Zitat von Zugaste:Ahh, jetzt weiß ich, was du meinst. Ich mache, glaube ich, oft den gedanklichen Fehler, dass ich davon ausgehe, dass manipulatives Verhalten bewusst angewendet wird, was natürlich Quatsch ist. Eher im Gegenteil. Da passiert wahrscheinlich ganz viel unbewusst.
Mir ist das jetzt erst wieder eingefallen, weil ich über meine Kindheit nachgedacht habe...
Meine Mutter hat mich sehr früh bekommen und war die meiste Zeit alleinerziehend.
Ich kann mich erinnern, dass wenn wir uns gestritten haben (oft eher so eine Art Geschwisterstreit), ich sehr oft heulend in mein Bett gerannt bin und dort geschrien und geheult habe, bis ich vor Erschöpfung und Atemnot eingeschlafen bin.
Ich habe keine Ahnung mehr, worum es in solchen Streits ging - aber ich weiss noch dass eine "Erziehungsregel" meiner Großeltern war, dass man das Kind bocken lassen und bloß nicht hinterherrennen darf, damit es nicht seinen Willen bekommt. Oder sich auch nur annähernd einbilden könnte, mit seinem "Aufstand" auch noch im Recht zu sein. tststs
Ich habe mir dann vorgestellt (als Kind), wie es wäre wenn ich tot bin. Wie sie dann alle weinen und traurig sein würden und es bereuen würden. Und genoss die Rachegefühle

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Und nach einer Weile habe ich mich entschuldigt, oft wusste ich gar nicht so genau, wofür eigentlich.
Jetzt ist es so, dass meiner Mutter bei Auseinandersetzung heulend und Türeknallend abdampft, weil ich meist argumentativ stärker bin und sie eher so ein Bauchmensch...
Echt gruselig. Wenn einer meiner Söhne das nächste Mal in sein Zimmer rauscht, werd ich hinterher gehen und ihm sagen, dass ich ihn liebe...