Cryztal
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Ich denke, ich versuche gerade einfach etwas Trost zu finden, in dem ich meine Gedanken hier niederschreibe… und vielleicht auch einfach verstanden und ein bisschen aufgefangen werde. Danke schon mal für‘s Lesen <3
Er und ich haben uns dieses Jahr bereits mehrmals getrennt. Ich habe schon lange gefühlt, dass er immer mehr das Interesse verliert und ich ihm nur lästig bin. Er war oft laut, ungeduldig, hat mich nicht besonders respektvoll behandelt und mir immer wieder das Gefühl gegeben, dass ich nicht richtig so bin, wie ich bin. Und es damit argumentiert, dass ich wochentags nicht da bin, weil ich weiter weg arbeite, und dass ich mich ständig über alles beschweren würde. Ich habe wirklich viel und intensiv darüber nachgedacht. Und ja, ich habe natürlich über meine berufliche Unzufriedenheit mit ihm besprochen und dass der weit entfernte Arbeitsplatz, dieses zweigeteilte Leben und die viele Zeit auf der Straße anstrengend ist. Aber ich versuche es zu ändern, bewerbe mich gerade um und es hilft mir einfach, wenn ich darüber spreche. Und ich tue das auch nicht immer und ständig. Dass ich mich beruflich verändern und somit die Situation ändern kann, kann schnell gehen, es kann aber einfach auch etwas dauern. Ich habe ihm deshalb auch gesagt, dass wir die Zeit, die wir aktuell miteinander haben auch einfach besser nutzen müssen. Aber wenn ich Wochenends oder im Urlaub bei uns zu Hause in unserer gemeinsamen Wohnung war, war er entweder ständig unterwegs oder ich konnte nicht einmal mehr ein Gespräch mit ihm führen oder gemeinsam schön Abend essen, weil er nur in sein Handy gestarrt hat. Wenn ich versucht habe etwas anzusprechen, war er nur genervt. Bis ich mich irgendwann nicht mehr getraut habe die Dinge die mich beschäftigen anzusprechen, weil es jedes Mal eskaliert ist.
Nach den Trennungen kam dann immer die große Reue. Versprechen an sich zu arbeiten, denn sein Verhalten hat die Ursache wohl unter anderem in seiner elterlichen Vorgeschichte, die er aber nicht aufarbeiten will. Die Aussage, dass er nicht weiß, warum er sich so abwertend mir gegenüber verhält. Die Ansage, dass er mich nicht verlieren will. Und ich verstehe ihn ja, ich fühle ja, was ihn beschäftigt, auch wenn er es nicht zeigen will. Ich weiß, dass es nicht leicht für ihn ist. Und da ich ihn nach wie vor liebe und immer wieder gehofft habe, habe ich ihm immer wieder eine Chance gegeben. Dann war es eine Zeit lang schön und ich wusste wieder, warum ich mich in ihn verliebt habe… und dann… dann war irgendwann auf emotionaler Ebene wieder alles so zermürbend wie vorher.
Und dieses Mal… Als er an Heiligabend wieder erst spät Nachmittags nach Hause kam und wieder nur neben mir auf der Couch saß und in sein Handy gestarrt hat und ich kurz davor war in Tränen auszubrechen, habe ich es angesprochen. Ob unsere Beziehung so überhaupt noch Sinn hat. Habe ihn gefragt, wie es ihm damit geht. Warum er noch mit mir zusammen ist. Denn er konnte mir schon seit Monaten nicht mehr sagen, dass er mich liebt… Und ich habe ihm gesagt, wie es mir damit geht. Wir haben das Ganze besprochen, beide geweint und so bin ich am nächsten Tag gegangen. Heute habe ich ein paar Dinge aus unserer Wohnung geholt, ihm deshalb Bescheid gesagt und es kam nur eine knappe und kalte Antwort. Ansonsten ist im Moment Funkstille. Ich weiß nicht, ob in den nächsten Tagen oder Wochen wieder die große Reue kommt. Ob ein bitterer Rosenkrieg folgt. Ob wir, so wie wir es uns an Heiligabend versprochen haben, eine faire Trennung durchziehen werden…
Aber ich sitze nun hier in meiner klitzekleinen Pendlerwohnung, vermisse ihn und mein zu Hause, überlege mit meinen 36 Jahren, nach 4 Jahren Beziehung und 3 Jahren gemeinsamer Wohnung, wie es für mich privat und beruflich weitergehen soll, wo ich meine ganzen Sachen aus unserer gemeinsamen Wohnung unterbringen soll, wie ich kommenden Montag in der Arbeit wieder stark sein und vor allem… wie ich diesen verdammten Schmerz ertragen soll. Ich war lange unglücklich in der Beziehung und er ja ganz offensichtlich auch. Ich weiß, dass wir sehr unterschiedlich sind, uns das beiden nicht gut tut und ich weiß, dass es besser ist zu gehen, trotz schöner Zeiten und der Tatsache, dass wir oft ein herausragendes Team waren. Er fehlt mir so sehr und es tut so so so weh… ach, ich weiß garnicht wohin mit mir… und vor allem nicht, wie es weitergehen soll… es tut einfach so weh.