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Treffpunkt für Angehörige/r mit Demenz

Vicky76

Vicky76


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Zitat von Hola15:
Aber da wurde auch nicht wirklich was gemacht,

Das ist sehr schade!
Leider gibt es gar nicht so viele Gerontopsychatrien, wo man richtig gut therapieren kann.
Ich bin aber auch der Meinung, dass Verständnis und Zuspruch, auch viel hilft.
Es ist ja nicht nur die neue Situation.
Ich stelle mir auch sehr schlimm vor, wenn man merkt, dass der Verstand rapide nachlässt.
Keiner, von uns kann daran etwas ändern.
Oft leiden alle Angehörigen mit, weil sie den demente Menschen ja auch anders kennen.
Zitat von Hola15:
Danke Vicky

Sehr, sehr gerne

27.10.2021 20:19 • x 2 #91


bifi07

bifi07


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Zitat von Vicky76:
Eigentlich ist das ja, in dem Sinne kein klauen, sondern jeder denkt, dass die Sachen ihm gehören.

Nicht unbedingt.
Die Schwiegermutter meiner Ex-Schwiegermutter hatte diese auch beschuldigt, dass sie sie bestehlen würde...und sie war zuhause bettlägerig.

27.10.2021 21:12 • x 1 #92



Treffpunkt für Angehörige/r mit Demenz

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Emily


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Zitat von bifi07:
Nicht unbedingt. Die Schwiegermutter meiner Ex-Schwiegermutter hatte diese auch beschuldigt, dass sie sie bestehlen würde...und sie war zuhause ...

Meine Mama war letztes Jahr in der Neurologie , und da ist viel weggekommen, aber nicht geklaut, sondern die Damen im Zimmer wussten alle nicht mehr so genau, was wem gehört. Irgendwie war es sogar lustig, als Mama auf einmal eingequetscht in einer XS Jogginghose dastand, obwohl sie Größe 46 hat,und mir erklärt hat, dass das ihre Hose ist und keine der Damen hat etwas dagegen gesagt

27.10.2021 21:23 • x 4 #93


Vicky76

Vicky76


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Zitat von bifi07:
Nicht unbedingt. Die Schwiegermutter meiner Ex-Schwiegermutter hatte diese auch beschuldigt, dass sie sie bestehlen würde...und sie war zuhause ...

So richtig verstanden habe ich das jetzt nicht.
Aber bei Dementen ist alles real.
Sie glauben daran und wollen ernst genommen werden.
Wenn eine Frau sagt, sie möchte nach Hause, weil ihre Kinder gleich aus der Schule kommen, dann ist das ihre Wahrnehmung, in der Krankheit.
So gesehen, ist alles, was sie sagen wahr.

27.10.2021 21:36 • x 4 #94


bifi07

bifi07


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Zitat von Vicky76:
So richtig verstanden habe ich das jetzt nicht

Und ich hatte es so verstanden, dass du meinst, wenn die zu Betreuuenden in einer Einrichtng wären, dann käme es unter der Demenz vor, dass sie denken, alles würde ihnen gehören und damit, dass aus ihrer Sicht dann geklaut würde.
Daher hab ich geschrieben, dass das auch zuhause vorkommt.

28.10.2021 04:02 • #95


bifi07

bifi07


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Zitat von Vicky76:
Wenn eine Frau sagt, sie möchte nach Hause, weil ihre Kinder gleich aus der Schule kommen, dann ist das ihre Wahrnehmung, in der Krankheit

Ich weiß...
Ein Onkel von mir hat zeitweise wieder vom Krieg erzählt! Er wurde richtig ungehalten, wenn ihm gesagt wurde, dass dieser doch längst vorbei wäre.

Am besten, man stimmt dem zu und versucht das Gespräch sanft in andere Bahnen zu lenken.

28.10.2021 04:07 • x 3 #96


Lebensfreude

Lebensfreude


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@bifi07 ja, und keine W-Fragen stellen
also: wann, warum, wie, wieso etc.

Allen Betroffenen wünsche ich, dass Ihr genug Kraft für Euch selbst habt.

28.10.2021 08:18 • x 4 #97


Emily


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Ach ja, der Alltag mit einer demenzkranke Mutter.
Neues Bett bestellt, angezahlt, der Liefertermin verschiebt sich jetzt um mehrere Wochen. Morgen wollte ich den Rest zahlen gehen. Uns geht es allen so, das ist leider die heutige Zeit.
Jetzt flippt sie komplett aus, schreit herum, das akzeptiert sie nicht, sie zahlt das Bett nicht etc. Die Böse bin natürlich ich, weil ich ihr erklärt habe, dass das heutzutage normal ist und sie sich ein bisschen gedulden muss. Sie braucht morgen gar nicht kommen. Muss ich aber, da ich ihre Tabletten richten muss.
Einmal durchgeatmet, und hoffend, dass sich die Wogen bis morgen wieder geglättet haben.

28.10.2021 16:09 • x 1 #98


Wollie

Wollie


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Bis morgen hat sie es vergessen ist bei meiner Mutter auch so.wenigstens dafür ist eine Demenz gut.

28.10.2021 16:35 • x 2 #99


bifi07

bifi07


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Der erste Tag mit der neuen Pflegekraft hat ganz gut geklappt. Natürlich ist es für alle eine Umstellung und ich muss schauen, wie das sich entwickelt, wenn ich mich langsam etwas zurückziehe damit ich ab Mittwoch wieder arbeiten gehen kann.
Ich hoffe, dass dann auch mein Vater damit zurecht kommt, denn gestern Abend, nachdem wir ihn ins Bett gebracht hatten, bin ich noch mal runter...und da saß er im Wohnzimmer und war ganz durcheinander...
Ich musste ihm eine Weile gut zureden und wie ein kleines Kind an die Hand nehmen, damit er dann doch wieder ins Bett geht...
Das meine Mutter jetzt 3 Wochen weg ist, macht ihm doch zu schaffen! Ich versuche die liebgewonnene Routine aufrecht zu erhalten, aber ersetzen kann ich sie natürlich nicht.
Hoffentlich bekommen wir die Zeit gut rum, damit er nicht noch mehr verwirrter ist, wenn sie wieder nachhause kommt!

29.10.2021 02:52 • x 2 #100


bifi07

bifi07


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Kurzes Update!
Meinem Vater geht es seit gestern Nachmittag ziemlich schlecht!
Er hatte Schüttelfrost, leichtes Fieber und seine Luftbeschwerden haben deutlich zugenommen. Auch wieder zeitweise verwirrter, war kaum ansprechbar.
Die Nacht war durchwachsen, dass bisschen, was er zu sich genommen hat, kam wieder raus. Heute morgen dann etwas Tee und Zwieback, was zum Glück drin geblieben ist.
Ich werde heute die Notärztin bestellen, mit der ich gestern telefoniert habe.
Mal sehen, was sie meint...

31.10.2021 07:49 • x 1 #101


Charla

Charla


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@bifi07

meine SchwieMu hatte Demenz und mein Vater verstarb in diesem Jahr an Demenz und dessen Folgen.
Er verkraftete den vorherigen Tod meiner Mutter und Schwester nicht,
das verschlimmerte und beschleunigte seinen Zustand sehr.
Ich fand ihn vor seinem Bett, er lag die ganze Nacht da, hatte sich die Rippen gebrochen
war zu schwach aufzustehen und unterkühlt.
das letzte Bild von ihm war als er im Krankenwagen hilflos nach mir schaute.

Schlimm wurde es, als er davor einen Zimmernachbarn bekam, der wie sich herausstellte, an Covid19 erkrankt war, deshalb musste mein Vater vorsorglich auf die Coronastation. Keiner durfte ihn besuchen, nicht telefonieren, ich wusste nicht mal, wo er geblieben war, keine Stationsschwester war erreichbar, die hatten alle mit der Desinfektion zu tun. Als sich herausstellte, daß er sich nicht infiziert hatte, kam er wieder auf die normale Station, ich konnte noch einmal mit ihm telefonieren.
Da war er ganz durcheinander, hatte gesagt, sie hätten ihn in den Keller geschoben, wollten ihn vergiften, keiner kümmert sich um ihn, er begriff nicht, dass er nur auf eine andere Station kam und die Medikamente ihm helfen sollten. Danach sprach er nicht mehr, bekam er eine Lungenentzündung und starb.

Er war vorher körperlich noch fit und wollte sich nicht helfen lassen, hat auch Medikamente versteckt, vieles vergessen. Das ganze Ausmaß seiner Verwirrung wurde erst offensichtlich, als ich seine Wohnung räumte und sah, was er alles in den Schränken versteckt hatte.
Es war schlimm seinen geistigen Verfall und dessen Auswirkungen mitanzusehen und zu erleben,
mein Trost ist, dass er jetzt seinen Frieden hat und ist, falls es das geben sollte, jetzt bei seiner geliebten Frau, von und mit er ständig geredet hat.

31.10.2021 18:59 • x 6 #102


Plentysweet

Plentysweet


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@Charla
Das tut mir sehr leid und das liest sich sehr traurig .
Ich bin so froh, dass mein Vater (Gott hab ihn selig ) noch vor diesem ganzen C Wahnsinn gegangen ist.
Das muss für demente Menschen wirklich die Oberhölle sein. Die ganze Kälte, die Masken, die Abstandseinhaltung und die können das ja null einordnen.
Hoffentlich ist das bald alles vorbei .
Danke @bifi07 , für diesen schönen Thread.

31.10.2021 20:53 • x 6 #103


Emily


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Zitat von bifi07:
Kurzes Update! Meinem Vater geht es seit gestern Nachmittag ziemlich schlecht! Er hatte Schüttelfrost, leichtes Fieber und seine Luftbeschwerden ...

Du, das kann wieder werden. Meine Mutter lag letztes Jahr schon im Demenzdelirium, hat keinen mehr erkannt. Dann ging es wieder bergauf.
Ich drücke dir die Daumen

31.10.2021 21:06 • x 3 #104


Emily


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Mama hat ihren Ärger wieder vergessen bzw. sie wusste schon noch, warum sie wütend war, aber hat das ganze natürlich falsch verstanden.
Dann hat sie mir erzählt, dass sie das erste Mal vergessen hat, was sie 10 Minuten vorher im TV gesehen hat.
Das hat mich geärgert hat sie gesagt. Ich antwortete, das ist die Krankheit, und dass sie kämpfen muss. Dann hat sie gesagt, ich kämpfe eh. Ich hab dann in der Zeitung nachgeschaut, was gelaufen ist, dann hab ichs wieder gewusst
Ich bin immer wieder erstaunt, welche Strategien sie noch hat.
Aber es macht so hilflos, dass sie genau mitbekommt, was mit ihr passiert. Ich würde wirklich gerne wissen, welche Teile des Gehirns noch funktionieren.

Ich hab mal vor 2,3 Jahren ein CT von ihrem Kopf gesehen, da gab es die Diagnose noch gar nicht. Da wusste ich alleine beim Hinschauen, dass da was nicht stimmen. Das Gehirn war schon sehr geschrumpft...

31.10.2021 21:15 • x 3 #105



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