Zitat von Helin90: Ich werde erstmal zum Arzt gehen und mit das Thema ansprechen.
Schon einmal ein erster richtiger Schritt ....
Zitat von Tin_: Was ich hier aber teils von einigen Frauen lese ist dieses typische und total überholte Selbstverständnis, dass FRAU bestimmt, wie das Sexualleben in einer Partnerschaft läuft - in Häufigkeit und Intensität.
Manchmal könnte man wirklich glauben, dass
einige Frauen denken, Sex wäre ein Opfer und eine zu ertragende Quälerei und wenn sie es denn auf sich nähme, dann aber nur gegen eine heroische Belohnung und dass Männer überhaupt mit dem Wunsch nach Sex ankommen, sei schon zumindest eine Art Beleidigung. Und dass es eine ganz besondere Gnade wäre, wenn sie es zuläßt. Letztlich ist diese von einigen kultivierte weibliche Ansicht von Sex in einer Beziehung äußerst konservativ, in dem sie Sex quasi als Ware betrachtet, für die die Frau etwas erhalten könnte.
Nun sollte man dies natürlich nicht verwechseln mit dem sexuellem Selbstbestimmungsrecht jeder Person. Aber dessen ungeachtet ist es eben nicht ethisch "besser", dass eine Person auf seltenen Sex geeicht ist und ethisch verwerflicher, wenn eine andere es häufiger möchte in einer Partnerschaft. Beider Auffassung hat schon mal die gleiche Berechtigung.
Zitat von Tin_: Es wird Empathie und Reflexion eingefordert - aber immer nur von anderen. Ich übertreibe bewusst mit dem Wort "immer" und "nur"
Rücksichtnahme von Männern auf Frauen einzufordern ist akzeptierter als Rücksichtnahme von Frauen auf Männer einzufordern. Stört mich persönlich (und viele andere Männer) zwar nicht weiter - aber nur mal als Fakt in Erinnerung gerufen, wenn denn wieder von den Männern die Rede ist, die "nur Sex" wollen. Bei diesem Thema ist viel Heuchelei zu finden.
Bei deutlich unterschiedlichem Sexualverlangen in einer Beziehung sind Kompromisse nur schwer möglich, wenn sich einer nicht total verbiegen soll. Wie @Tin_ sinngemäß schrieb, läßt sich einiges durch Liebe abfedern. Und es sollte sich doch auch herumgesprochen haben, dass in einer Partnerschafft sexuelle Zurückhaltung dem Partner gegenüber als deutliches Zeichen von Reserviertheit oder Ablehnung verstanden werden kann.