Scheol
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Zitat:Vor 3 Jahren hat er ein schreckliches Trauma erlebt. Seither wird er mehr und mehr depressiv, ist kaum fähig ein eigenständiges Leben zu führen ( er kann, aufgrund von Angst vor Menschen, nichtmal für sich selbst einkaufen gehen). Während der ganzen Zeit bin ich seine Stütze, sein Fels in der Brandung. So sagt er das auch.
Als Krankenschwester kennst du den Begriff Traumafolgestörung ? Folgen nach traumatischer Erfahrung.
Als Traumafolgetstörung kann eine Depression entstehen. Wenn das Trauma nicht aufgelöst wird , wird sich die Depression durch das Trauma auch nicht heilen.
Meist ploppen Trauma nach 1-3 Jahren hoch.
Zitat:Im Beziehungsleben hab ich alles gemacht. Finanzen, Versicherungen, Kinder, Haushalt, Einkauf, Geburtstage, Freunde, Familie. Wann immer er Zeit hatte und da war hat auch er getan, im Haushalt zB. Aber er kann weder kochen, noch Wäsche machen, noch wüsste er irgendwas über Finanzen etc.
Hört sich an wie die Starre, erstarrt sein vor Schreck.
Probleme beim halten von zwischen menschlichen Beziehungen.
Zitat:Nun war er in der Klinik, die Depression wurde medikamentös eingestellt. Es geht ihm besser, er hat wieder Antrieb. Das Trauma und alle Einschränkungen sind aber geblieben.
Weil nicht die Hauptursache geklärt ist.
Zitat:Am letzten Heimwochenende (vor 2 Wochen) sagte er mir aus heiterem Himmel dass er an Trennung denkt (die Wochenenden vorher waren schöner als die Jahre zuvor, liebevoll, viel S.). Er würde mich schon seit Jahren nicht mehr lieben, wir hätten uns auseinander gelebt.
Selbstsabotage der eigene Beziehung.
Zitat:Angesprochen auf all unsere schönen Erlebnisse der letzten Zeit meinte er, daran kann er sich nicht erinnern.
Klingt wie abgespalten.
In der Starre nur funktional.
Zitat:Als ich heulend zusammen brach, war ich ihm einfach egal. Er hat nur erklärt, er wolle keinen Körperkontakt zu mir. Dann ging er aus dem Raum, weitere Erklärungen gab es nicht. Auf meine Frage ob da jemand anderes wäre, wurde verneint.
Am Dienstag darauf kam er dann ganz nach Hause, gut gelaunt, pfeifend. Abends verschwand er zum telefonieren mit der Gruppe. Mein Bauchgefühl lies mich nicht in Ruhe. Ich fragte wieder nach einer anderen. Er sagte, da wären wir wieder an dem Punkt wo ich grundlos eifersüchtig bin. Ich hatte ein schlechtes Gewissen.
Mittwoch abend das gleiche Spiel. Mein Bauchgefühl brachte mich um. Ich wartete bis er heim kam, sah ihm in die Augen und sagte ihm, dass ich WEIß, dass ich nicht grundlos eifersüchtig bin, dass da jemand ist.
Und DANN gab ers endlich zu. In unserer Beziehung hatte sich ab und an mal sowas ereignet mit dem Bauchgefühl, immer sprach er mir das ab.
Er sagte dann, er muss sich erst klar werden. Er weiß nicht was er will. Ich sagte nichts. (Begann aber im Hintergrund mich über alle Konsequenzen der Trennung zu informieren). Freitag fragte ich dann nach dem Stand. Der war "ich habs ihr gesagt, sie fühlt auch was für mich". Sie ist selbst depressiv, er kennt sie seit 2 Wochen. Erklärte mir dann dass er sie liebt (nach 2 Wochen) und für mich rein garnichts fühlt.
Ich habe dann direkt meinerseits die Trennung erklärt. Und auch gesagt, dass wir hier voerst 2 WG Zimmer machen können. Er aber künftig für sich selbst einkauft, kocht, wäscht, Finanzen führt etc.
Seine Reaktion war unglauben. Und:"jetzt lass mich doch etstmal gucken ob mit der anderen überhaupt was wird". Er dachte echt, er tobt sich aus und ich als Mütterchen warte brav. Und er verstand absolut nicht, wo da mein Problem liegt.
Er meinte auch, wir können doch alles writerlaufen lassen, er kann ja schließlich nicht einkaufen gehen, also soll ich ihn weiter versorgen, es braucht ja dann kein Richter oder Anwalt wissen dass da kein korrektes Trennungsjahr war. Ich hab das abgelehnt und bin gegangen.
Am Samstag war er dann ein Haufen elend, wir luden seine engsten Vetrauten ein, damit er sich mal ihne mich aussprechen konnte. Fakt stand heute:
Traumatisierte , traumatisieren andere.
Zitat:Er hat den Kontakt mit ihr abgebrochen, ist noch hier und will sehen ob die Gefühle zurück kommen.
Fühlt er überhaupt was ?
Das Gefühl der Gefühllosigkeit , wie in einer blase existieren ( Traumablase ).
Zitat:Aber, alles was er mir vorwarf, zB dass ich zum Hausmütterchen wurde, kam weil er das so wollte. Ich bin jetzt grade aufgewacht, nehme ab, geh raus und lebe. Hab in 2 Wochen soviel geändert wie im ganzen Leben nicht. Mir gehts gut, selbst wenn er jetzt ginge.
Ich weiß nur nicht, ob ich ihn zurück will. Ob ich kämpfen soll? Wie finde ich raus was schief lief, wer ich bin, ob ich mir vertrauen kann?