Senan
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vor einigen Monaten habe ich jemanden näher kennengelernt, den ich bereits länger kenne. Letztes Jahr hat er den Job gewechselt, ist immer mal einige Monate weg im Ausland, manchmal auch weiter weg im Inland.
Während er noch hier war (HomeOffice) war es eine tolle Zeit, intensiv und die Pläne, die er (nicht einmal ich, da ich immer jemand bin, der sich die Situation anschaut) immer mal unterschwellig geäußert hatte, sind inzwischen ziemlich zerplatzt, und ich sehe auch ehrlich gesagt (derzeit) wenig Zukunft, was ich von den kommenden Wochen abhängig machen wollte - vielleicht auch früher, da mir der Eindruck entsteht, dass ich zunehmend in die Form eines Platzhalters für langweilige Phasen rücke.
Anfangs als er ständig weg war, meldete er sich extrem unregelmäßig, meist per Smartphone und ich kam mir vor, wie "oh jetzt hat er gerade viel viel Zeit", dann schreibt er mal 2-3 Stunden am Stück oder er ruft an, wir telefonieren dann mal viele Stunden (!) was mir fast schon übertrieben war. Dann entschuldigt er sich, dass er sich mal 2 Tage (!) nicht gemeldet hat, was für mich auch eine innere Distanz verstärkt, da ich der Ansicht bin, eine kurze Nachricht geht einfach immer und wenn ich mal mit dem Auto rechts ran fahre.
Inzwischen habe ich das Gefühl, er ist extrem sprunghaft, ich bin ihm zwar wichtig, aber er schiebt mich oft bei Seite. Meine anfänglichen Gefühle, um die er auch weiß, sind leider stark geblieben, aber ich habe auch sie etwas bei Seite gerückt, weil mich die Situation verletzt.
Ich habe derzeit pandemiebedingt wenig Kontakte, und komme mir vor, als wenn ich daheim hocke und auf ihn warte, was zwar nicht der Fall ist, aber ich empfinde es so, ständig schaue ich aufs Handy und erwische mich, wie ich sehnsüchtig auf irgendwas warte, was nicht kommt.
Dann ist er wieder für ein paar Wochen hier und es ist als ob es vorwärts ginge, aber eigentlich stehe ich nur auf Abruf bereit.
Ostern war das Highlight, wir wollten Ostern gemeinsam verbringen, kurz vorher ist er auf Reisen gegangen, hat mir 2 Tage vorher abgesagt. Das ist für mich grundsätzlich ok, Arbeit geht vor.
Gestern Abend spät in der Nacht meldet er sich vorzeitig, er fahre Ostersonntag schon heim und würde direkt zu mir kommen. Ehrlich? Ich freue mich zwar - aber ich habe auch keine Lust auf diese Spielchen und möchte mich ganz bewusst nicht ständig zur Verfügung halten. Kurzum - ich werde sagen, ich hab keine Zeit.
Eine Freundin meint, das ist albern, der ich die Sachlage erzählt habe, ich selbst denke mir das zwar auch, habe aber nach vielem Nachdenken ohnehin beschlossen, dass das ganze für mich so keine Zukunft hat und bin auch der Meinung, mit fast 50 wird sich ein Mensch nicht mehr grundlegend ändern. Und es wird wohl Gründe haben, wieso er so ist wie er ist und keine Beziehungen hatte die letzten Jahre.
Normalerweise habe ich immer nach Gefühl gehandelt, ohne Taktieren und diese merkwürdigen Spielchen, da ich dachte, sobald das anfängt ist es eh vorbei. Die Frage ist für mich, ob die Sache sowieso zu beenden ist - oder ob ich sie auslaufen lassen soll.
Um mich nicht weiter herein zu steigern, wollte ich ihn nur noch mit viel Abstand treffen, denke mir aber heute, wozu soll ich ihn überhaupt noch treffen.
Er ahnt davon natürlich nichts, weil nie Zeit da ist darüber zu reden, wie es mir mit diesem ganzen hin und her geht, es geht immer nur um seine Vorhaben, eine echte Antwort auf die Frage, wie es mir geht, habe ich den Eindruck, möchte er nicht haben.