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Sohn einer Narzisstin als Partner

Matzebach

Mein Mann und ich sind seit 8 Jahren ein Paar und seit 5 Jahren verheiratet.
Wir haben einen 2jährigen Sohn.

Meine Schwiegermutter hat eine narzisstische Persönlichkeitsstörung und da das nach der Geburt unseres Kindes ein unerträglicher Zustand wurde, hat mein Mann vor einem Jahr den Kontakt zu seinen Eltern abgebrochen.

Nun bleibt uns auf der einen Seite viel Stress erspart (natürlich macht die Schwiegermutter uns überall schlecht, aber egal) aber auf der anderen Seite haben wir seit dieser Zeit auch viel Streit.

Ich weiß bald nicht mehr, was ich machen soll.
Er wirft mir ständig vor, zu wenig im Haushalt zu machen, dass ich ihn nicht ernst nehmen würde, wir zu wenig S. haben, meine Streitkultur furchtbar wäre usw
Dabei sehe ich das alles ganz an und kann ihm meine Sichtweise jedoch nicht näher bringen.
Er behauptete heute, ich hätte meinen Urlaub genossen während er den ganzen Haushalt hätte machen müssen, ich würde zB nie spülen.
Darauf antwortete ich, dass ich das zukünftig notieren werde um es zu beweisen. Dann sagt er, es wäre schon schlimm wenn ich meinem Mann nicht glauben würde und das wäre, was ihn verletzt.

Kann mir eine/r helfen?
Ich möchte diese Ehe wirklich retten, ich liebe ihn.

Hat jemand Erfahrungen, wie ich mit einem Kind einer Narzisstin umgehen kann? Wie ich ihn wieder erreichen kann? Wie ich ihn dazu bringe, auch einfach mal Positives zu sehen und nicht immer nur zu kritisieren?

Ich bin um jede Idee und Erfahrung dankbar.

18.08.2016 15:56 • #1


Wiederdabei


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hallo liebe Matzebach

herzlich willkommen hier, und fühl dich erstmal freundlich und liebevoll umarmt......

Dein Vorhaben, mit dem "Kind" einer Narzisstin eine liebevolle Ehe zu führen, so wie du es beschreibst, ist schwierig.....das habe ich 25 Jahre versucht.



dieses "du nimmst mich nicht ernst" obwohl man immer alles versucht, mit aller Kraft, richtig zu machen.....hat bei mir nie! aufgehört....

diese Narzisstenkinder ( weisen ja selbst meist auch narzisstische Muster auf) sind immer wegen irgend etwas verletzt.....das mit der Sichtweise näherbringen artet meistens in stundenlange, Kaugummidiskussionen aus ( so empfand ich das ) und gebracht hat es nix....verletzt ist man dann sofort und länderdauernd ....

deine Streitkultur ist auch bestimmt nicht furchtbar, aber wenn man einfach nicht weiterkommt und gegen eine "Betonmauer" anrennt, dann flippt man halt aus......und dann heisst es dass die "Streitkultur "furchtbar wäre.. ..

Was war der unerträgliche Zustand mit der Schwiegermutter und stand dein Mann damals hinter dir?

alles Liebe vorerst, sei stark und nimm DICH wichtig und ernst.....
Wiederdabei

19.08.2016 04:07 • x 3 #2



Sohn einer Narzisstin als Partner

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Matzebach


Hallo,

erstmal danke für die lieben Worte.
Kaugummidiskussionen, genau das trifft es. Mir wird dann auch immer vorgeworfen, ich hätte das zu verantworten. Immerhin sehe ich seinen Standpunkt nicht und verletze ihn am laufenden Band.

Meine Schwiegermutter ist der typische Fall. Ich war von Anfang an nicht gut genug und das hat sie mich spüren lassen. Kleinigkeiten. Aber mein Mann stand immer hinter mir, war jedoch selbst oftmals überfordert.

Nach der Geburt unseres Kindes behandelte sie mich nur noch wie Dreck. Mein selbst gekochtes Essen war voll Öko, mein Schutz, den ich dem Kind bot war Überbehütung usw.
Um uns richtig zu verletzen, rief sie 3/ 4 mal in der Woche an um über ihren Mann zu lästern und dabei nie und gar nichts von dem Kind wissen zu wollen.
Nachdem sie dann nach meinem Besuch auf einem Familien Geb allen erzählt hat, dass ich ein furchtbarer Mensch bin, hat mein Mann sie zur Rede gestellt.
Sie fing an und erzählte, ich würde lügen usw und da ging er und bat um keinerlei Kontakt mehr. Alle Anrufe und Bitten um Gespräche sind seitdem abgeblockt worden.

Die Streitkultur meines Mannes hat sich auch verändert. Er muss neuerdings etwas sagen wie "Hau ab" oder "Leck mich" bevor er geht.

Ich verstehe einfach nicht, dass er die Verhaltensmuster seiner Mutter in seinem Handeln nicht erkennt. Spricht man ihn darauf an, flippt er total aus.

19.08.2016 06:04 • #3


Matzebach


Ich bemühe mich übrigens in jedem Streit um Versöhnung und gebe oft auch klein bei.
Dieses Mal habe ich den Nachmittag mit meinem Kind verbracht und meinen Mann ignoriert. Das war einfach, denn er hat sich fürs Drama ins Bett gelegt den ganzen Tag.
Bin auf heute Mittag nach der Arbeit gespannt, denn er hat Urlaub.

19.08.2016 06:20 • #4


Wiederdabei


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Zitat:
Ich bemühe mich übrigens in jedem Streit um Versöhnung und gebe oft auch klein bei.

19.08.2016 08:11 • #5


Random


sehr unwahrscheinlich, dass er mit einer "NPS-Mutter" ein gesundes Selbst aufbauen konnte.
Und leider deutet das was Du schreibst auch nicht darauf hin.

Wenn er selbst ein solches Problem "geerbt" hat, dann steckst Du in der Zwickmühle.

Pass auf DICH auf.

19.08.2016 08:23 • x 2 #6


Wiederdabei


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Ja wie gut kenne ich das!

ich habe das über 20 jahre gemacht, immer eingelenkt, auch wenn er! was verbockt hatte, immer nachgegeben, damit wieder die Eiseskälte die von diesen Männern uns dann entgegenbläst endlich aufhört.......weil ich das nicht aushalten konnte......ich dachte immer ist ja nur ein kleines lächeln, oder ein kleines wort das ich geben muss und dann passt es wieder.......



Dieses ins Bett legen und "abtauchen" kenne ich auch.....das sehe ich allerdings heute als eine Art Flucht von ihm....

Hau ab oder Leck mich beim Abgang? Das ist wie Dreck behandeln......das hat der Junge gut von seiner Mama gelernt.......glaub mir, er hat alles im Repertoire was auch seine Mutter draufhatte....und wird es einsetzten wenn er es für angebracht hält.....

Wie behandelte ER seine Mutter damals im Streit......?

Wenn er heute heimkommt, verhalte dich "erwachsen" und las dich nicht auf Kaugummidiskussionen ein, die nur dazu dienen dir seine Meinung aufzudrängen........egal wie lange und mit welche mitteln.....


(Sollte man manchmal denken, ah bei diesem Punkt habe ich "gewonnen", kann man ich sicher sein, dass das Thema irgendwann noch mal auf den Tisch kommt......die geben sich mit keinem Nachgeben oder Einsehen ab. )

Er wird das Verhaltensmuster seiner Mutter nie! bei sich erkennen.....

Was tut er wenn er ausflippt? Dich kränken, beschuldigen, verletzen, niedermachen, kritisieren, korrigieren?

Bitte nimm dir das nicht zu Herzen.....er kann nicht anders.... befürchte ich.....entschuldigt er sich dann, wenn er völlig ausgeflippt ist? und bist du mit dieser Entschuldigung dann zufrieden?

Ich drücke dich von ganzem Herzen, weil ich weiss wie sich deine Schmerzen in der Brust anfühlen.....

Du kannst nicht von heute auf morgen alles verändern, aber du kannst dir ab heute sagen, dass du ein sehr wertvoller Mensch bist mit einem lieben Wesen.......und dass du für das was du mit deinem Sohn leistet stolz auf dich sein kannst.....egal was er gerade denkt und tut.

Also du Gute ! Bleib stark und lobe dich manchmal selbst

Gruß Wiederdabei

19.08.2016 08:38 • x 1 #7


Nkl15


Mich würde mal interessieren wie es der TE heute geht. Hat sich das Streitverhalten gebessert? Ist Der Kontakt immer noch beendet?
Vg

24.12.2016 00:14 • #8


Gurkenwasser


Hallo,
Ja der Eintrag ist über 4 Jahre her, und ich hoffe für die Fragestellerin das sich ihr Leben ins Positive wandelt.

Zu nächst einmal ich lebe nun seit 2 Jahren in einer Beziehung mit einem Sohn von einer Narzisstischen Mutter.
Ich habe mein Mann mit 30 kennengelernt und war zu dem Zeitpunkt eine starke unabhängige Frau die mit beiden Beinen im Leben Stand.

Dann kam die Ehe, die Erwartungen, die Regeln, glaslighting..... Von ihm, seiner Mutter, deren Mutter....

Burnout, Depressionen mittlerweile Suizidal....
Angststörungen und ich habe weder Selbstwertgefühl noch Stolz behalten.

Alles in mir schreit das ich Rennen soll, meine Beine in die Hand nehmen und Rennen soll...

Aber ich liebe ihn, und ich kann ihn nicht den Hyänen zum frass vorwerfen dass bin ich einfach nicht, es hört sich wahrscheinlich seltsam an für Außenstehende aber aktiv geholfen hat, ihm Dinge per "gewaltfreie Kommunikation" nahe zu legen, kommunizieren bzw kritischer Blick auf den anderen wird einfacher wenn ich Dinge Anspreche und ihm vorher bescheid gebe.
Wir sprechen jeden Dienstag Abend.
Ich Botschaften, GFK, und jeder Kritikpunkt wird ein Lob oder Anerkennung vorgelegt.

Es ist einfacher wenn man sich vor augenhält was ein "Sohn" benötigt, Lob Liebe und das Gefühl etwas richtig zu machen.
Das hilft, und klare Grenzen setzen.
Wird er oder sein co Narzissmus mir zu viel, ziehe ich mich raus.
Klare Linien und Strukturen Erfassen, Verfassen und Bezug darauf nehmen.

Es hilft, es ist dennoch nicht einfach aber es hilft.

Vor 2 Stunden • #9


Zweizelgänger

Zweizelgänger


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@gurkenwasser
Hallo erstmal

Ich würde dir empfehlen, dich tatsächlich richtig anzumelden, da du dir hier dann teilweise leichter tust.
Muss man aber natürlich nicht.

Es gibt hier ein Thema, in dem du viele Menschen in ähnlichen Situationen findest.
ex-partner-und-trennung-von-narzissten-austausch-t35770-s37830.html#p2308836

Für mich klingt das eher so, als wäre dein Mann selbst ein Narzisst.
Das Co spielt da für mich weniger eine Rolle.

Alles Liebe

Vor 2 Stunden • #10


T4U

T4U


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Zitat von Gurkenwasser:
Aber ich liebe ihn

Wie alt ist dein Mann?

Wie lange befand er sich unter dem Einfluss, weil man als Erwachsener da durchaus Co-Abhängigkeiten entwickelt, selbst so agiert, ohne es zu sein. Auch müsste dein Mann mit machen wollen, das sich eure Ehe verbessert - was ich aber vermutlich so sehe, das er nicht die Sicht hat, das er zunächst bei sich ansetzen muss - da er ja schon in der Position ist - dir jeden schwarzen Peter zu zuschieben

Vor 2 Stunden • x 1 #11


Johanna15


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Zitat von Gurkenwasser:
Es ist einfacher wenn man sich vor augenhält was ein "Sohn" benötigt, Lob Liebe und das Gefühl etwas richtig zu machen.
Das hilft, und klare Grenzen setzen.
Wird er oder sein co Narzissmus mir zu viel, ziehe ich mich raus.
Klare Linien und Strukturen Erfassen, Verfassen und Bezug darauf nehmen.


Es hört sich eher so an, als ob Du mit ihm verhaltenstherapeutische Maßnahmen durchziehst, sprich Du bist nicht Frau sondern Therapeutin.
Vielleicht kannst Du mit dieser Strategie Verletzungen durch seine Seite besser ertragen/von Dir weg halten. Aber die stillen Momente, wo Du Dir wünscht, einfach nur Frau zu sein, mit Bedürfnissen, Wünschen und Sehnsüchten werden mit der Zeit lauter und Deine Energie, für Dich einzustehen, wird weniger.
Pass gut auf Dich auf bei einer solchen Mission.

Vor 1 Stunde • x 3 #12


Karili


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Fühl dich erst einmal gedrückt, denn was du durchmachst ist eine Katastrophe.

Ich habe in meinem eigenen Thread bereits über meine eigene Kindheit geschrieben und beim Lesen deines Beitrags kommen mir einige Bilder sofort hoch. In meinem Fall war es eine tyrannische und narzisstische Großmutter, die unsere Familie im Bann hatte. Mein Vater, ihr Sohn, war bis zu ihrem Tod und in manchen Dingen darüber hinaus unter ihrer Fuchtel. Sie war von zuckersüß bis auf die Knochen schneidend bösartig und man wusste nie was einen erwartet. Aber du kennst deine Schwiegermutter und deshalb halte ich die Beschreibung unseres Tyrannen kurz. Wichtiger war immer die Reaktion meines Vaters. Sein Credo war: Tut nichts um den Drachen zu verärgern! Haltet sie aus und bleibt ruhig.

Er hat lieber ausgehalten, dass seine Frau, meine Mutter, weinend und mit den Nerven am Ende am Küchentisch saß und aus heutiger Sicht einen langandauernden emotionalen Zusammenbruch hatte. Er hat auch lieber ausgehalten, dass wir als Kinder und vor allem als jugendliche Mädchen beleidigt und verunsichert wurden. - Die Nachwehen seines Verhaltens haben mich in diesem Jahr in meiner eigenen Beziehung unverhofft Dinge aushalten lassen, die es ohne diese Vorgeschichte und deren Trigger nicht gegeben hätte. Meine Mutter hat uns verlassen als meine Großmutter starb und meine Schwester und ich noch Jugendliche waren. Sie hatte immer gehofft, dass er sich nach dem Tod der Mutter ändern würde, aber dazu dauerte seine Prägung viel zu lange. Sie musste gehen, um sich zu retten. Für uns Mädchen war sie immer da, aber von ihm brauchte sie Abstand.

Ich glaube deshalb, und meine Therapeutin bestätigte mir das, dass Kinder von Narzissten selten wirklich frei werden. Die kritisierende Stimme begleitet sie ja auch wenn der Narzisst nicht anwesend ist. Alles wird so gedacht und gehandelt, dass es keine Wellen schlägt. Bei deinem Mann scheint es mir so, als würde ihm die Mutter als Sparringspartnerin fehlen. Sie hat über euch beide geherrscht. Das war er gewohnt. Jetzt ist sie weg und es fehlt ihm entweder das Beherrschtwerden und der Druck oder er ist zum ersten Mal im Leben in der Position herrschen zu können. Die Herrscherin, seine Mutter, hat er bestimmt nicht positiv erlebt, aber sehr wahrscheinlich als machtvolle Figur empfunden. Jetzt bietet sich die Gelegenheit die Demütigungen der Vergangenheit auszubügeln, indem er vom Opfer zum Täter wird. Die Spirale in der ihr euch befindet hat zudem wahrscheinlich erst begonnen und eure Situation wird sich in Zukunft sehr wahrscheinlich verschlimmern. Egal wie sehr du versuchst es ihm recht zu machen. Denn um die Dinge, die er an dir kritisiert geht es gar nicht.

Mach dir immer bewusst, dass Narzissten liebevolle und glänzende Seiten haben. Die benötigen sie, damit die anderen bei ihnen bleiben und sie ein Interaktionsopfer für ihr Verhalten haben. Deshalb würde ich mir eine ruhige Minute suchen und aufschreiben, was dir an ihm (noch) gefällt oder (schon) missfällt. Dan überlege dir, ob du einem deiner Kinder so einen Partner wünschen würdest.

Sag ihm deutlich, dass du eine Veränderung an ihm bemerkst, die du nicht tolerieren wirst und bestehe auf ein Paarcoaching oder dass er sich in Therapie begibt. Er wird zunächst uneinsichtig sein und vielleicht einen Teil der Kritik erst einmal zurückfahren, sie wird dich jedoch später mit voller Wucht erwischen, denn er hat ja bestimmt auch das Schweigen gelernt. Sg ihm klar, dass du Züge an ihm erkennst, die du nicht magst und für euch nicht ertragen wirst. Sag ihm, dass er die Paartherapie oder Einzeltherapie machen muss, damit es für dich weitergehen kann.

Frag ihn auch, ob er es gut finden würde, wenn ein anderer Mensch seine Frau so ansprechen oder behandeln würde wie dich. Um weiters Gaslighting zu verhindern, stell einen Haushaltsplan auf und hänge ihn sichtbar auf. Darauf markiere was du getan hast. Viel Glück!

Vor 3 Minuten • x 1 #13



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