Danke Luchadora,
Mut und Kraft brauche ich wirklich.
Ich glaube ich habe mich selbst verloren in dem vergangenen Jahr. Wenn ich so überlege was ICH will kommen nur Sachen die gar nicht für MICH sind oder total unrealistisch.
Heute habe ich einem Freund die Freundschaft gekündigt.
Er ist so eine Art Seelenverwandter für mich, oder Bruder im Geiste...
aber er hat auch meine Ehe belastet, da mein Mann insgeheim nicht glauben konnte dass es eine rein platonische Beziehung war und ist.
Gleichzeitig hat er auch unsere Ehe stabil gehalten, da ich mit ihm Bedürfnisse nach Kultur, einem ebenbürtigen Gesprächspartner und emotionaler Verbundenheit ausleben konnte.
Meinem Mann war die Freundschaft offiziell recht, da er weder Lust noch Kompetenz für die ersten beiden Punkte gehabt hätte (uns trennen über 30 IQ-Punkte),
jedoch litt er in Wirklichkeit sehr darunter und wurde von Gefühlen der Eifersucht und Unzulänglichkeit geplagt.
Das erfuhr ich aber erst viel zu spät.
Nämlich nach seiner aufgedeckten Affäre,
nachdem ich mich getrennt habe,
nachdem ich für besagten Freund eine leichte Verliebtheit entwickelt habe. Letzteres hatte ich nur meinem Mann erzählt und auch gar nicht ernst genommen, da ich den Mechanismus durchschaut hatte (nach Wochen der Abwertung und Zurückweisung durch meinen Expartner ist ein männlicher nahestehender Vertrauter nett zu mir - klar das man auf Liebesentzug dankbar jeden Strohhalm greift).
Darauf reagierte mein Mann mit Suizidversuch.
In seinem Kopf war nun das Bild vollständig:
ich hätte ihn mit dem Freund betrogen und unser drittes (trotz Verhütung) Kind wäre in Wirklichkeit seines.
Nun würde ich ihn endgültig verlassen und mit diesem Freund leben.
Alles ganz schön absurd,
1. Hatte ich in meinem ganzen Leben nur mit diesem (m)einen Mann Sex und war ihm immer absolut treu, selbst während einer 10monatigen Trennungsphase und auch jetzt noch.
2. Bin ich so ehrlich das es weh tut, nicht so sehr durch den Charakter sondern einfach weil ich es nicht anders kann. Ich könnte nie etwas vor ihm geheim halten, schon gar nicht ein Kuckuckskind unterschieben!
Es ist also ganz schön krass wie er auf solche Ideen kommen konnte und noch wunderlicher, dass er sich über die Affäre emotional abgrenzen wollte, falls ich mich eines Tages von ihm trennen sollte.
Nun ja, jedenfalls war also mein platonischer Freund in seinen Augen mein Geliebter und Vater meines 3. Kindes.
Verrückt.
Dann wiederum hat mich das dazu bewogen über die Freundschaft genauer nachzudenken und da stimmt wirklich was nicht. Ich mag ihn mehr als normal ist.
Ich beende die Freundschaft, weil mir klar geworden ist, dass ich eigentlich zuviel für diesen Freund empfinde und er emotionalen Raum beansprucht, der eigentlich dem Partner zustünde.
Der Freund selbst findet auch nicht die richtige Partnerin und ich fühle mich jetzt ein bisschen schuldig deswegen. Weil ich ihn schon so halb mit der Freundschaft besetzt habe, dass für eine richtig gute Beziehung zu wenig Platz ist. So hat er zB oft Probleme und Ideen mit mir gewälzt, die seine Partnerin damals nicht mitbekommen hat und somit konnte auch nicht durch die Gemeinsamkeit die Beziehung gestärkt werden.
Und ich habe ihm bestimmt anschließend durch meine Freundschaft das Single-Leben ebenso erträglicher gemacht, wie er mir die emotionale Einsamkeit in meiner Ehe.
Wenn ich so richtig drüber nachdenke, ist das fast wie eine Affäre nur Andersherum.
Nunja.
Jetzt hat es ein Ende. Er kann sich endlich ganz auf wen einlassen und ich mich auch. Vielleicht fang ich mit mir selbst an.
Aber er wird mir sehr fehlen
