Überwältigend wie viele sich hier melden, vielen Dank euch allen.
Es gibt solche und solche Meinungen, das war mir vorher klar, bin seit Anbeginn des Internets in Foren unterwegs und kenne das. Ein paar "Extremisten" gibt es auch immer, aber deren Meinung ist ebenso wichtig. Mir ist auch bewusst, dass sich hier viele "Verletzte" aufhalten, das Forum ist ja zu einem bestimmten Zweck da, da muss man manche Äußerung im Zusammenhang sehen.
Fakt ist, dass ich tatsächlich unsere scheinbar "Heile Welt" nur ungern aufbrechen möchte, einfach, weil wir uns trotz der angesprochenen großen Defizite gut verstehen, unsere WG wohnenswert ist und unsere Familie intakt ist, auch wenn wir nicht mehr so oft zusammen kommen, wenn dannn haben wir alle viel Spaß zusammen.
Wer möchte das schon kaputt machen?
Gründe, warum ich nicht schon viel früher gegangen bin gibt es sicher.
Es gibt eben Menschen, die sich nicht alleine in den Mittelpunkt stellen, sondern mit der Zeit gelernt haben, dass man in einer Ehe auch verzichten können muss um dauerhaft miteinander klar zu kommen. Anders geht es nicht. Das verstehen manche vielleicht als Selbstaufgabe, Aufopferung, Weichei-getue, was auch immer, aber es hat immerhin dazu geführt, dass unsere Familie nicht früh auseinander gebrochen ist wie so viele andere, die ich kenne. In unserem Umfeld bestehen noch ung. 1/3 der Ehen, die damals von Freunden geschlossen wurden, viele gingen schon früh sehr unschön zu Bruch. Das wollte ich immer vermeiden, die Kinder und die Familie gingen uns da ganz eindeutig vor.
Ein gewisser Stolz ist bei mir durchaus vorhanden, dass wir das trotz unserer Unterschiede geschafft haben. Früher war ich auch nicht immer einfach, man kann sich aber weiter entwickeln.
In der Zeit wo die Kids noch jünger waren, war auch alles ok, bis auf den Sex. Wir haben viel unternommen, macht man als Eltern so, viele Urlaube, Ausflüge, Feiern usw. Das Leben war sehr schön, ohne Frage. Nur eben ohne Sex.
Ihr könnt mir glauben, dass ich wirklich alles versucht habe, das wieder in die Gänge zu schieben, aber da war einfach nichts zu machen, ich denke, das Problem ist physisch, da ist bei der schwierigen Geburt wohl etwas kaputtgegangen, ob im Körper oder im Kopf, ich weiß es nicht. Sie hat einfach keinerlei Antrieb in dieser Richtung, und will es absolut nicht. Was macht man da? Man kann wegrennen, mit zwei kleinen Kinder 4 und 2 Jahre, die einen brauchen, oder man sagt sich, wir haben gerade soviel um die Ohren mit den Kindern, auch das kommt irgendwann wieder, wenn der große Kinderstress sich wieder legt. Tja, kam es leider nicht, aber hoffen tut man es natürlich immer. Versuche in diese Richtung schlugen aber immer wieder fehl.
Wie auch immer, für unsere Beziehung war der Verzicht das wohl nicht optimal, wie sich nun herausstellt, für die Familie aber schon.
Ich denke das ganze braucht Zeit, ich warte jetzt mal ab bis sich die vielen Gedanken bei ihr setzen, und schaue wie es dann weiter geht. Eine offene Ehe wäre eine Lösung, dazu muss sie aber auch bereit sein. Ich habe ihr auch die gedankliche Frage gestellt, wie es wäre, wenn sie jemanden findet, der die Liebe zu ihrem zeitraubenden Hobby teilt, und mit ihr die Wochenenden verbringen kann bei dem, was sie liebt. Vielleicht findet sie das in ein paar Tagen gar nicht so eine dumme Idee, wer weiß.
Eine Therapie zu machen könnte vielleicht eine Richtung aufzeigen, das werde ich ihr mal vorschlagen.
Mit meiner Freundin habe ich vereinbart, dass wir die nächsten 2 Monate nicht mehr schreiben, kein Kontakt, kein Treffen. Wenn wir dann immer noch ernste Gefühle für den anderen empfinden, soll sich derjenige melden, dann überlegen wir weiter. Das wird anfangs schwer, aber es muss so sein.
Nochmals danke an alle! Ihr seid super und habt mir geholfen.