Traumtänzer
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Das erste was ich so aus deinen Zeilen rauslese, Freya, ist, daß du dich wirklich intensiv damit auseinandersetzt. Das Problem hierbei ist, daß es wohl eben nur du machst. Er scheint da einfach in eine völlig andere Richtung zu gehen. Sonst hätte er nicht die Wohnung aufgelöst und alles. Mir ist schon bewusst, daß es für dich, wie auch für traurig und andere in der Situation, nicht gerade einfach ist, den Tatsachen ins Auge zu sehen. Aber nach allem was du so von seinen Handlungen schreibst, bricht er doch eine Brücke nach der anderen ab und geht unbeirrt seinen Weg.
Das meine Ex den Mund nicht aufgebracht hat, ist auch bei mir ein Punkt, an dem ich immer noch ab und zu knabber. Auch da geh ich voll mit dir. Ich weiß nicht, wie ihr ansonsten kommuniziert habt. Also ob ihr mal eine Zeit hattet, in der es eben so war, daß er und auch du offen angesprochen habt, was euch stört. Denn das ist mMn ein elementar wichtiger Punkt, der immer wieder in die Hose geht, bzw falsch gemacht wird. Und da schließe ich mich selbst nicht aus
Wenn er also sagt, er hätte Signale gesendet, mag das sicher so sein. Ist aber halt auch nicht unbedingt zielführend
Ich weiß nicht. Vielleicht bin ich da zu naiv in der Hinsicht. Aber wenn mir jemand wirklich wichtig ist und ich ihn liebe. Dann spreche ich ihn auf seine Fehler an und gebe ihm aber gleichzeitig die Möglichkeit, sie wieder gut zu machen und zeig ihm auch, daß ich selber da bereit bin, mit anzupacken und vor allem zu verzeihen. Nun aber mal zu dem teil, wo du von der Liebe und dem Wechselspiel Unterlegener und Überlegener schreibst.
Eine Partnerschaft führt man auf Augenhöhe. Da gibt es keinen Unterlegenen und auch keinen Überlegenen. Da gibt es höchstens mal einen Wechsel des Starken und demjenigen, der mal ne Schulter zum anlehnen braucht. Ansonsten eben Augenhöhe. Ich kenne das Spielchen aber auch aus einer meiner Beziehungen
Weißt du Freya. Auch wenn du noch so fest dran glaubst, daß alles gut geworden wäre. Dazu gehören eben nun mal 2, die daran glauben und dafür was tun. Und manchmal kommt man eben an einen Punkt, wo man nicht mehr kann und auch nimmer will. Das hab ich dir ja schon mal geschrieben in der Art. Ich denk einfach, dein Ex war eben einfach leer. Der Akku aufgebraucht.
Zitat:Allerdings ist diese Sicherheit doch auch mit einer kleinen Einschränkung versehen: ich bin mir sicher, weil ich in den letzten Monaten an mir gearbeitet habe und viele dieser Prozesse, die in der Partnerschaft hätten ablaufen sollen, auch weil sie nicht nur für den Fortbestand der Partnerschaft wichtig gewesen wäre, sondern auch für mich und mein "Seelenheil", eben jetzt trotzdem laufen. Ich habe diese Veränderung trotzdem angestoßen, weil sie mir helfen, die Trennung überhaupt irgendwie zu überleben, aber auch weil mich diese Veränderungen wieder zu mir selbst zurück bringen. Und das war ganz ganz dringend notwendig und ich habe auch noch einen weitern Weg vor mir, mich selbst wirklich wieder zu finden und bei mir anzkukommen. Tja und die Unsicherheit die besteht eben genau darin, dass ich nicht weiß, ob ich es ohne den Zwang der Trennung, überhaupt geschafft hätte, mich auf diesen Weg zu machen, mich zu suchen und die Dinge zu verändern. Ich denke, dass ich esgekonnt hätte, aber ob ich es ohne die Trennung wirklich und tatsächlich aktiv getant hätte, hätte anpacken können, das glaube ich jetzt, ich weiß es aber nicht wirklich. Vielleicht hätte es nicht geklappt, weil ich nicht in dem Maße auf mich selbst zurück geworfen gewesen wäre wie jetzt in der Trennungssituation. Denn eine Trennung in Aussicht zu stellen und eine vollzogenen Trennung sind noch mal zwei völlig unterschiedliche Kaliber. Das ist der Knackpunkt, an dem ich mir nichts vormachen darf. Ich glaube, dass wir es gepackt hätten, aber ob wir beide wirklich in dem Moment bereit waren, es auch zu tun, das weiß ich natürlich nicht. Wir hätten es tun müssen, wir wären theoretisch in der Lage gewesen, praktisch waren wir aber wohl leider schon viel zu weit in die falschen Richtungen gegangen. Und genau das macht mich traurig. Dass er, aber auch ich, es so weit haben kommen lassen.
Das Leben lehrt uns manchmal auf ganz eigentümliche Weise und tritt uns in den Hintern. Genau diese Gedanken hab ich mir damals auch gemacht. Und weißt, heute bin ich sicher, daß es zwar keine schöne Erfahrung war. Aber sie hat mich mit zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Ich würde bestimmt vieles anders sehen, hätte ich das nicht erlebt. Und ich würde vielleicht auch erst jetzt in dieses Loch fallen, hätte ich das damals nicht so extremst erlebt. Und da gab es leider dieses Forum noch nicht. Glaub ich zumindest ..lol. Ich kann es jedenfalls nur immer wieder sagen. Du bist ne klasse Frau und ich finds total gut, wie du reflektierst und daran arbeitest deine Fehler abzustellen. Bleib stark, für dich selbst.
Könnte ich dir den Weg aus deiner Krise weisen. Ich würde es tun. Aber ich kann es nun mal nicht. Bei manchen Dingen kann man nur sich selber helfen und die Zeit für sich arbeiten lassen, den Schmerz ertragen und hoffen, daß er irgendwann verschwindet. Und auch wenn es dich grade wieder etwas mehr reingehauen hat. Finde ich trotz allem, daß du das sehr gut machst. Eben weil du dir Gedanken drüber machst und versuchst, dich freizuschwimmen. Bleib dabei und wir hier helfen dir dabei. So wie wir uns gegenseitig in den letzten Wochen unterstützt haben mit Trost und Zuspruch
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