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Streit und Zweifel kurz vor Hochzeit

senzanome
Liebe Helin90

Ich hatte sehr unterschiedliche Liebesbeziehung,eine, mit einem türkischen Mann, wir liebten uns sehr, die Beziehung war stark auf Leidenschaft und Sexualität gegründet, was wir beide genossen. Er war deutlich aelter, auch kulturell sehr erfolgreich und ich verdanke ihm viel Wissen ueber, auch, tuerkische Dichter, Komponisten etc. Er wurde nach 2, 5 Jahren sehr krank, an unsere vorherige Sexualität war nicht zu denken, er litt natuerlich darunter, ich auch, mit ihm, wir fanden eine neue Form unserer Beziehung, mehr Zärtlichkeit, wir lasen uns Gedichte vor, waren dankbar für das, was uns blieb und moeglich war. Liebe hat so viele Facetten und ihr Inhalt bestimmt die Form, nicht andersrum. Dein Verlobter hatte einen Ausbruch, einen Wutabfall, auch er steht unter Druck, dazu sein nicht erfülltes sexuelles Verlangen, ich finde das verständlich und menschlich. Vielleicht kannst Du damit so liebevoll und großzügig umgehen, wie er es seit Jahren mit Dir macht...? Liebe ist so viel mehr als kompatible Sexualität (schon der Begriff ist technische Kälte für mich), meine Eltern, auch Suedlaender, sind 55 Jahre gluecklich verheiratet, lieben sich sehr, es gab unzählige Krisen, auch Zeiten der Entfremdung, mal mehr, mal weniger Lust, aber das Band, das Fundament, die Liebe war da und darauf kann man bauen, vertrauen. Ich wuensche Dir, dass Du glücklich heiraten wirst und ihr miteinander immer wieder neu, einen Weg findet, der Euch zusammen hält.

x 10 #226


Kranich71
@Tin_

👍🏻

#227


A


Streit und Zweifel kurz vor Hochzeit

x 3


Wollie
Zitat von CaliZero:
ich persönlich hab die Erfahrung gemacht, dass über Sex reden alles nur noch schlimmer macht bei Personen, die wenig Sex brauchen

stimmt völlig.....die Person, hier TE, wird dadurch und fühlt sich dadurch unter Druck gesetzt und Druck im Bereich der Sexualität ist ein absolutes NoGo.

x 3 #228


L
Zitat von Wollie:
ie Person, hier TE, wird dadurch und fühlt sich dadurch unter Druck gesetzt und Druck im Bereich der Sexualität ist ein absolutes NoGo.

Aha, reden darf man also auch nicht drüber, weil dass ja dann Druck ist. Still dulden und abwarten?! Was schlägst Du vor?
Ich finde es völlig legitim, dass der Mann ausgeflippt ist aus Verzweiflung.

Die Hochzeit steht an, da fragt man schon, ob man mit einem Menschen der so komplett andere Bedürftnisse in diesen Bereich ist und auf allen anderen "Hochzeiten" tanzt wirklich "ein Leben lang" planen möchte...

Trennen würde ich mich auch nicht gleich. Das sicher nicht. Aber heiraten würde ich AN SEINER STELLE sicher nicht.

x 7 #229


Wollie
Zitat von Lumba:
Ich finde es völlig legitim, dass der Mann ausgeflippt ist aus Verzweiflung.

ja eben, dass ist ja das Problem. Ich kann völlig nachvollziehen, dass der ausflippt. Und natürlich sollen und müssen sie auch über dieses Problem reden. Aber ich denke, dies führt bei TE zu noch mehr Druck "funktionieren " zu müssen, obwohl ihre Bedürfnisse in eine ganz andere Richtung gehen.
Und Nein....ich würde so auch nicht heiraten. Da bin ich völlig bei dir.

x 5 #230


L
Zitat von Wollie:
Aber ich denke, dies führt bei TE zu noch mehr Druck "funktionieren " zu müssen, obwohl ihre Bedürfnisse in eine ganz andere Richtung gehen.

Das will ich gar nicht abstreiten, dass das Druck auslöst. Aber was ist die Alternative? Reden ist das kleinere Übel finde ich, wenn (in diesem Fall) sie auf andere Versuche seinerseits nicht anspringen kann und will.

x 5 #231


Mienchen
Zitat von Tin_:
Das Zauberwort heißt "Kompromiss

Kompromiss? Schon, okay ich gehe da mit wenn einer dauernd feiern rennt und der andere daheim bleiben muss.
Ist ein Kompromiss, wenn man fünfzig fünfzig macht. Mal daheim bleiben und mal mitgehen.

Kompromiss in Bezug auf Libido? Den erkläre mir bitte

x 8 #232


tina1955
Bei der Häufigkeit bzgl. Sex gibt es überhaupt keinen Kompromiss. Es bleibt immer einer der Partner unzufrieden.

x 10 #233


tina1955
Zitat von Helin90:
Guten Morgen an Alle. Ich danke jedem, der mir Ratschläge und Tipps gegeben hat. Wir sind fast 4,5 Jahre zusammen. Sowas schmeißt hal auch nicht ...

....Ja dann bleibt nur noch die Trennung, lt .Deiner Worte, was natürlich schade wäre.

Ich würde jedenfalls vorher dafür Sorge tragen, dass man nicht erst mit dem Gedanken in die Ehe geht, sich zu trennen, wenn es dann doch nicht klappt.

Du liebst Deinen Mann, er liebt Dich, dann macht euch nicht unglücklich durch eine eventuelle Scheidung.

Ich bin eh erstaunt, wie abgeklärt Du Dich mit dem Gedanken befasst, wenn es nicht klappt, trennt man sich.

Man heiratet erst gar nicht, wenn es nicht klappt.

x 6 #234


tina1955
Aber natürlich möchte man ungern zugeben, dass es doch nicht passt und eine Hochzeit absagen oder verschieben.

Wie steht man bloß vor der Familie da ?
Welche Schande ?
Dann lieber Augen zu und durch ?

x 5 #235


darkenrahl
Zitat von Pinkstar:

Befasse dich bitte doch mal näher mit dem Thema Sex. Das Internet ist voll davon, auch mit kurzen Videos Weisst du. wenn man eine Partnerschaft eingeht, sollte man damit rechnen, dass irgendwann, auch wenns anfangs schon gewusst war von deinem Partner, dass du nicht wirklich die Aktive bist, dass sich in den Jahren unbewusst doch Bedürfnisse anstauen. Denke das ist bei deinem Partner jetzt erreicht.

Danke dass du das auch ansprichst.
Der Mann wird schon nach der Hochzeitsnacht, wenn es die denn wirklich auch gibt wie sich das die meisten vorstellen, das Weite suchen. Denn dann wird er merken, dass alles Reden über euer Problem sinnlos sein wird.

x 3 #236


tina1955
Zitat von darkenrahl:
Danke dass du das auch ansprichst. Der Mann wird schon nach der Hochzeitsnacht, wenn es die denn wirklich auch gibt wie sich das die meisten ...

Sie haben ja schon Sex, von daher ist die Hochzeitsnacht bestimmt keine Überraschung.
Auf die Schnelle lässt sich eine Frau, die kaum Lust verspürt nicht in eine leidenschaftliche Liebhaberin verwandeln.
Da kann sie noch so viele Bücher lesen und sich mit dem Thema beschäftigen, wozu sie ja auch zumindest bei ihrem Verlobten 4,5 Jahre Zeit hatte und sich nichts geändert hat. Er hat immer vergebens gehofft....

x 3 #237


alleswirdbesser
Zitat von Tin_:
Stimmt, aber nicht selten ändert sich das sexuelle Verlangen/Bedürfnis mit der Zeit/Alter/Partnerschaft.

Eher mit dem Partner.

Dass jemand, der kaum Lust hat irgendwann (hier wird es nach der Hochzeit erhofft) eine starke Libido entwickelt, mag ich zu bezweifeln.

Tatsächlich kenne ich das so, dass es mit einem anderen Partner, bei dem die Chemie zu 100 % stimmt, auch das sexuelle Verlangen imens wachsen kann. Aber auch davor war die Libido nicht so gut wie nicht da, sondern ganz normal ausgeprägt.

Wenn es sich innerhalb von 4 Jahren nicht eingespielt hat, sehe ich persönlich keine große Hoffnung für eine harmonische Zukunft. Der, der mehr Verlangen hat wird entweder immer unzufriedener oder sucht die Befriedigung außerhalb. Und der, der keine Lust empfindet, wird sich unverstanden und unter Druck gesetzt fühlen. Eine Kompromisslösung sehe ich hier keine.

Oft merkt man in der ersten Zeit der Beziehung gar nicht, dass die Bedürfnisse arg unterschiedlich sind. Am Anfang spielen die Hormone noch verrückt, das Verlangen ist auf beiden Seiten groß, wenn man sich selten trifft, gibt es auch meistens einen grandiosen Sex, man kann quasi die Finger nicht voneinander lassen. Der Alltag bringt allerdings oft die richtigen Erkenntnisse ans Tageslicht. Da kann sich das Blatt plötzlich wenden, spätestens nach dem zusammenziehen. Was bei TE der Fall ist. Natürlich fällt es beiden schwer zu akzeptieren, dass es nicht passt und entsprechend zu handeln. Die Liebe ist ja da.

x 8 #238


T
Zitat von Mienchen:
Kompromiss in Bezug auf Libido? Den erkläre mir bitte

Wie ich schon sagte, miteinander reden und vielleicht auch mal miteinander schlafen, wenn nicht beide Lust haben sondern vielleicht nur einer. Das sage ich auch in Richtung TE. Der Fakt, dass sie WENIG Lust hat, bedeutet ja nicht, dass sie gar keine Lust auf Intimität hat. Wenn sie nun Dienstag Lust hat und der Mann keine - dann kann auch der Mann sagen: Ok, dir zuliebe schlafe ich mit dir. Wie auch andersrum.
Es ist übrigens erwiesen, dass man Sexualität "verlernen" kann in einer Partnerschaft, gerade bei längeren Partnerschaften. Auch habe ich davon gehört, dass Sexualität wie ein Termin in die Wochen/Monatsplanung wie ein Termin eingeplant werden sollte um sie wieder zu erlernen - dieser Tipp kommt unter anderem von Sexualtherapeuten.
Und glaubst du, dass so ein Termin dann sagt: Du hast nun Lust zu haben?
Es geht hier auch um das Thema Hingabe und Miteinander. Ich habe schon erläutert, dass für mich einige Sachen Liebe bedeuten, auch wenn ich sie nicht gerne "alleinstehend" mache - aber für SIE es dann mache, weil ich ihr was Gutes tun kann. So funktioniert Partnerschaft für mich.
Frag mal rum: Welcher Mann massiert seiner Frau gerne die Füße - einfach so? Welcher Mann kocht für seine Frau gerne - einfach so? Welcher Mann hört sich gerne die neuesten Trends in der Mode an - einfach so?
"Einfach SO" gar nicht. Sondern aus Liebe. Das wird mir hier einfach viel zu sehr ausgeklammert.

Zitat von tina1955:
Wie steht man bloß vor der Familie da ?
Welche Schande ?
Dann lieber Augen zu und durch ?

...und vielleicht ist der TE es wichtiger, ein Commitment eine tiefe Liebe zu spüren und zu leben, als das nur an der Sexualität aufzuhängen. Natürlich gibt es dann hier einen Grundkonflikt. Aber den halte ich nicht für unlösbar. Meine Großeltern waren 70 Jahre verheiratet. Wenn ich hier so quer lese, dann kann das ja gar nicht möglich sein, denn der Sexualtrieb verändert sich ja nicht und ist soooo schwerwiegend, dass daran eine ganze Liebe hängt.
Nicht falsch verstehen, auch ich mag Sex. Aber ich kann Intimität auch auf anderen Wegen erfahren. Ich war 7 Jahre mit einer Frau zusammen, die kein ausgeprägtes Sexualverlangen hatte. Hat es mich gestört? Nö, da wir auf vielen Ebenen miteinander verbunden waren, die mir einfach wichtiger waren.
Vor dieser Entscheidung steht nun der Partner der TE, denn er muss ja offensichtlich seine Bedürfnisse anpassen. Das erzeugt Frust - wie ich ganz am Anfang schon geschrieben habe.
Ich Judas sage aber: Die Frau kann sich auch mal überlegen, ob sie mit ihm schläft oder andere "Dinge" macht, die zwar gerade nicht ihrem Verlangen entsprechen, aber sie damit eine Verbundenheit und Liebe empfindet und ihrem Partner entgegenkommt. Auch kann der Partner mal sagen: Ok, zieh ich mir einen P0rno rein, verschaffe mit Druckabbau und gut ist.
Das soll NICHT heißen, dass sie ihm zu Diensten sein soll, wie eine unterwürfige Hausfrau der 50er Jahre.

Was soll sie denn machen? Sie sagte, sie geht nun zum Arzt und lässt sich checken. Soll sie nun 4,5 Jahre hinwerfen (Erinnerung, die beiden LIEBEN sich) und sagen: Ok, ich suche mir einen Eunuchen - davon gibt's ja so viele.

x 7 #239


Sense
Zitat von tina1955:
Es bleibt immer einer der Partner unzufrieden

Liebe ist vieles. Auch Akzeptanz des anderen in seinen Bedürfnissen. Gilt für beide Seiten.
Säggs ist vieles. Viel mehr als nur rein-raus.
Lust(empfinden) ist -wie alles- Wandel unterzogen.
Ich sehe hier keine unüberwindlichen Probleme, nur eines wo die Fronten verhärtet sind. Beim Mann aus Frust über Ablehnung, bei der TE aus Frust über gefühltes "zu wenig bieten". Seine Forderung führt zu ihrer Überforderung.

Heiraten, während ein doch fundamentales Thema offensichtlich nicht passt? Weiß nicht. Wäre nicht meins.
Meins wäre sich gegenseitig anzunähern. Die Lust am anderen (wieder) zu entdecken.
Wenn sonst alles so toll passt, man sich doch prinzipiell einig ist? Eins ist?
Dann halt statt höherer Frequenz vllt. ein weniger mehr Amplitude? Qualitytime statt Quantity?
Säggs hat so viele Formen - da sollte ein "Kompromiss" im Sinne von "beide haben vielleicht nicht das Optimum, aber weder problematisch zu wenig, noch zu viel" doch gemeinsam zu finden sein.

x 4 #240


A


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