leilani1801
Gast
Mein Anteil an dem Dilemma liegt daran, dass ich an einer Zwangserkrankung leide mit einem recht seltenen Thema. Mein Problem ist, dass ich zwanghaft auf der Suche nach allen möglichen Beweisen für eine mögliche Untreue meines Partners suche. Aber nicht in dem Sinne, dass ich sein Handy durchsuche, ihm nachfahre etc. sondern mir alle möglichen Kleinigkeiten auffallen, z. B. Fremdhaare etc. und ich sofort den Gedanken habe, dass mich mein Partner betrügt. Ich muss dann für mich eine logische Erklärung dafür finden, um mich wieder zu beruhigen. Das dauert manchmal nur einen kurzen Moment, manchmal aber auch Stunden, Tage, Wochen, die ich mich damit beschäftige. Meine Zwangserkrankung ist in den letzten Jahren immer besser geworden, ich habe auch durch Therapie große Fortschritte gemacht, aber sie ist eben da und ich muss damit leben.
Ich weiß wie schwierig es für einen Partner ist damit umzugehen und ich bin heilfroh jemanden gefunden zu haben, der einigermaßen damit leben kann.
Nun gab es aber in den zwei Jahren leider in unserer Beziehung Vorfälle, die mich in meinem Zwang bestätigt haben. Im ersten Jahr unserer Beziehung war seine Ex noch sehr präsent in seinem Leben. Sie litt an Krebs im Endstadium und er hat noch einiges für sie erledigt und mich sehr lange vor ihr verschwiegen, weil er sie nicht belasten wollte.
Für mich war das nur schwer auszuhalten, zumal ich dann irgendwann rausbekam, dass er mir viele Treffen mit ihr verschwiegen hatte und auch noch zu zwei anderen Frauen, an denen er mal Interesse hatte, sie aber nicht an ihm, gelegentlich gesimst hat ohne mir davon zu erzählen.
Da ist wohl wirklich nie was gelaufen und mit den anderen beiden Frauen gab es keine Treffen oder so, die SMS die ich lesen konnte waren harmlos, aber trotzdem hat es mein Misstrauen befeuert.
Daraufhin habe ich mich für ein paar Wochen getrennt, bin aber wieder zu ihm zurück und seitdem ist seit einigen Monaten auch nichts mehr vorgefallen. Ich habe auch nie an seinen Gefühlen für mich gezweifelt, er ist stets erreichbar und wir verbringen die gesamte Freizeit zusammen. Er ist sehr auf mich fixiert.
Da mir aber leider jede Kleinigkeit auffällt, habe ich festgestellt, dass ungefähr seit ein paar Wochen vor unserer Trennung und auch jetzt immer wieder, kleine schwarz-weiße Tierhaare auftauchen. In meiner Wohnung, aber an Stellen, an denen er vorrangig ist und auch immer wieder in seiner Wohnung.
Ich habe alle möglichen harmlosen Erklärungen dafür durch. Bspw. haben zwei Freunde von mir Tiere zu denen diese Haare passen könnten, aber das habe ich dann irgendwann abgeklärt. Passt nicht.
Die Mutter meines Freundes hat gelegentlich Besuch von einem getigerten Kater. Er besucht sie ungefähr 1x pro Woche, aber auch mal in größeren Abständen nicht. Allerdings wäscht er dort immer noch seine Wäsche.
In dem Haus, in dem er wohnt gibt es auch Hunde und Katzen in allen möglichen Schattierungen, wenn er diese Haare quasi einschleppte, dann müssten mir ja auch andere Tierhaare auffallen, nicht nur schwarz-weiße.
Mein gesunder Menschenverstand sagt mir: er muss regelmäßig Kontakt zu jemandem haben, von dem er diese Haare mitbringt. Ich hoffe ja immer noch sie stammen von dem Besuchskater der Mutter, allerdings hat die noch einen schwarzen Kater, dessen Haare in seiner Wohnung nicht auftauchen. Die Mutter meinte zwar mal, dass der kaum haart. aber gut.
Jetzt bin ich hin und her gerissen. Spielt mir mein Zwang einen Streich und ich nehme nur selektiv war, was ich mir aber kaum vorstellen kann oder verschweigt er mir was, was ja in der Vergangenheit schon vorkam.
Es geht sogar schon soweit, dass ich keine Lust mehr habe zu seiner Mutter zu gehen, weil ich Angst habe, dass die Haare dieses Katers eben nicht zu denen passen, die ich immer wieder finde.
Was auch auffällig war: er wollte wochenlang nicht, dass ich ihn besuche. Seine Begründung war: du findest nur wieder Haare und das gefährdet unsere Beziehung.
Auf jeden Fall brauche ich mal eine Einschätzung von jemandem, der normal tickt.