Ach, ob nun hier oder im OD-Schwester-Thread. Wir sind ja fast mit der gleichen Mannschaft vertreten.

Zitat von CanisaWuff: Vielleicht musstest Du nie solche Erfahrungen machen.
Doch, auch ich musste die Erfahrung machen, dass nicht "alles Gold" ist was glänzt.
Meine Ex-Partnerin hatte ein Alk.problem zudem war sie bipolar/manisch-depressiv - alles erst Dinge, die im Laufe der Partnerschaft rausgekommen sind. Sie hat es dann vorgezogen sich einen anderen Mann zu suchen, statt ihre Probleme anzugehen.
SIE wollte Stabilität, Sicherheit, eine gemeinsame Wohnung und Kinder. Dort habe ich geblockt und ihr gesagt, dass sie erstmal gesund werden sollte, ich sie unterstütze, wo ich nur kann - allerdings auch mit Grenzen. Beispielsweise habe ich auch über ein halbes Jahr (selbst im Urlaub am Pool oder im Restaurant in Griechenland) keinen Alk. getrunken um sie zu unterstützen. Im Nachhinein hat sich leider rausgestellt, dass sie getrunken hat, wenn wir uns nicht gesehen haben.
Als ich das erste Mal ihr Problem bemerkt habe, war ich hart. Das war bei mir und ich habe den Wein, den sie vor mir in ihrer Tasche versteckt hat weggekippt. Dann habe ich ihr eine Ansage gemacht, dass ich da wäre, wenn sie mich an ihrer Seite haben möchte, aber ich auch Grenzen habe, die ich nicht überschreiten werde. Danach habe ich sie nach Hause geschickt und es tut mir heute noch weh, diese Erinnerung als ich ihr hinterher geschaut habe, wie "gebrochen" und weinend sie gegangen ist. Ich zweifle bis heute daran, ob es richtig war so zu handeln - weil es mir so weh tat, aber vermutlich für sie das Beste war.
Mittlerweile weiß ich, dass sie dann was begonnen (Entzugsgruppe) hat - gerade in den Hochphasen ihrer psychologischen Erkrankung. Offensichtlich hat sie dann da jemanden kennengelernt und der hat ihr Haus, Hof, Kids versprochen.
Sie hat noch mitgenommen, was ich ihr gab: emotionale Unterstützung ("Ruf mich an, wenn du das Bedürfnis hast zu trinken, ich bin so schnell es geht bei dir - Tag und Nacht", Nähe, Motivation, ....), finanzielle Unterstützung und Stabilität - ich habe vieles erledigt für sie bzw. sie begleitet, bei den Dingen die zu erledigen waren (Tod des Vaters). Ihr Vater wurde See-bestattet und ich/sie wusste, wie sehr mich das triggert, dadurch das mein Stiefvater auch See-bestattet wurden, wie fertig es mich macht. Trotzdem bin ich mitgefahren und habe sie die ganze Zeit im Arm gehalten. Vermutlich war da schon der Neue aktuell. Keine Ahnung.
Als es ihr dann mit der Trauer besser ging - wurde ich am Telefon verlassen, während ich in der Vorbereitung eines wichtigen Meetings war - in meiner Probezeit damals.
5 Tage später sagt mir ein Kumpel: "Hast du bei **** mal auf Insta geschaut?" ich: "Lass mich raten, neues Liebesglück" Er: "Ja, die ist mit ihrem neuen auf Rügen". 3 Monate später war sie verheiratet.
Was ich damit sagen will: Sie konnte vermutlich nicht anders und ist geflüchtet vor ihren Problemen. Aber mir weh tun, nein das glaube ich nicht.
Davor war ich mit einer verdeckten Narzisstin (diagnostiziert) zusammen und meine Partnerschaft von 2010-2017 war eine suizidgefährdete Frau, die menschlich ein Goldstück war - leider aber eben mit einer posttraumatischen Belastungsstörung und schwerer Depression, was mich sozusagen "angesteckt" hat. Es ist ja hier kein Geheimnis, dass ich lange eine Angsterkrankung hatte, die dann zum Ende hin von dieser Partnerschaft von einer Mittelschweren Depression begleitet wurde. Von daher habe ich auch gewisse Erfahrungen gemacht.
Das zu meinen Erfahrungen....
ABER: Das sind alles keine bösen Menschen, die mir mit Absicht weh tun wollten. Ich bin ein Mensch, der sehr auf die Person schaut und ein tolles Herz hatten sie alle, konnten aber nicht aus ihrer Haut. Sie wollten mir nicht weh tun. Was ich aber gelernt habe: Grenzen setzen. Ich werde mich nicht mehr aufopfern, bis ich nicht mehr kann. Keine von diesen Frauen hat den Vorsatz gehabt, mir zu schaden - das weiß ich, davon bin ich fest überzeugt.
Aber ja, es ist ein schmaler Grat sich selbst zu schützen und doch seine Hilfsbereitschaft nicht zu vergessen. Und ja, es tut unheimlich weh, wenn man diesen Menschen in seinem Herzen nicht schützen/retten kann.
Was will ich damit sagen?
Wir alle haben schlechte Erfahrungen gemacht, aber es liegt bei uns, ob wir bei uns bleiben und unser Urvertrauen in neue Menschen, die in unser Leben treten, nicht verlieren. Neue Menschen sind Individuen, keine Abziehbilder von den Menschen, die bisher in unserem Leben waren. Ich weigere mich, weil es mir nicht entspricht, einen Menschen stellvertretend für die Verletzungen, die mir widerfahren sind, zu "bestrafen".
Sorry, wurde nun doch etwas länger und emotionaler. Aber du siehst, sowas bewegt mich immer noch - allerdings bestimmt es nicht mein Handeln und mein Denken.