Hallo Ratsuchender,
als ich so alt war, wie du heute, war ich in ziemlich genau der gleichen Situation. Ich habe meine Frau und die beiden Kinder dann verlassen, bin nach einem halben Jahr wieder zurück und habe sie nach weiteren drei Jahren wieder verlassen, diesmal endgültig. Die Trennung von meiner Frau finde ich auch heute noch nach so viele Jahren die richtige Entscheidung, die Trennung von meinen Kindern jedoch nicht. Das habe ich völlig falsch gehändelt und muss es heute büßen, denn sie wollen keinen Kontakt zu mir.
Die Frage ist nur, wie trennt man sich von seiner Frau ohne sich von den Kindern zu trennen?
Soviel mal als Information vorweg, jetzt konkret zu dir. Bevor du irgendwelche Entscheidungen triffst, solltest du dir über dich selbst sehr klar werden. Dass du in dieses Forum gegangen bist, ist ein erster guter Schritt in Richtung Selbsterfahrung. Aber das reicht natürlich nicht. Ich habe mir mal deine Antworten auf die drei gestellten Fragen angeschaut:
Zitat von DerRatsuchende:zu Frage 1: ich stelle an mich den Anspruch, meine Frau auch nach 12 Jahren so zu Lieben, wie ich es am Anfang unserer Beziehung getan habe. Leider hat es da irgendwie einen Bruch gegeben, den ich mir selbst nicht erklären kann. Frage 2: in einer intakten Ehe sollten die Schmetterlinge auch nach 12 Jahren noch fliegen... Frage 3: Ich sehe in ihr die liebevolle Mutter, die sich um Kinder und Haushalt kümmert, allerdings , als wenn ich als Aussenstehender auf die Situation schaue
Dazu möchte ich dir ein paar Worte sagen: ad 1): Mit deinem Satz "... Bruch ...den ich mir selbst nicht erklären kann" machst du es dir zu einfach. Da mogelst du dich um einiges herum. Wenn du Rat und Hilfe suchst, musst du schon ran ans Eingemachte. Das, was du jetzt nicht zu wissen behauptest, weißt du natürlich - zumindest bis zu einem gewissen Grade, hast es aber verdrängt, denn es ist nicht so nett, dazu zu stehen. Schau mal tief in dich hinein.
ad 2.) Sorry, aber das denkt man mit Zwanzig, nicht mir fast vierzig, wenn man von den Gesetzen des Lebens was mitgekriegt hat. Jedes Buch über Beziehungen (hast du Zurhorst oder Betz gelesen?) sagt dir ganz was anderes. Außerdem sind die "Schmetterlinge" eine Metapher für Verliebtheit, nicht für Liebe.
ad 3): Da wärst du der erste Mann, der in seiner Frau nicht auch eine Gespielin im Bett sieht (oder zumindest wünscht). Vom Sex schreibst du ja überhaupt kein Wort, in deinem ganzen Post nicht. Vermutlich liegt da der Hase im Pfeffer.
Sei jetzt mutig und gehe ran an die offenen Fragen, hier im Forum oder in einer Selbsterfahrungsgruppe (sehr zu empfehlen) oder in einer ergebinsoffenen Paarberatung.