken würde. Und mit denen wäre sie sowieso lieber befreundet als mit Frauen, da Frauen ihr zu zickig wären.
Ich habe jedes Mal gelitten wie ein Hund und ich bin ihr - wie könnte es auch anders sein - blind vor Liebeskummer hinterhergelaufen. Habe sie bombardiert mit Liebesbriefen, SMS, Anrufen, Liebesbekundungen etc. pp. Was mich nur noch mehr zu ihrer Marionette gemacht hat und damit habe ich auch meinen letzten Rest Selbstachtung und Stolz verloren. Sie nahm mich zurück nach Lust und Laune und genau so lies sie mich auch immer wieder abblitzen.
Durch diesen Psychostress und vor allem die emotionale Gewalt ihrerseits bin ich in eine depressive Verstimmung gerutscht, unter der ich auch heute noch leide.
Endgültige Trennung im Sommer letzten Jahres. Sie wollte mich als besten Freund behalten. Ich war komplett am Ende, habe gedacht, die Welt hat aufgehört sich zu drehen, da ich gesehen habe, dass es trotz monatelangen Kampfes nichts genützt hat. Sie wollte nicht mit mir zusammen sein.
Ich bin ihr zum ersten Mal nicht nachgelaufen. Zum einen, weil ich einfach keine Energie und Kraft mehr hatte, zum anderen, weil meine Eltern (auch wenn ich erwachsen bin) dazwischen gegangen sind und mir sehr bestimmt jeglichen Kontakt untersagt haben und auch damit "gedroht" haben, höchstpersönlich bei der Dame auf der Matte zu stehen. Es hat mich damals rasend vor Wut gemacht, weil ich mich wie ein kleines Kind bevormundet gefühlt habe, allerdings wollte ich auch nicht, dass meine Ex denkt, ich wäre tatsächlich so ein Muttersöhnchen. Denn das bin ich nicht!
Als sie gemerkt hat, dass ich ihr nicht mehr nachlaufe, hat sie versucht, mich zu provozieren aka "Wenn ich wollte, hätte ich schon längst wieder einen" und mich eifersüchtig zu machen mit anderen Männern. Was mir den Rest gegeben hat. Ich habe gedacht, jemand rammt mir einen glühenden Spieß in die Brust. Zum ersten Mal in unserer "Beziehung" habe ich zurückgeschossen, habe ihr gesagt (nachdem sie wieder Herzchen schickte), sie solle ihre Lügerei und Manipulationen lassen, ich wäre nicht mehr die richtige Adresse dafür. Danach beleidigte sie mich natürlich wieder heftig und blockierte mich.
Ich bin ihr nicht nachgerannt. Habe sie gehen lassen. Die nächsten 2, 3 Monate waren zwar die Hölle auf Erden für mich, da ich mich gefühlt habe, als würde ich wahnsinnig werden vor Schmerzen, aber ich habe es durchgezogen. Auch wenn ich viele Tage hatte, an denen ich dachte, ich breche ein. Meine Freunde und Familie haben mich unterstützt, haben mit mir gekämpft und glaub mir, das waren auslaugende Machtkämpfe.
Wie schon gesagt, bin ich aus dieser Zeit mit einer Depression herausgegangen. Zusätzlich sind meine Verlustängste immens verstärkt worden, was ab und an zu leichten Angstattacken führt, wenn ich alleine bin. Mein Selbstwertgefühl war komplett weg, genau wie meine Selbstachtung. Ich habe mich "entmännlicht" gefühlt. Und irgendwie war ich das auch, aber nicht weil sie mich verlassen hatte, sondern weil sie es geschafft hatte, mich so zu knechten und unterwürfig zu machen.
Magestic, ich verstehe deine Gedanken und Gefühle nur zu gut. Ich verstehe, dass deine Gedanken nur um deine Ex kreisen. Sind sie während eurer Beziehung doch auch. Du versuchst immer noch, ihr alles Recht zu machen und sie ja nicht zu verletzen. Sie hat dich so manipuliert, dass du die Schuld zu großen Teilen auch bei dir suchst. Reflektion über eigene Fehler in einer Beziehung sind erstmal natürlich etwas gutes - aber es kommt so rüber, als nimmst du die komplette Schuld auf dich und fühlst dich verantwortlich für das Glück dieser Dame. Mir ging es nicht anders. Und ich verstehe deine Verzweiflung und ich verstehe auch wie weh es tut. Zum einen, dass du verlassen wurdest, zum anderen ist es aber auch der Schmerz und die Wut, dass du das mit dir hast machen lassen. Das magst du vielleicht jetzt noch nicht bewusst wahrnehmen, aber diese Einsicht wird, nachdem du Abstand gewonnen hast, kommen.
Aber, Magestic, das ist Schwachsinn! DU bist nicht für ihr Lebensglück verantwortlich! DU bist kein Statussymbol oder ihr Butler, der immer springt, wenn sie das will! Und DU bist auch keine Memme oder ein Weichei, weil du mit ihren Aggressionen und Anfällen, allgemein mit ihren Verhaltensweisen nicht klar kommst und diese dich verletzen! Lass dir das nicht einreden! Du musst dich nicht dafür rechtfertigen, dass du eine harmonische Beziehung willst und keinen Machtkampf!
Und genau das ist der Punkt: Ich verstehe zu einem, dass du sehr an ihr hängst, und das Bedürfnis hast, sie zurück zu bekommen. Ich schließe mich hiermit meinen Vorpostern an und spreche auch aus eigener Erfahrung: Bitte, bitte bitte bitte, verabschiede dich von diesem Gedanken und auch von ihr! Für dein eigenes Seelenheil, lass sie gehen! Solche Menschen wirst du nicht ändern können! Sie hat dich erniedrigt, mehrfach verletzt, ist dir gegenüber (ohne jeglichen Grund - der einzig vertretbare Grund wäre Selbstverteidigung) handgreiflich geworden, spielt ein Spiel mit dir, als wärst du ihr Jojo. Und glaube mir, das wird so weitergehen, auch wenn sie zurückkommen würde. Sie würde es immer wieder versuchen, immer und immer wieder. Eventuell kommt sie wieder an, aber dann passiert das nicht aus Liebe, dann passiert das nur aus dem Grund, dass sie sichergehen will, dass du noch springst, wenn sie sich es einbildet! Einen Menschen, den man aufrichtig liebt, behandelt man nicht so asozial! Der Partner ist kein Spielzeug oder der persönliche Skla., er ist eine eigenständige, gleichberechtigte, Person! Vor der man verdammt noch mal Respekt haben muss!
Selbst wenn du dich "ändern" würdest und als "starker Mann" in eine erneute Beziehung mit ihr gehen würdest... Denkst du, sie würde aufhören, sich wie die Prinzessin auf der Erbse zu benehmen? Möchtest du wirklich eine Beziehung, die aus MACHTKÄMPFEN statt Liebe besteht?!
Tu es für dich, Magestic. Lass sie gehen, brich den Kontakt kommentarlos ab, nach dem sie ihre Sachen aus der Wohnung geholt hat. Wie meine Vorposter sagen, die Frau ist für jeden gesunden Mann dieser Welt der sichere Schlüssel auf dem Weg in ein psychisches Wrack.
Veränder dich nicht für sie! Du bist ein ruhiger, harmoniebedürftiger Zeitgenosse, der es nicht nötig hat, seine Frau unter der Fuchtel zu haben und ihren Willen zu brechen. Und das macht dich nicht weniger männlich! Und es macht dich jetzt männlich und erwachsen, wenn du aufhörst, ihr hinterherzurennen und den Gedanken in dir zu tragen "wenn sie wieder kommt, bin ich für sie da, ich warte auf sie". Das wird dich kaputt machen.
Und es gibt viele Frauen da draußen, die genau wie du, den Wunsch nach einem harmonischen Miteinander mit respektvollem Umgang haben.
Manchmal kann man nicht den Weg mit dem geringsten Widerstand gehen. Und der Weg, der wohl am besten für dich wäre, ist hart, der ist schmerzhaft. Aber es ist möglich, diesen Weg zu gehen! Achte dich selbst! Hab Stolz! Zeig ihr, dass sie dich nicht in ihrer Gewalt hat. Und das zeigst du ihr am besten, in dem du sie IGNORIERST und aus deinem Leben streichst.
Alles Gute!